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<title>Geschichte der First Nations</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Geschichte der First Nations</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Geschichte der First Nations</b>, der in <a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a> lebenden und nicht ganz zutreffend als <a href="Indianer" title="Indianer">Indianer</a> bezeichneten ethnischen Gruppen, reicht mindestens 12.000 Jahre zurück.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Begriff <a href="First_Nations" title="First Nations">First Nations</a> ist relativ jung<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und bezeichnet die kanadischen <a href="Indigene_V%C3%B6lker" title="Indigene Völker">Ureinwohner</a>, jedoch ohne die <a href="M%C3%A9tis" title="Métis">Métis</a> und die <a href="Inuit" title="Inuit">Inuit</a>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die offizielle Bezeichnung von staatlicher Seite ist <i>Indians</i>, die Selbstbezeichnung der weit über 600 als Stämme bezeichneten Gruppen ist ganz überwiegend <i>First Nation</i>, seltener <i>Nation</i> oder <i>Indian Band</i>.
</p>

<p>Ihre Geschichte ist vor allem in den früheren Phasen durch starke Anpassung an die natürliche Umgebung gekennzeichnet. Dementsprechend werden (nach <a href="Alfred_Kroeber" class="mw-redirect" title="Alfred Kroeber">Alfred Kroeber</a>) in Nordamerika zehn <a href="Nordamerikanische_Kulturareale" title="Nordamerikanische Kulturareale">Kulturareale</a> unterschieden, von denen sich fünf zumindest partiell auf dem Gebiet des heutigen Kanada finden: Die <a href="Subpolare_Zone" class="mw-redirect" title="Subpolare Zone">Subarktis</a>, die Zentral-Kanada bis zur Nordwestküste und zur Küste von <a href="Labrador-Halbinsel" title="Labrador-Halbinsel">Labrador</a> umfasst, die (Nord-)Westküste am <a href="Pazifik" class="mw-redirect" title="Pazifik">Pazifik</a>, dann das Plateau, also vor allem das <a href="Fraser_River" title="Fraser River">Fraser</a>-Plateau, schließlich <a href="Pr%C3%A4rie" title="Prärie">Prärien</a> und <a href="Great_Plains" title="Great Plains">Plains</a>, also die trockenen Graslandschaften östlich der <a href="Rocky_Mountains" title="Rocky Mountains">Rocky Mountains</a>, sowie das nordöstliche Waldland um die <a href="Gro%C3%9Fe_Seen" title="Große Seen">Großen Seen</a> bis nach <a href="Neufundland" title="Neufundland">Neufundland</a>.
</p><p>Die Geschichte der indianisch-europäischen Kontakte setzt im Norden Amerikas mit der Jagd auf <a href="Fischerei" title="Fischerei">Fische</a> und <a href="Walfang" title="Walfang">Wale</a> sowie dem <a href="Pelzhandel_in_Nordamerika" title="Pelzhandel in Nordamerika">Handel mit Pelzen</a> ein. Die sich aus der Ausbeutung der Naturschätze ergebenden Konflikte dauern bis heute an. Anfangs dienten Forts<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Ansiedlungen nur der Sicherung des Handels, daher blieb die Zahl der Siedler gering. Dazu kamen erste Missionsversuche. Auch wenn die <a href="Franz%C3%B6sische_Kolonien" title="Französische Kolonien">französische</a> und <a href="Britische_Kolonien" class="mw-redirect" title="Britische Kolonien">britische</a> <a href="Kolonialismus" title="Kolonialismus">Kolonialpolitik</a> vergleichsweise weniger gewalttätig als die der <a href="USA" class="mw-redirect" title="USA">USA</a> war, so hat sie doch die Kulturen radikal verändert. Das gilt umso mehr für das seit 1867 zunehmend souveräne Kanada, das seit den 1970er Jahren seine Politik der erzwungenen <a href="Assimilation_(Soziologie)" title="Assimilation (Soziologie)">Assimilation</a> und kulturellen Auslöschung aufgibt, um einer Haltung der <a href="Multikulturalit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Multikulturalität">Multikulturalität</a> den Vorrang einzuräumen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung">Abgrenzung</h2></div>
<p>Die Geschichte der First Nations ist für die Phase der europäischen Vorherrschaft und derjenigen Kanadas sinnvoll von derjenigen der USA abzutrennen, weil die beiden Staaten und ihre Gesellschaften ein sehr <a href="Indianerpolitik_der_Vereinigten_Staaten" title="Indianerpolitik der Vereinigten Staaten">unterschiedliches Verhältnis</a> zu ihren <a href="Ureinwohner" class="mw-redirect" title="Ureinwohner">Ureinwohnern</a> entwickelt haben.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Problematisch ist diese Vorgehensweise allerdings für die davor liegenden Epochen, denen man in einem räumlich und zeitlich weiter gefassten Überblick zumindest über die Geschichte der nordamerikanischen „Indianer“ – für diese riesige Gruppe von heute weit über 1200 indigenen Völkern gibt es ansonsten keine übergreifende Bezeichnung – besser gerecht wird. Dabei wird sich eine gewisse räumliche und zeitliche Unschärfe der Abgrenzung nicht vermeiden lassen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einleitender_Überblick"><span id="Einleitender_.C3.9Cberblick"></span>Einleitender Überblick</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Grundzüge_bis_etwa_1500"><span id="Grundz.C3.BCge_bis_etwa_1500"></span>Grundzüge bis etwa 1500</h3></div>
<p><a href="Arch%C3%A4ologie" title="Archäologie">Archäologisch</a> fassbare und häufig bis in die Gegenwart reichende, kulturell zusammenhängende Gruppen wurden häufig als „Völker“ oder „Stämme“ identifiziert, die sich oftmals auf einen gemeinsamen Ahnen zurückführten, einen gemeinsamen Dialekt sprachen, und vor allem als genetisch zusammenhängend verstanden wurden. Sie verband aber vor allem eine gemeinsame Lebensweise, die weniger genetisch bedingt, als durch Handelsnetzwerke, verbindende kosmologische Ansichten, durch Heiratskontakte und damit Austausch kultureller Elemente, aber auch durch Beziehungen der führenden Gruppen aufrechterhalten wurde.
</p><p>Auf dem nordamerikanischen Halbkontinent herrschte von Beginn menschlicher Besiedlung an bis in das 19. Jahrhundert hinein ein ausgeprägter <a href="Nomadismus" title="Nomadismus">Nomadismus</a> vor, der nur im Süden der USA und am <a href="Mississippi_River" title="Mississippi River">Mississippi</a> von <a href="Sesshaftigkeit" title="Sesshaftigkeit">Sesshaftigkeit</a> abgelöst wurde. Dazu kam entlang der Küsten und einiger Binnengewässer eine jährliche Abfolge saisonaler Wanderungen, die Vegetationsphasen und Tierwanderungen folgten. Daher gab es unter den First Nations nie eine Form der, offenbar an Sesshaftigkeit gebundenen, <a href="Theokratie" title="Theokratie">Priesterherrschaft</a>, wie sie für die Hochkulturen <a href="S%C3%BCdamerika" title="Südamerika">Südamerikas</a> und mancher Gegenden der USA nachweisbar ist. Auf dem Gebiet des heutigen Kanada herrschte bei allen Völkern der <a href="Schamanismus" title="Schamanismus">Schamanismus</a> vor, der vor allem durch die Kontaktaufnahme mit <a href="Ahn" class="mw-redirect" title="Ahn">Ahnen</a> oder sonstigen Mächten in psychischen Ausnahmesituationen gekennzeichnet ist.
</p><p><a href="Mythos" title="Mythos">Mythen</a> bestimmten die Weltordnung. So beruhten die indigenen Religionen nicht auf einer <a href="Heilsgeschichte" title="Heilsgeschichte">Heilsgeschichte</a>, sondern auf der Heiligkeit von Orten, <a href="Ritual" title="Ritual">Ritualen</a> oder dazugehörigen Gegenständen, von Wesen, Mächten, Wissen und Geschichten, Tänzen und Musik, die sich im Besitz von Verwandtschaftsgruppen befanden. Religionen waren daher orts- und verwandtschaftsspezifisch und besaßen keinerlei universellen Geltungsanspruch. Außerdem gab es nur eine unscharfe Vorstellung von der Zugehörigkeit eines bestimmten Gebietes zu einem bestimmten <a href="Volksstamm" class="mw-redirect" title="Volksstamm">Stamm</a>, zumal selbst die Vorstellung von festgefügten Stämmen eher von Europäern herangetragen wurde. Stattdessen stand die Verwandtschaft bei weitem im Vordergrund, die bis heute für weiträumige, übergreifende Beziehungen sorgt, so dass ein Individuum Vorfahren aus mehreren „Stämmen“ hatte. Daher dominiert bis heute die Vorstellung kollektiver Rechte (allerdings durch inzwischen lange Übung zunehmend auf den Stamm bezogen) über Individualrechte.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>


<p>Die typischen Hervorbringungen dauerhafter Sesshaftigkeit, auch die Viehzucht, fehlten also weitgehend.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Männer waren wohl schon früh mit der <a href="Jagd" title="Jagd">Jagd</a> assoziiert, Frauen mit dem Sammeln und Pflücken, dem Schneiden und Ausgraben von nahrhaften Pflanzenteilen.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Damit entfiel auch die Notwendigkeit der Bewässerung und der Regulierung von Flussläufen, was größere organisatorische Zusammenballungen unnötig machte. Diese wurden eher von gemeinsamen Ritualen oder Kriegszügen auf begrenzte Dauer ausgelöst. Doch kam es, beispielsweise an den <a href="Gro%C3%9Fe_Seen" title="Große Seen">Großen Seen</a>, zu weiträumigen und dauerhaften Bündnissystemen und Siedlungen.
</p><p>Rudimentäre Anfänge eines Schriftsystems lassen sich zwar zeigen,<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> doch spielten eher symbolbeladene (Kunst-)Werke eine herausragende Rolle. Übergreifende Sprachen entstanden nur in Form von Händlersprachen, wie dem <a href="Chinook_Wawa" title="Chinook Wawa">Chinook</a>, die jedoch nur regional Bedeutung erlangten. In den Plains diente eine Gebärdensprache der Überbrückung der Verständigungsgrenzen zwischen den zahlreichen Sprachen und Dialekten.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das für andere Kulturgebiete so wichtige <a href="Rad" title="Rad">Rad</a> spielte, wie in ganz Amerika, keine erkennbare Rolle. Auch Metallbearbeitung lässt sich nur für <a href="Kupfer" title="Kupfer">Kupfer</a> nachweisen (allerdings schon sehr früh), daher war die seltene Substanz von hohem Wert und als Tauschgut sehr begehrt.
</p><p>Der <a href="Wigwam" class="mw-redirect" title="Wigwam">Wigwam</a> aus einem Gerüst gebogener Äste, das mit Rinde oder geflochtenen Matten bedeckt wird, stellt eine an die Lebensweise angepasste, mobile Behausung der Jäger dar, die leicht zu zerlegen und wieder aufzubauen ist. Ähnliches gilt für das <a href="Tipi" title="Tipi">Tipi</a>, das ledergedeckte Stangenzelt der Bisonjäger der Prärie. Im Winter dauerhaft bewohnte Häuser errichteten die Völker der Nordwestküste aus Holzplanken, im östlichen Waldland vor allem aus Holz und Lehm, gedeckt mit Grasdächern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Europäischer_Einfluss_(16._bis_19._Jahrhundert)"><span id="Europ.C3.A4ischer_Einfluss_.2816._bis_19._Jahrhundert.29"></span>Europäischer Einfluss (16. bis 19. Jahrhundert)</h3></div>
<p>Die <a href="Kolonialismus" title="Kolonialismus">koloniale Phase</a> ab Ende des 15. Jahrhunderts begann zunächst an der Ostküste mit zunehmendem Handel, der bald in gewaltsame Konflikte umschlug, vor allem, wenn Siedler das Land beanspruchten oder wenn Konflikte zwischen den Stämmen auf solche zwischen den europäischen Staaten trafen. Die Folge waren regelrechte Koalitionskriege, mehrfach als Nebenschauplätze europäischer Kriege. Dazu kamen Versuche der Indigenen, den Handelskontakt zu monopolisieren, wobei sich um die Forts immer wieder neue Stämme bildeten, von denen manche den Namen des Forts noch heute tragen. Während der gesamten Epoche kam es immer wieder zu schweren Epidemien (<a href="Pocken" title="Pocken">Pocken</a>, <a href="Masern" title="Masern">Masern</a>, <a href="Influenza" title="Influenza">Grippe</a>, <a href="Tuberkulose" title="Tuberkulose">Tuberkulose</a><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> usw.), gegen die die Indigenen praktisch keine Immunabwehr besaßen. Waren die Indianer erst in eine Abhängigkeit geraten, versuchten die Eroberer, sie in für Siedler ungünstige Gebiete abzudrängen oder – wie in Kanada meistens – sie in Reservate (reserves) zusammenzudrängen und an die eigenen Vorstellungen einer gesitteten Lebensweise anzupassen.
</p><p>In der Hauptsache waren es sieben europäische Mächte, die in dieser Weise auftraten: <a href="Spanien" title="Spanien">Spanien</a> (1769 bis 1810 an der Westküste), <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a> (etwa 1604–1763), <a href="England" title="England">England</a> bzw. <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Großbritannien</a> (1607–1867 bzw. 1931) und <a href="Russisches_Kaiserreich" title="Russisches Kaiserreich">Russland</a> (1741–1867, v. a. <a href="Alaska" title="Alaska">Alaska</a>), in geringerem Ausmaß die <a href="Niederlande" title="Niederlande">Niederlande</a> (1624–1664 um <a href="New_York_City" title="New York City">New York</a> bzw. <a href="Nieuw_Amsterdam" title="Nieuw Amsterdam">Nieuw Amsterdam</a>), <a href="Schweden" title="Schweden">Schweden</a> (1638–1655 am <a href="Delaware_River" title="Delaware River">Delaware</a>) und – in <a href="Gr%C3%B6nland" title="Grönland">Grönland</a> – <a href="D%C3%A4nemark" title="Dänemark">Dänemark</a> (ab 1721). Letztlich entlud sich der Konflikt zwischen Franzosen und Briten im Rahmen des <a href="Siebenj%C3%A4hriger_Krieg_in_Nordamerika" title="Siebenjähriger Krieg in Nordamerika">Siebenjährigen Krieges</a>, während mögliche Konflikte der Kolonialmächte an der Westküste untereinander mit dem Verkauf von <a href="Fort_Ross" title="Fort Ross">Fort Ross</a> 1841 und <a href="Alaska_Purchase" class="mw-redirect" title="Alaska Purchase">Alaska 1867</a> auf dem Verhandlungswege entschärft wurden, ebenso wie der „Beinahe-Krieg“ Großbritanniens mit Spanien (1789–1794).
</p><p>Eine Sonderrolle spielten die USA, die 1803 <a href="Louisiana" title="Louisiana">Louisiana</a> erwarben (<a href="Louisiana_Purchase" class="mw-redirect" title="Louisiana Purchase">Louisiana Purchase</a>), und sich 1812 bis 1814 einen Krieg mit den Briten und Franzosen sowie ihren indianischen Verbündeten in Kanada lieferten (<a href="Britisch-Amerikanischer_Krieg" title="Britisch-Amerikanischer Krieg">Britisch-Amerikanischer Krieg</a>). Dabei etablierte sich eine erste Grenzziehung, die jenseits der Großen Seen ab 1846 entlang des 49. Breitengrads den Kontinent zerschnitt (<a href="Oregon-Kompromiss" title="Oregon-Kompromiss">Oregon-Kompromiss</a>). Schon im spanisch-britischen Konflikt an der Pazifikküste hatten die USA eine gewisse Rolle gespielt. Im Norden trennte zudem der Erwerb des russischen Alaska durch die USA im Jahr 1867 die Zonen sehr unterschiedlicher Indianerpolitik voneinander ab.
</p><p>Während die französische Kolonialpolitik vor allem von Handelsinteressen dominiert war und die Siedlung eher der Ausbildung von Handelsdrehscheiben diente, war die der Briten anfangs eher von Siedlungsinteressen und religiösen Auseinandersetzungen zwischen protestantischen Machtgruppen gekennzeichnet.
</p><p>In Kanada spielte im Gegensatz zu den USA die Landnahme durch Siedler eine geringe Rolle, sieht man einmal von den wenigen Ballungsräumen ab. So übernahm im Norden und Westen die Krone die administrative Kontrolle der indigenen Völker durch die monopolistische <a href="Hudson%E2%80%99s_Bay_Company" title="Hudson’s Bay Company">Hudson’s Bay Company</a>, deren Geschäftsinteressen ein friedlicheres Einvernehmen mit und zwischen den Indianern nahelegten. Erst die Zuwanderung zahlreicher Goldsucher (vor allem aus den USA) veranlasste Großbritannien, als Gegengewicht eine eigene Zuwanderung zu fördern. Einheirat in indigene Gemeinschaften schuf dabei bei <a href="Matrilokalit%C3%A4t" title="Matrilokalität">matrilokalen</a> Ethnien, also bei Gruppen, bei denen das Paar am Wohnort der Frau lebte, neue Führungsschichten innerhalb dieser Stämme, die dennoch Zugang zur Welt der „Weißen“ hatten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kanada,_Assimilationsversuche"><span id="Kanada.2C_Assimilationsversuche"></span>Kanada, Assimilationsversuche</h3></div>
<p>Im ehemals französischen Gebiet dominiert bis heute die <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französische Sprache</a>, die zudem eigene Mischsprachen wie bei den <a href="Innu" title="Innu">Innu</a> (Montagnais-Naskapi-Indianer) <a href="Labrador_(Kanada)" title="Labrador (Kanada)">Labradors</a> hervorgebracht hat. Die dortigen Indianer sprechen sie (häufig neben Englisch) und sind zudem meist <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche" title="Römisch-katholische Kirche">katholisch</a>. Weiter im Westen hängt es von zahllosen Zufällen ab, welches Bekenntnis durch die Missionare durchgesetzt wurde. Daneben entstanden <a href="Eklektizismus" title="Eklektizismus">eklektische</a> Formen, die mitunter zum Mittel des Widerstands wurden. Sonderformen gibt es bis heute, die aber ein ausgesprochen regionales Substrat gewissermaßen nur überlagert haben und häufig als eine Wiedererweckung der traditionellen <a href="Spiritualit%C3%A4t" title="Spiritualität">Spiritualität</a> auftreten.
</p><p>Der Phase der Missionierung und Einweisung in Reservate (bis ca. 1840 bzw. 1880) – im Gegensatz zu den USA gab es aber wohl nie Forderungen, die Indigenen auch physisch zu vernichten – folgte eine mehrere Generationen umfassende Epoche, in der durch ökonomische <a href="Marginalisierung" title="Marginalisierung">Marginalisierung</a>, gewaltsam durchgesetzte Verbote zentraler Elemente der Kultur und schließlich durch Zwangseinweisung aller Kinder in eigens dafür eingerichtete, internatartige Schulen (vgl. <a href="Residential_Schools_(Kanada)" class="mw-redirect" title="Residential Schools (Kanada)">Residential Schools</a>), die gesamte Kultur ausgelöscht werden sollte.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die letzten Versuche endeten in den 1980er Jahren. Ob die überwiegend noch laufenden Verhandlungen um Verträge zwischen Kanada bzw. den <a href="Provinzen_und_Territorien_Kanadas" title="Provinzen und Territorien Kanadas">Provinzen</a> und den Stämmen letztlich nur ein weiterer Schritt zur Auflösung der eigenständigen Identität sein werden, oder diese im Gegenteil stützen, ist noch nicht absehbar.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Die <a href="Assimilation_(Soziologie)" title="Assimilation (Soziologie)">Assimilation</a> der Ureinwohner ist weit vorangeschritten. Die meisten beherrschen ihre ursprüngliche Sprache nicht mehr, und viele Sprachen werden nur noch von wenigen Menschen gesprochen. Viele Ureinwohner wohnen in Städten und haben den Zugang zu ihrer Kultur mehr oder weniger verloren.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dennoch gibt es starke Bemühungen um wirtschaftliche Erholung gepaart mit Ansätzen zur Neubelebung – vor allem in den Reservaten, in denen noch immer auf ein enormes kulturelles Wissen zurückgegriffen werden kann. Sprache und Rituale werden wieder gepflegt, in einigen Stämmen wird die Wiederherstellung der eigenen Gesellschaftssysteme thematisiert und die Forderung nach Selbstregierung, sowie freiem, nur an Traditionen gebundenen Zugriff auf die Ressourcen der natürlichen Umgebung erhoben. Zudem gibt es Ansätze, mit allen indigenen Völkern, die sich durch die Kolonialepoche in einer ähnlichen Situation befinden, Kontakt aufzunehmen. Gegen den Widerstand der kanadischen Regierung, aber auch derjenigen der USA, <a href="Australien" title="Australien">Australiens</a> und <a href="Neuseeland" title="Neuseeland">Neuseelands</a>, verabschiedete die <a href="UNO" class="mw-redirect" title="UNO">UNO</a> am 13. September 2007 die <a href="Deklaration_der_Rechte_indigener_V%C3%B6lker" title="Deklaration der Rechte indigener Völker">Deklaration der Rechte indigener Völker</a>, in der nicht nur die Beseitigung jeder Benachteiligung indigener Völker sowie das Recht auf Mitsprache in sie betreffenden Angelegenheiten gefordert wird, sondern auch das Recht „anders zu bleiben“ <i>(to remain distinct)</i>.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 19./20. Februar 2008 veranstalteten die AFN und der <i>British Columbia First Nations Leadership Council</i> im <i>Chief Joe Mathias Centre</i> bei der <a href="Squamish" title="Squamish">Squamish</a> First Nation in <a href="North_Vancouver" title="North Vancouver">North Vancouver</a> ein Symposium mit dem Titel „Implementing The United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples“ (Die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker umsetzen). Die <a href="29._Kanadisches_Kabinett" title="29. Kanadisches Kabinett">Regierung Justin Trudeau</a> hat im Mai 2016 mitgeteilt, dass sie die Deklaration mit sofortiger Wirkung unterzeichnet; ihre Inhalte sollen in die Verfassung des Landes aufgenommen werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Eigenständige_Entwicklung"><span id="Eigenst.C3.A4ndige_Entwicklung"></span>Eigenständige Entwicklung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Von_den_ersten_Spuren_bis_zur_archaischen_Phase">Von den ersten Spuren bis zur archaischen Phase</h3></div>
<p>Die ältesten Spuren menschlichen Lebens im Norden des Kontinents finden sich in <a href="Alaska" title="Alaska">Alaska</a>. Sie reichen rund 12.000 bis 14.000&nbsp;Jahre zurück und stehen kulturell in Beziehung zu nordostasiatischen <a href="Kultur_(Arch%C3%A4ologie)" title="Kultur (Archäologie)">Kulturen</a>. Die mehr als zehn Jahrtausende anhaltende Kaltphase davor erlaubte wohl keinen Aufenthalt. Außerdem dürfte der riesige Eisblock, der Alaska und den Yukon nach Süden abriegelte, die Ausbreitung der Bewohner in diese Richtung verhindert haben. Zudem lässt sich nachweisen, dass der so genannte eisfreie Korridor zwischen <a href="Rocky_Mountains" title="Rocky Mountains">Rocky Mountains</a> und <a href="Hudson_Bay" title="Hudson Bay">Hudson Bay</a> erst um 13.000 v. Chr. nach und nach von Süden nach Norden entstand.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Genetische Untersuchungen scheinen einerseits eine Abstammung aller indianischen Völker aus einer Wurzel zu belegen, andererseits, dass sie sich entlang der Küste relativ schnell ausgebreitet haben, und erst von dort ins Binnenland gewandert sind.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies untermauern klimageschichtliche Untersuchungen.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Andere Untersuchungen deuten eher darauf hin, dass die Besiedlung des Kontinents annähernd gleichzeitig von zwei unterschiedlichen Gruppen von <a href="Beringia" title="Beringia">Beringia</a> her erfolgte, die zwischen 15.000 und 13.000 v. Chr. stattfand. Die Autoren vermuten, dass eine Gruppe der Westküstenroute folgte, die andere dem eisfreien Korridor.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Genetische Untersuchungen an 92 Individuen aus der Zeit vor 8600 bis 500 Jahren in Südamerika und <a href="Mexiko" title="Mexiko">Mexiko</a> belegten 2016, dass die Küstengruppe sich ab 14.000 v. Chr. binnen 1400 Jahren bis nach <a href="Chile" title="Chile">Chile</a> ausbreitete. Außerdem ließ sich zeigen, dass die Vorfahren der Zuwanderer den Kontakt zur sibirischen Bevölkerung zwischen 23.000 und 16.400 v. Chr. verloren.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einige der ältesten Artefakte wurden im <a href="Yukon_(Territorium)" title="Yukon (Territorium)">Yukon</a>-Gebiet entdeckt, in den beiden <a href="Bluefish-H%C3%B6hlen" title="Bluefish-Höhlen">Bluefish-Höhlen</a>.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese frühe arktische Kultur – je nach Schwerpunktsetzung als Sibirisch-amerikanische paläo-arktische Tradition, als <i><a href="Beringia" title="Beringia">Beringian</a> tradition</i> oder als <i>Denali complex</i> bezeichnet – war mehrere Jahrtausende isoliert und breitete sich erst unter günstigeren Bedingungen an der Küste entlang weiter südwärts aus, möglicherweise auch entlang des <a href="Yukon_River" title="Yukon River">Yukon</a>, wohl entlang der besagten eisfreien Zone. In der <a href="Charlie_Lake_Cave" title="Charlie Lake Cave">Charlie Lake Cave</a>, einer Höhle nahe <a href="Fort_St._John" title="Fort St. John">Fort St. John</a> im Norden <a href="British_Columbia" title="British Columbia">British Columbias</a> fanden sich Werkzeuge aus der Zeit ab etwa 10.500 v. Chr. Zu dieser Zeit wanderten von Süden <a href="Bison" class="mw-redirect" title="Bison">Bisonherden</a> (<i>B. bison antiquus</i>) in das entstehende Grasland ein, mit ihnen Jäger, die Speerspitzen vom <a href="Clovis-Kultur" title="Clovis-Kultur">Clovis</a>-Typ verwendeten, die etwa denen vom Indian Creek oder von Mill Iron in <a href="Montana" title="Montana">Montana</a> ähneln. Diese Funde legen eine Süd-Nord-Wanderung nahe.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Charlie-Lake-Höhle fanden sich zudem zwei beerdigte Raben – einer mit Beigaben –, die vor 9000 bzw. 10.000 Jahren beigesetzt wurden.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch an den Vermilion Lakes bei <a href="Banff_(Alberta)" title="Banff (Alberta)">Banff</a> im oberen <a href="Bow_River" title="Bow River">Bow Valley</a> (8900 v. Chr.) und an der Niska Site – mit <i>site</i> werden <a href="Fundort" title="Fundort">Fundstätten</a> bezeichnet – im südwestlichen <a href="Saskatchewan" title="Saskatchewan">Saskatchewan</a> (8000 bis 9000 v. Chr.) fanden sich vorarchaische, auch <a href="Pal%C3%A4o-Indianer" class="mw-redirect" title="Paläo-Indianer">paläo-indianisch</a> genannte Überreste. Ähnlich alte Funde konnten in <a href="Qu%C3%A9bec" title="Québec">Québec</a> erst 2003 gemacht werden<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, in <a href="Nova_Scotia" title="Nova Scotia">Neuschottland</a> 1996 <a href="Debert_(arch%C3%A4ologischer_Fundplatz)" title="Debert (archäologischer Fundplatz)">bei Debert</a><sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Die ältesten menschlichen Überreste im Norden wurden 1996 entdeckt und auf ca. 7800 v. Chr. datiert. Sie stammen aus der drei Jahre zuvor entdeckten <i><a href="On_Your_Knees_Cave" title="On Your Knees Cave">On Your Knees Cave</a></i> auf <a href="Prince-of-Wales-Insel_(Alaska)" title="Prince-of-Wales-Insel (Alaska)">Prince of Wales Island</a>.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Die Zeit nach dieser Frühphase wird häufig als <i><a href="Archaische_Periode_(Amerika)" title="Archaische Periode (Amerika)">archaische Phase</a></i> bezeichnet und in zwei Abschnitte geteilt. Dies sind die <i>frühe</i> (ca. 8000 bis 6000 v. Chr.) und die <i>mittlere archaische Phase</i> (ca. 6000 bis 4000 v. Chr.). Danach unterscheidet man <i>archaische</i> im Westen und <i>Plano-Phase</i> im Osten. Dazu gehören Kulturen am <a href="Ohio_River" title="Ohio River">Ohio</a>, um <a href="Niagara_River" title="Niagara River">Niagara</a> und in Süd-<a href="Ontario" title="Ontario">Ontario</a>. Die Zahl der Funde ist jedoch gering, da die Landschaft immer noch starken Veränderungen unterworfen war, was kulturelle Relikte meist zerstörte. Vermutlich folgten die Plano-Leute <a href="Ren" title="Ren">Karibu</a>-Herden ostwärts, immer an der Vereisungsgrenze entlang. Ohne sie war im Nordwesten kein menschliches Leben möglich.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Os_(Landschaft)" title="Os (Landschaft)">Esker</a> boten hier mitunter vorzügliche Wege durch die unwegsame Landschaft. Um 7500 v. Chr. erreichten auch Archaic-Leute aus dem Westen das südliche Ontario. Dort fanden sich <a href="Speerschleuder" title="Speerschleuder">Speerschleudern</a>, eine technologische Neuerung, die vermutlich um 8000 v. Chr. in den südlichen USA ihren Ausgang nahm.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine <a href="Projektilspitze" title="Projektilspitze">Projektilspitze</a> aus <a href="Neuengland" title="Neuengland">Neuengland</a> wird auf 6000 bis 5000 v. Chr. datiert. Sie gehört wohl der gleichen Kultur an, wie die in <a href="Vermont" title="Vermont">Vermont</a> (John's Bridge Site, ca. 6000 v. Chr.), wo bereits Bohrer und vor allem Hausspuren auftauchten. Dabei sind die küstennahen Kulturen archäologisch nicht leicht abzugrenzen. Schwerpunkte waren der untere <a href="Sankt-Lorenz-Strom" title="Sankt-Lorenz-Strom">Sankt-Lorenz-Strom</a> und die <a href="Gro%C3%9Fe_Seen" title="Große Seen">Großen Seen</a>. Die ersten größeren Monumente stellen Grabhügel dar, die <i><a href="Mound" title="Mound">Burial Mounds</a></i>.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Offenbar hatte sich eine mehr oder minder gefestigte Hierarchie innerhalb dieser Gesellschaften entlang des <a href="Eriesee" title="Eriesee">Eriesees</a>, am südlichen <a href="Huronsee" title="Huronsee">Huronsee</a>, am <a href="Ontariosee" title="Ontariosee">Ontariosee</a> sowie am Sankt-Lorenz-Strom oberhalb des heutigen <a href="Qu%C3%A9bec_(Stadt)" title="Québec (Stadt)">Québec</a> entwickelt. Ob es sich hierbei um eine zusammenhängende Kulturregion handelte (auch <i>Proto-Laurentian</i> genannt), kann nur vermutet werden. Ihre <a href="Artefakt_(Arch%C3%A4ologie)" title="Artefakt (Archäologie)">Artefakte</a> reichen von etwa 5500 v. Chr. bis 1000 v. Chr.
</p><p>Deutlich unterscheidbar und einer ganz anderen Umgebung ausgesetzt war die Gruppe der Plano-Kulturen, deren Name sich von den <a href="Great_Plains" title="Great Plains">Great Plains</a> ableitet. Der Name ist zu eng gefasst, denn die Kulturen umfassen den riesigen Raum zwischen den küstenfernen Gebieten <a href="British_Columbia" title="British Columbia">British Columbias</a> und den <a href="Nordwest-Territorien" title="Nordwest-Territorien">Nordwest-Territorien</a> sowie dem <a href="Golf_von_Mexiko" title="Golf von Mexiko">Golf von Mexiko</a>. Kurz vor 8000 v. Chr. zeigt sich ein Wechsel im Waffensystem, der für diese Kulturen kennzeichnend ist. Die Spitzen der Projektile werden nicht mehr in gespaltene Schäfte eingespannt, sondern in den Schaft eingetieft. Es war zugleich die Phase, in der ausgedehnte Wälder partiell Graslandschaften wichen. Das Rohmaterial einiger Steinwerkzeuge und -waffen stammte aus weit im Süden gelegenen Gebieten.
</p><p>Die frühen Plano-Kulturen umfassten das Gebiet zwischen dem <a href="North_Saskatchewan_River" title="North Saskatchewan River">North Saskatchewan River</a> und dem Fuß der <a href="Rocky_Mountains" title="Rocky Mountains">Rocky Mountains</a>, bis hinein nach <a href="British_Columbia" title="British Columbia">British Columbia</a> zum <a href="Peace_River" title="Peace River">Peace River</a>. <a href="Manitoba" title="Manitoba">Manitoba</a> lag immer noch unter einem riesigen Eissee, doch entwickelten sich erste, <a href="Siedlungskammer" class="mw-redirect" title="Siedlungskammer">Siedlungskammern</a> ähnliche <i>Refugia</i> und bewohnbare Erhebungen, die über die Eisgrenze hinausragten (Nunatuks bzw. <a href="Nunatak" title="Nunatak">Nunataker</a>), wie etwa in Süd-<a href="Alberta" title="Alberta">Alberta</a> <i>(Agate Basin culture)</i>. In einer dieser <i>Refugia</i> fand man südlich von <a href="Calgary" title="Calgary">Calgary</a> im Jahr 2001 kleine Pferde, die offenbar um 8000 v. Chr. gejagt wurden.
</p><p>Über einen schmalen Korridor südlich der Eisgrenze gelangten neue Techniken nach Westen. Erst später teilte sich der riesige Kulturraum erkennbar in zwei Großräume auf, die <i>Frühe Shield-</i> und die <i>Frühe Plains-Kultur</i>. Am South Fowl Lake an der Grenze zwischen Ontario und <a href="Minnesota" title="Minnesota">Minnesota</a> wurden Kupferfunde gemacht, die auf eine Metallbearbeitung bereits um 4800 v. Chr. hindeuten. Reichere Funde bietet erst die <i>Mittlere Shield-Kultur</i> (4000 bis 1000 v. Chr.).
</p><p>Im Westen wurde die wohl mindestens bis 9000 v. Chr. zurückreichende Besiedlung durch die <i>Frühe Plateaukultur</i> überlagert. Dabei ist umstritten, ob es sich um eine Einwanderung über den <a href="Fraser_River" title="Fraser River">Fraser River</a> handelte oder aus dem Landesinnern – ein Leichnam vom Gore Creek, etwa 8500 Jahre alt, deutet darauf hin. Die mögliche Zuwanderung von der Küste dürfte um 4250 v. Chr. eingesetzt haben. Es scheint aber keinen Zusammenhang mit den anwachsenden Lachswanderungen an der Westküste zu geben.
</p>

<p>Die Küstenkulturen (<i>Southwestern</i> und <i>Northwestern Coastal culture</i>) an der Westküste lassen sich mindestens bis 8000 v. Chr. nachweisen. Dabei ist unklar, aus welcher Richtung die Besiedlung erfolgte, wobei sie auch durchaus aus einer gemeinsamen Wurzel stammen könnten. Die <a href="Linguistik" class="mw-redirect" title="Linguistik">Linguistik</a> tendiert eher zu einer Einwanderung aus dem Norden. Schon der älteste Fund auf <a href="Vancouver_Island" title="Vancouver Island">Vancouver Island</a>, die <i><a href="Bear_Cove" title="Bear Cove">Bear Cove</a></i>, weist eine sehr starke Orientierung auf die Jagd von Meeressäugern wie <a href="Delfine" title="Delfine">Delfine</a> und <a href="Robben" title="Robben">Robben</a> hin.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auffällig ist die Aufteilung in eher meerwärts orientierte Gruppen mit hochseetauglichen Fahrzeugen, und solche, die sich auf die relativ bequeme Jagd auf <a href="Lachse" title="Lachse">Lachse</a> verlegten. Viele küstennahe Überreste wurden jedoch vom Meer verschlungen, das seit 6000 v. Chr. um 10 bis 15&nbsp;m angestiegen ist. Diese Überschwemmung von Siedlungskammern dürfte den Druck erhöht haben, ins Binnenland abzuwandern. Dabei nahm die Nordwestküste eine etwas andere Entwicklung. Auch hier hat der ansteigende Meeresspiegel Spuren zerstört, abgesehen von <a href="Haida_Gwaii" title="Haida Gwaii">Haida Gwaii</a>. Diese Inselgruppe wurde spätestens um 7500 v. Chr. besiedelt, und trägt mit den <a href="Haida_(Volk)" title="Haida (Volk)">Haida</a> eine der ältesten ortskonstanten Bevölkerungen der Welt. Noch ältere Siedlungsspuren weist das ostwärts nahe der Küste gelegene <a href="Dundas_Island" title="Dundas Island">Dundas Island</a> mit der Fundstätte <a href="Far_West_Point" title="Far West Point">Far West Point</a> auf, das datierte Funde von 9690 ± 30 <a href="Before_Present" title="Before Present">BP</a> aufweist, und damit die ältesten an der britisch-kolumbianischen Küste.
</p><p>Der älteste nachweisbare Handel, der mit <a href="Obsidian" title="Obsidian">Obsidian</a>, reicht über 10.000 Jahre zurück und basierte auf einer Lagerstätte am <a href="Mount_Edziza" title="Mount Edziza">Mount Edziza</a> (2787&nbsp;m) in Nord-British-Columbia.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Nordwesten ist die Fundlage so widersprüchlich, dass bisher alle Ansätze, verschiedene Kulturen zu bestimmen, gescheitert sind. Der äußerste Norden einschließlich <a href="Gr%C3%B6nland" title="Grönland">Grönland</a> ist erst um 2500 v. Chr. punktuell besiedelt worden, der Norden Ontarios erst um 2000 v. Chr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Von_etwa_4000_bis_1000_v._Chr.">Von etwa 4000 bis 1000 v. Chr.</h3></div>
<p>Ab 2500 v. Chr. lassen sich im Westen Siedlungen anhand zahlreicher <a href="K%C3%B8kkenm%C3%B8ddinger" class="mw-redirect" title="Køkkenmøddinger">Muschelhügel</a> (<i>shell middens</i>) nachweisen, dazu erste Anzeichen einer sozialen Differenzierung. Siedlungsspuren weisen auf Hausverbände hin, die sich saisonal zur Jagd zu stammesartigen Gruppen verbanden. In den Plains lassen sich Häuser und Dörfer fassen. Anscheinend wurde die Jagd mit <a href="Bogenschie%C3%9Fen" title="Bogenschießen">Pfeil und Bogen</a> aus Asien kommend im Norden verbreitet. Sie nahm ihren Weg zügig von Nordwesten, wo sie lange verharrte, bis an die Ostküste, um dann in einem Bogen den äußersten Westen zu erreichen.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Begräbnisstätten finden sich auch an der Ostküste, wie etwa ein Friedhof im Nordwesten Neufundlands (Port au Choix), der zwischen 2400 und 1300 v. Chr. in Gebrauch war und 56 Tote barg. Die dortigen Grabhügel stellen die frühesten Monumentalbauwerke Kanadas dar. Die dieser Kultur zugerechneten Gruppen werden als <i>Maritime Archaic People</i> (dabei wird eine frühe – 6000 bis 4000 v. – und eine mittlere Periode – 4000 bis 1000 v. Chr. unterschieden) bzw. als <i>Red Paint People</i> bezeichnet, was auf den Gebrauch roten <a href="Ocker" title="Ocker">Ockers</a> zurückgeht. Zwischen 2000 und 1500 v. Chr. kühlte <a href="Labrador-Halbinsel" title="Labrador-Halbinsel">Labrador</a> erheblich ab, wovon die nördlichen Küstenkulturen im heutigen Kanada stark betroffen waren. Die vor 4000 v. Chr. in Zentrallabrador ansässigen Gruppen räumten das Gebiet. Um 2250 v. Chr. zogen <a href="Inuit-Kultur" title="Inuit-Kultur">Inuit</a>, die um 3000 v. Chr. aus Asien kommend Nordamerika erreicht hatten, bis in diese Gegenden südwärts, und auch Jäger aus dem Inland erreichten die Küsten. Das Gebiet nördlich des Sankt-Lorenz-Stroms scheint aufgegeben worden zu sein. Um 2000 bis 1700 v. Chr. scheinen zudem Völker aus dem Süden bis <a href="New_Brunswick" title="New Brunswick">Neubraunschweig</a> nordwärts gezogen zu sein (<i>Susquehanna Archaic People</i>), doch vielleicht wurden hier auch nur Techniken nordwärts weitergereicht.
</p><p>An den Großen Seen stiegen die Wasserspiegel, die Bedingungen für die Fische verbesserten sich. Dort lassen sich nun <a href="Haushund" title="Haushund">Hunde</a> nachweisen, die beerdigt wurden, wie beispielsweise ein Fund am <a href="Huronsee" title="Huronsee">Huronsee</a> zeigt.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <i>Middle Great Lakes-St. Lawrence-Kultur</i> (oder <i>Laurentian Archaic</i>) hatte ihr Zentrum um das Gebiet des heutigen Québec und in Ontario, und reichte bis 4000, vielleicht bis etwa 5500 v. Chr. zurück. Das <a href="Ottawa_River" class="mw-redirect" title="Ottawa River">Ottawa</a>-Tal gilt als ein Zentrum der Kupferproduktion, ein Metall, das für Pfeilspitzen, Ahlen usw. gebräuchlich war. Offenbar wurden auch heilige Plätze, zunächst wohl Beerdigungsstellen, gepflegt, Verbrennung ist nachweisbar. <a href="Parodontose" class="mw-redirect" title="Parodontose">Parodontose</a>, <a href="Arthritis" title="Arthritis">Arthritis</a> bei den Älteren und Knochenbrüche waren die häufigsten Erkrankungen. Wahrscheinlich drangen Völker von Süden her vor, doch ist das <i>Laurentian</i>, ähnlich wie der <i>Middle Archaic complex</i> archäologisch anfangs schwer zu fassen. Hier ist etwa ein halbmondförmiges Messer, das <i>Ulu</i>, kennzeichnend. Dichtere Bevölkerung und komplexere Kulturen bewirken jedoch eine Zunahme von Funden und eine größere Eindeutigkeit der Zuordnung. Andererseits wird die Region landwirtschaftlich genutzt, so dass zahlreiche Funde, die aus gepflügter Erde stammen, nicht zeitlich zuzuordnen sind, wie etwa um die <a href="Niagaraf%C3%A4lle" title="Niagarafälle">Niagarafälle</a>.
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<p>Die Kulturen des <a href="Kanadischer_Schild" title="Kanadischer Schild">kanadischen Schilds</a> entwickelten sich erst um 6000 v. Chr. aus den Plano-Kulturen des südwestlichen Keewatin-Distrikts und des Ostens von Manitoba, mit einem folgenden Expansionsvorgang, der rund vier Jahrtausende andauerte. Die <a href="Cree" title="Cree">Cree</a>, <a href="Ojibwa" class="mw-redirect" title="Ojibwa">Ojibwa</a>, <a href="Algonkin" title="Algonkin">Algonkin</a>, <a href="Innu" title="Innu">Innu</a> und <a href="Beothuk" title="Beothuk">Beothuk</a>, die in den frühen europäischen Schriftquellen fassbar sind, gehen wohl auf diese Gruppen der <i>Shield-Kultur</i> zurück. Um 2000 v. Chr. bestanden hier bereits komplexe Begräbnisrituale mit kupfernen Beigaben, Werkzeugen und Ocker, Handelsbeziehungen reichten bis nach Dakota. Da die Siedlungen nicht von großer Kontinuität waren, sind Fundschichtungen sehr selten. Erkennbar sind dennoch jahreszeitliche Wanderzyklen von jahrtausendelanger Kontinuität.
</p><p>Die Plainskulturen sind schwer fassbar und so muss man sich auf Waffentypen beziehen. Doch sind deren Aussagemöglichkeiten oftmals vage. Änderungen in den Projektilspitzen weisen möglicherweise auf Verdrängung der Wälder durch Graslandschaften und entsprechende Beutetiere hin. An der Cactus Flower-Ausgrabungsstätte in <a href="Alberta" title="Alberta">Alberta</a> fand sich eine röhrenförmige Pfeife, die ca. 4700&nbsp;Jahre alt ist. Zahlreiche Pfeilspitzen stammen aus Chalzedonstätten am Knife River in <a href="North_Dakota" title="North Dakota">North Dakota</a>. Insgesamt lassen sich zwischen etwa 6000 v. Chr. und der Zeitenwende in ihrer Gesamtheit fünf gravierende Veränderungen konstatieren: Die Trockenphasen wurden milder, die noch heute existierende Bisonart setzte sich durch, Hunde wurden als Trage- und Zugtiere eingesetzt und erhöhten damit die Mobilität, das Tipi setzte sich durch, und schließlich gestattete die Kochtechnik mit heißen Steinen die Herstellung von Pemmikan, was wiederum das Überdauern von Mangelphasen erleichterte.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <i>Mittlere Plateau-Kultur</i> zwischen Rocky Mountains und pazifischem Küstengebirge entwickelte um 2500 v. Chr. das so genannte <i><a href="Grubenhaus" title="Grubenhaus">Pit House</a></i>, das teilweise in die Erde eingegraben wurde. Zugleich basierte die Ernährung zunehmend auf Lachs, wenn auch die gesamte Bandbreite von Muscheln bis <a href="Skunks" title="Skunks">Skunks</a> nicht verschmäht wurde. Die heutigen <a href="Salish-Sprachen" title="Salish-Sprachen">Salish</a>-Stämme lassen sich mit dieser Kultur eng in Verbindung bringen. Ausnahmen in diesem Gebiet sind die Nicola als <a href="Eyak_(Sprache)" title="Eyak (Sprache)">Eyak</a>-<a href="Athapaskische_Sprachen" title="Athapaskische Sprachen">Athapaskisch</a>-Sprecher und die <a href="Kootenay" class="mw-redirect" title="Kootenay">Kootenay</a>. Als wichtigste kulturelle Veränderung gilt der Übergang von der Nichtsesshaftigkeit zu einer Halbsesshaftigkeit mit festen Winterdörfern und sommerlichen Wanderzyklen, entsprechend den Jagd- und Sammelerfordernissen, sowie dem Besuchen von Orten mit hoher ritueller Relevanz um 2000&nbsp;v.&nbsp;Chr.
</p><p>Eine ähnliche Entwicklung vollzog sich an der Westküste, deren Kulturen sich zunehmend regional differenzierten (vgl. <a href="K%C3%BCsten-Salish" title="Küsten-Salish">Küsten-Salish</a>).<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Gesellschaftshierarchie prägte sich deutlicher aus, einige Gruppen hatten besseren Zugriff auf Ressourcen, Reichtum wurde angehäuft und der Handel nahm zu. Lachs, Kerzenfisch und Schalentiere wurden zu den wichtigsten Lebensmitteln, dementsprechend tauchen zahlreiche als <i>shell middens</i> bezeichnete Hügel auf, in denen auch weniger dauerhafte Artefakte überdauerten. Gegen Ende der Epoche lassen sich erstmals Plankenhäuser nachweisen. Die Salish waren jedoch nicht nur Jäger und Sammler, sondern spätestens seit 1600 v. Chr. auch Bauern – wie man von den <a href="Katzie" title="Katzie">Katzie</a> seit 2007 weiß.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Gegensatz dazu hielt sich am <a href="Yukon_River" title="Yukon River">Yukon</a> und am <a href="Mackenzie_(Kanada)" class="mw-redirect" title="Mackenzie (Kanada)">Mackenzie</a> mit ihren riesigen Einzugsgebieten eine Kultur weiträumiger Jagd mit extremer Beweglichkeit kleiner Gruppen. Daher ist die archäologische Quellenlage sehr dünn. Die häufig zu findende Mutmaßung über Invasoren aus den Plains um 4000 v. Chr. lässt sich wohl leichter mit dem Vordringen der Speerschleuder <i>(Atlatl)</i> erklären, die andere Projektilspitzen erforderte. Zwischen 5000 und 2000 v. Chr. gab es eine Südwanderung der Inuitkulturen. Auf die regionale Kultur gehen wohl die <a href="Athabasken" title="Athabasken">Athabasken</a>-Sprachen zurück.
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bis_zu_den_ersten_Kontakten_mit_Europäern_(um_1500)"><span id="Bis_zu_den_ersten_Kontakten_mit_Europ.C3.A4ern_.28um_1500.29"></span>Bis zu den ersten Kontakten mit Europäern (um 1500)</h3></div>
<p>Die drei auffälligsten Veränderungen in der Zeit ab etwa 1000 v. Chr. sind die klimatische Stabilisierung etwa auf dem heutigen Niveau sowie die Einführung zweier neuer Techniken. Die eine, die Herstellung von Tongefäßen, erreichte das Gebiet des heutigen Kanada wohl auf dem langen Weg von Südamerika über <a href="Florida" title="Florida">Florida</a>. Die andere, Pfeil und Bogen, kam aus Europa oder Asien und wurde wohl erstmals von Paläo-Eskimos eingesetzt. Durch das Aufkommen dieser beiden Techniken bestehen zudem andere Möglichkeiten, aus archäologischen Funden Erkenntnisse über diese Zeit zu gewinnen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Der_Osten:_Woodland-Perioden">Der Osten: Woodland-Perioden</h4></div>


<p>Die ethnischen Gruppen, die hinter den Artefakten der jüngeren Kulturphasen standen, dürften die Vorfahren der heutigen <a href="Mi'kmaq" class="mw-redirect" title="Mi'kmaq">Mi'kmaq</a>, <a href="Maliseet" title="Maliseet">Maliseet</a> (in Kanada <a href="Welastekw%C3%ADyek" class="mw-redirect" title="Welastekwíyek">Welastekwíyek</a>, Leute vom Sankt-Lorenz-Strom) und <a href="Passamaquoddy" title="Passamaquoddy">Passamaquoddy</a> (die in Kanada nicht als First Nation anerkannt werden) sein. Aus archäologischer Perspektive liefern zahlreiche Keramikgefäße bereits aus der Zeit vor 500 v. Chr. einen erheblichen Zuwachs an Merkmalen und Funden. Damit endet an der Ostküste die archaische Phase, die von den <i><a href="Woodland-Periode" title="Woodland-Periode">Woodland-Perioden</a></i> abgelöst wird. Dabei unterscheidet man Gefäße anhand ihrer Verzierungen in solche, die durch eine Art Stempel aufgebracht wurden, im Norden und solche, die durch Eindrücken eines Bandes erzeugt wurden, im Süden (etwa zwischen <a href="Trois-Rivi%C3%A8res" title="Trois-Rivières">Trois-Rivières</a> und Québec). Im besser erforschten <a href="New_Brunswick" title="New Brunswick">Neubraunschweig</a> zeigt sich, dass die Sesshaftigkeit in der kalten Jahreszeit (in den <i>shell midden sites</i>) sich durchgesetzt hatte, manche Dörfer waren wohl schon ganzjährig bewohnt. Die Bedeutung von <a href="Schalentiere" class="mw-redirect" title="Schalentiere">Schalentieren</a> nahm deutlich zu, obwohl einige Funde zeigen, dass sie bereits sehr viel früher von hoher Bedeutung waren. Von der rund 1700&nbsp;km entfernten <a href="Adena-Kultur" title="Adena-Kultur">Adena-Kultur</a> übernahm die Region teilweise die Beerdigungspraktiken, partizipierte jedoch auch selbst an ihrer Entwicklung, wie der Fundort Miramichi River zeigt, der bis in historische Zeit den Mi'kmaq als heilig galt. Damit würde ihre mündliche Tradition 2500&nbsp;Jahre zurückreichen.
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<p>Die <i>Frühe</i> oder <i>Anfängliche Woodland-Periode</i> erstreckt sich auch an den Großen Seen und dem Sankt-Lorenz-Strom von etwa 1000 v. Chr. bis 500 n. Chr. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Verbreitung von Tonwaren, einer vorher nicht bekannten Technik. Auf diese Kultur gehen wohl die <a href="Irokesen" title="Irokesen">Irokesen</a> zurück, aber auch einige der <a href="Algonkin" title="Algonkin">Algonkin</a>-Stämme. Lange wurde der Übergang von einer Jäger- und Sammlergesellschaft zu einer Gartenbaugesellschaft zu stark betont. Dennoch nahm die Bedeutung des <a href="K%C3%BCrbisse" title="Kürbisse">Kürbisses</a> immer mehr zu. Es zeigte sich aber, dass Kürbisse bereits um 4000 v. Chr. in <a href="Maine" title="Maine">Maine</a> angepflanzt wurden. Dennoch zeigen sich Aspekte grundlegender Veränderungen. Zwischen Ontariosee und Eriesee sowie New York brachten einzelne Gruppen die <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuerstein</a>-Fundstätten unter ihre Kontrolle. Mit eigens hergestellten Grundformen handelten sie sehr weiträumig. Diese <i>Onondaga-Feuersteine</i> wurden von 1000 bis 500 v. Chr. vor allem für die neue Waffe gebraucht, die aus Pfeil und Bogen bestand. Zudem breiteten sich die aus dem Ohiotal kommenden <i>Burial Mounds</i>, zahlreiche Erdhügel, die die Verstorbenen bargen, aus. Schließlich entwickelte man eine <a href="Reuse" title="Reuse">Reusentechnik</a>, mit der man auch in Stromschnellen Fische fangen konnte.
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<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Der_kanadische_Schild">Der kanadische Schild</h4></div>
<p>Die Kulturen auf dem kanadischen Schild werden in eine westliche und eine östliche Kulturgruppe geteilt, die beide auf die <i>Mittlere Schild-Kultur</i> zurückgehen. Dabei unterschieden sich die beiden Gruppen nur in ihren Werkzeugen, weniger in ihrer Lebensweise, wenn auch der östliche Zweig Tongefäße erst sehr spät übernahm. Dies kann aber auch darauf zurückgeführt werden, dass die tonlosen Gebiete eher Schweifgebiete von Jägergruppen waren. Auch hier zeigen sich bis nach Zentral-Labrador die Einflüsse der <a href="Adena-Kultur" title="Adena-Kultur">Adena-Kultur</a>. Ihre typischen Mounds erscheinen ebenfalls in der westlichen Schild-Kultur (<i>Laurel</i>), beispielsweise am <a href="Rainy_River_(Minnesota-Ontario)" class="mw-redirect" title="Rainy River (Minnesota-Ontario)">Rainy River</a> im Süden Ontarios, der im Rahmen der <i>Manitou Mounds Provincial Park Reserve</i> inzwischen unter Denkmalschutz steht. Rätselhaft bleiben bisher die aus Flussgeröll aufgehäuften Hügel, die vielleicht Schamanen als Rückzugsstätten dienten. Da Felsmalereien, von denen ähnliches angenommen wird, bisher nicht datierbar sind, lassen sich Fragen nach ihrer Funktion kaum beantworten.
</p><p><a href="Kanu" title="Kanu">Kanus</a> aus Birkenholz waren hier das Haupttransportmittel für Güter und Menschen. Auf ihnen dehnten die Gruppen ihre Schweifgebiete in frühere Plain-Gebiete west- und südwestwärts aus, die zwischen 1500 und 500 v. Chr. erheblich feuchter und waldreicher wurden. Damit verschwanden dort die Bisonherden. Auch der Fernhandel mit <a href="Chalcedon_(Mineral)" title="Chalcedon (Mineral)">Chalzedon</a> aus Oregon und Obsidian aus <a href="Wyoming" title="Wyoming">Wyoming</a> hing vom Flusstransport ab. Die einzigen bekannten menschlichen Überreste stammen von 39 Individuen aus zwei als <a href="Mound" title="Mound">Mound</a> bezeichneten <a href="H%C3%BCgelgrab" title="Hügelgrab">Grabhügeln</a>, Smith Mound 3 und 4 im Norden von <a href="Minnesota" title="Minnesota">Minnesota</a>. Es könnte sein, dass die Stämme der nördlichen Algonkin-Kultur im südlichen Manitoba, in Minnesota und im angrenzenden Ontario genetisch von ihnen abstammen. Wahrscheinlich kam es aufgrund der Domestizierung von <a href="Wasserreis" title="Wasserreis">Wasserreis</a> zu einer herausgehobenen Schicht von Landbesitzern, die sich auch kulturell vom Rest der Bevölkerung absetzten. Der Süden Ontarios war in die Fernhandels-Beziehungen der <a href="Hopewell-Kultur" title="Hopewell-Kultur">Hopewell-Kultur</a> eingebunden. Im Umfeld des <a href="Ontariosee" title="Ontariosee">Ontariosees</a> wurde hochreines <a href="Kupfer" title="Kupfer">Kupfer</a> gefunden, das als <a href="Werkstoff" title="Werkstoff">Werkstoff</a> für <a href="Schmuck" title="Schmuck">Schmuck</a> im ganzen Osten Nordamerikas verbreitet wurde.
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<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Plains_und_Prärien"><span id="Plains_und_Pr.C3.A4rien"></span>Plains und Prärien</h4></div>


<p>Die späte <i>Plains-Kultur</i> lebte in hohem Maße von Büffeln (<a href="Amerikanischer_Bison" title="Amerikanischer Bison">Amerikanischer Bison</a>), wobei <a href="Pemmikan" title="Pemmikan">Pemmikan</a> immer wichtiger wurde. Ortsnamen wie <a href="Head-Smashed-In_Buffalo_Jump" title="Head-Smashed-In Buffalo Jump">Head-Smashed-In Buffalo Jump</a> oder Old Women’s Buffalo Jump weisen auf die Treibertechnik bei der Büffeljagd hin, doch sind solche Plätze selten. Dabei scheinen die Prärien bis etwa 650 v. Chr. zugunsten von Wäldern geschrumpft zu sein. In dieser Zeit, spätestens ca. 500 v. Chr., löste der Bogen die Speerschleuder ab, die jedoch noch längere Zeit nebeneinander existierten. Neben Büffelfleisch waren, wie ein Fund am Pelican Lake zeigt, <a href="Elch" title="Elch">Elche</a>, <a href="Biber" title="Biber">Biber</a>, <a href="Hecht" title="Hecht">Hecht</a>, <a href="Zander" title="Zander">Zander</a>, aber auch Wurzeln, von großer Bedeutung. Hier kommen <i>Mounds</i> nur in den beiden Dakotas vor. In <a href="Montana" title="Montana">Montana</a> ließen sich Zeltdörfer von beachtlichen Dimensionen (100 ha) und rund tausendjähriger Nutzungsdauer nachweisen, die Steinringe um die <a href="Tipi" title="Tipi">Tipis</a> nutzten. Fernhandel mit Obsidian, Feuerstein und anderen Materialien war weit verbreitet und reichte westwärts bis zum <a href="Fraser_River" title="Fraser River">Fraser River</a> und dem Pazifik. Offenbar gab es heilige Plätze, an denen Schamanen metaphysische Mächte beschworen. Es gibt Hinweise darauf, dass zumindest manche der Verstorbenen vor der Grablegung auf Gerüsten getrocknet wurden. Auch ließ man Verstorbene in Zelten zurück. Einige Funde zeigen relativ große Menschen, die allerdings oftmals an <a href="Arthritis" title="Arthritis">Arthritis</a> und anderen Krankheiten litten.
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<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Plateau">Plateau</h4></div>
<p>Die <i>späte Plateau-Kultur</i> war durch Kleinräumigkeit gekennzeichnet – entsprechend der Landschaft. An dem Wechsel zwischen Winterdörfern und Sommerlagern hatte sich nichts geändert. In Erdlöchern wurden Vorräte angelegt, heiße Steine dienten zum Backen und Kochen, der Lachs lieferte den Löwenanteil des Nährwerts. Tierförmige Schnitzereien scheinen zugenommen zu haben, ebenso der Handel mit den Küstenvölkern, allerdings hauptsächlich am mittleren Fraser und am Thompson. Die Dörfer wurden deutlich größer und die Bevölkerung nahm zu, doch waren manche dieser Großdörfer nur kurzzeitig bewohnt, andere über tausend Jahre lang (z. B. Keatly Creek Site). Kennzeichnend ist das Pit House, wobei dies bei den <a href="Kootenay" class="mw-redirect" title="Kootenay">Kootenay</a> infrage gestellt wurde. Bei ihnen wurde der Einfluss der Plainskulturen erst mit der Einführung des Pferdes stärker.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieser Haustyp hat extensivere Bevorratung ermöglicht und so die Ernährung besser gesichert (ab ca. 2000 v. Chr.). Eyak-Athapaskisch-Sprecher, wie <a href="Chilcotin" class="mw-redirect" title="Chilcotin">Chilcotin</a> und <a href="Dakelh" title="Dakelh">Dakelh</a> sind vielleicht erst um 500 südwärts gewandert.
</p><p>Die späte Plateauphase wird wiederum in drei Phasen unterteilt, die <i>Shuswap horizon</i> (2500 bis 500 v. Chr.); <i>Plateau horizon</i> (500 v. Chr. bis 800 n. Chr.) und <i>Kamloops horizon</i> (800 bis 1800) genannt werden. Pfeil und Bogen tauchten erst sehr spät auf. Bei den Behältern mit menschlichen Köpfen handelte es sich wohl um zeremonielle Kunstwerke. Auch entwickelte sich eine Gesellschaft, die auf Familienverbänden, stammesübergreifenden Verwandtschaften und einer Hierarchisierung basierte. Der Zugriff auf Ressourcen hing am Ansehen, das zunehmend erblich wurde.
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<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Westküste"><span id="Westk.C3.BCste"></span>Westküste</h4></div>

<p>Die Küstenkultur am Pazifik näherte sich der Ausprägung, die die Europäer Ende des 18. Jahrhunderts vorfanden. Sie wurde bereits zwischen 500 v. und 500 n. Chr. annähernd erreicht. Die erbliche Ranggesellschaft war dabei von Süden nach Norden strenger, die Hierarchie steiler. Eine Schicht führender Familien beherrschte den Handel, den Zugang zu Ressourcen und die politische und spirituelle Macht. Die einfachen Stammesangehörigen mussten dabei keineswegs die Masse der Menschen stellen, ebenso wenig wie die Sklaven, die meist Kriegsgefangene waren.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>An vielen Stellen ist es äußerst wahrscheinlich, dass lokale Funde bestimmten Stämmen derselben Region zugeordnet werden können, wie etwa den <a href="Tsimshian" title="Tsimshian">Tsimshian</a>, die spätestens 2000 v. Chr. um den späteren <a href="Prince_Rupert" title="Prince Rupert">Prince Rupert</a> Harbour lebten. Regionale Differenzierungen liegen dabei etwa zu den Gruppen um die <a href="Stra%C3%9Fe_von_Georgia" title="Straße von Georgia">Straße von Georgia</a> und das Frasertal vor. Dort lassen sich <i>Locarno Beach-Komplex</i> und <i>Marpole-Komplex</i>, die auf Lachsfang basieren (vgl. <a href="K%C3%BCsten-Salish" title="Küsten-Salish">Küsten-Salish</a>) oder <a href="Yuquot" title="Yuquot">Yuquot</a> unterscheiden, das auf eine Kultur der Hochseejagd, insbesondere der Wale hinweist. Im Norden sind Namu, Prince Rupert und <a href="Haida_Gwaii" title="Haida Gwaii">Haida Gwaii</a> maßgebliche Fundorte, dazu kommen Fundstellen am Fraser River, die noch stärker auf Lachsfang hinweisen. Auch hier tauchen erstmals Begräbnishügel auf. Erst um 400 n. Chr. erreichte der Bogen diese Region.
</p><p>Auch hier wurden die Dörfer zahlreicher und offenbar größer, außer denen an der Straße von Georgia. Die heutigen Küsten-Salish lassen sich auf die Marpole-Kultur zurückführen, vermutlich aber erheblich weiter zurück. Sie war bereits von der gleichen sozialen Differenzierung, von Plankenhäusern, in denen mehrere Familien lebten, von Lachsfang und -konservierung, reichen Schnitzwerken von mitunter monumentalen Ausmaßen, komplexen Zeremonien und wohl auch schon <a href="Potlatch" title="Potlatch">Potlatches</a> gekennzeichnet. Am Hoko River in Washington zeigen sich die später von Europäern beschriebenen Formen der Winterbevorratung. In Namu zeigt sich bereits 7000 v. Chr. eine Vielzahl kultureller Elemente der späteren Küsten-Salish und ihrer nördlichen Nachbarn, wie der <a href="Nuu-chah-nulth" title="Nuu-chah-nulth">Nuu-chah-nulth</a>. Dabei zeigt sich vor allem am Hoko River im Unterschied zum nicht sehr weit entfernt gelegenen Musqueam Northeast, dass sich die kulturellen Differenzen zwischen relativ nahe beieinander lebenden Gruppen eher im Bereich vergänglicher „Künste“, wie der Korbflechterei niederschlagen, als im Bereich der viel früher überlieferten (Stein-)Waffentechnik, die tendenziell auf immer gleiche Bedürfnisse vergleichsweise einförmig und träge reagiert – aber sie stellt mit Abstand die Hauptmasse der Funde.
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<p>Zwischen 500 und 1000 n. Chr. änderten sich erneut die Begräbnissitten. Die Toten erhielten nun immer öfter ihre letzte Ruhestätte in Bäumen, Pfählen, Grabhäusern und Höhlen. Um 500 bis 700 n. Chr. tauchten vermehrt befestigte Dörfer auf – vor allem im Süden mit ausgehobenen Wassergräben, weiter im Norden mit Palisaden. Diese kriegerische Phase erstreckte sich bis in die Zeit des ersten Kontakts mit Europäern, durch den sie weiter gesteigert wurde.
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<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Der_Nordwesten">Der Nordwesten</h4></div>
<p>Besonders schwach erforscht ist die Frühgeschichte des nordwestlichen Binnenlands, wo die Sprachgruppe der <a href="Athabasken" title="Athabasken">Athabasken</a> dominierte. Mit ihnen verbinden sich einige Fundstellen im Entwässerungsgebiet des Mackenzie ab ca. 700 v. Chr. Der <i>Taye Lake-Komplex</i> lässt sich zwischen 4000 und 1000 v. Chr. fassen, während der <i>Taltheilei-Komplex</i> vermutlich auf Zuwanderung aus British Columbia und dem Yukongebiet zurückgeht, eine Wanderung, die bis über die <a href="Hudson_Bay" title="Hudson Bay">Hudson Bay</a> hinausreichte und möglicherweise die Vorgänger der Inuit dort verdrängte.
</p><p>Mit den Athabasken verbinden sich Fundstellen im Entwässerungsgebiet des <a href="Mackenzie_River" title="Mackenzie River">Mackenzie</a> ab 1000 v. Chr. bis ca. 700 n. Chr. Der <i>Taye Lake-Komplex</i> im Yukongebiet datiert auf 4000 bis 1000 v. Chr. Dabei nimmt man an, dass die als <i>Old Chief Creek</i> bezeichnete Phase am nördlichen Yukon dieser nahestand und die späteren <a href="Gwich'in" class="mw-redirect" title="Gwich'in">Gwich'in</a> hervorbrachte, die Taye-Lake-Phase am südlichen Yukon hingegen die <a href="Tutchone" title="Tutchone">Tutchone</a>. Kennzeichnend sind lanzenförmige Projektilspitzen, zweischneidige Messer, sowie die Abwesenheit von <i>microblades</i> genannten, winzigen Klingen. Ob die beiden archäologischen Hauptgruppen mehr darstellen als Gedankenkonstrukte, ist angesichts der extrem schwachen Fundlage jedoch ungewiss.
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<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Europäischer_Einfluss"><span id="Europ.C3.A4ischer_Einfluss"></span>Europäischer Einfluss</h2></div>

<p>Um 1000 n. Chr. kam es zwar zu einer Ansiedlung von <a href="Gr%C3%A6nlendingar" title="Grænlendingar">isländischen</a> Siedlern Grönlands auf <a href="Neufundland" title="Neufundland">Neufundland</a>, doch diese war nur von kurzer Dauer. Weiter im Norden, auf <a href="Baffin_Island" class="mw-redirect" title="Baffin Island">Baffin Island</a>, kam es anscheinend schon mehrere Jahrhunderte früher zu Kontakten, die sich nicht auf bloßen Handel zurückführen lassen. Alltagsobjekte weisen auf längere Aufenthalte hin.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Isländer nannten die Bewohner <i><a href="Skraelinger" class="mw-redirect" title="Skraelinger">Skraelinger</a></i>, wobei unklar ist, ob es sich um <a href="Beothuk" title="Beothuk">Beothuk</a> oder um <a href="Inuit" title="Inuit">Inuit</a> der <a href="Dorset-Kultur" class="mw-redirect" title="Dorset-Kultur">Dorset-Kultur</a> handelte. In den Quellen heißen die entdeckten Gebiete <i>Helluland</i>, <i>Markland</i> und <i>Vinland</i>, wohl Gebiete am Clyde River, in Süd-Labrador und auf Neufundland. Offenbar tauschten Wikinger und die regionalen Gruppen bereits zu dieser Zeit Pelze gegen Metallwaren und Stoffe.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kontakte_ohne_Kolonien_im_Osten_(1497–1604)"><span id="Kontakte_ohne_Kolonien_im_Osten_.281497.E2.80.931604.29"></span>Kontakte ohne Kolonien im Osten (1497–1604)</h3></div>
<p><a href="Mi'kmaq" class="mw-redirect" title="Mi'kmaq">Mi'kmaq</a> und <a href="Beothuk" title="Beothuk">Beothuk</a> waren wahrscheinlich die ersten, die Kontakt mit Europäern hatten,<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wobei letztere seit 1829 als ausgestorben gelten. Aller Wahrscheinlichkeit nach liefen schon im 15. Jahrhundert Fischer aus dem <a href="Baskenland" title="Baskenland">Baskenland</a> und <a href="England" title="England">England</a> die Fischgründe um Neufundland an, und noch zwischen 1530 und 1600 zerlegten Basken in der <a href="Red_Bay_(Neufundland_und_Labrador)" title="Red Bay (Neufundland und Labrador)">Red Bay</a> an der Küste Labradors Wale.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der erste Europäer, dessen Landung in Nordamerika in den Quellen greifbar ist, war <a href="Giovanni_Caboto" title="Giovanni Caboto">Giovanni Caboto</a> (bekannt als John Cabot). Er landete 1497 an einer nicht sicher bestimmbaren Stelle an der Ostküste und nahm drei Mi'kmaq nach England mit. Spätestens ab 1501, als der Portugiese <a href="Gaspar_Corte-Real" title="Gaspar Corte-Real">Gaspar Corte-Real</a> 59 Beothuk entführte, die mit dem untergehenden Schiff ertranken<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, hatten neben besagten Beothuk die Mi'kmaq häufiger Kontakt mit spanischen, französischen, britischen und irischen Fischern, die die Küste jeden Sommer aufsuchten. Um 1578 zählte man jeden Sommer nahezu 400 Fischerboote an der kanadischen Ostküste.
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<p>Ab 1519 begann der <a href="Pelzhandel_in_Nordamerika" title="Pelzhandel in Nordamerika">Pelzhandel</a> und die Küstenstämme tauschten Pelze gegen europäische Produkte, vor allem Metallwaren wie Messer, Äxte, Beile und Kessel. Bezeichnend für dieses Tauschinteresse ist der Bericht <a href="Jacques_Cartier" title="Jacques Cartier">Jacques Cartiers</a>, der 1541 in der <a href="Chaleur-Bucht" title="Chaleur-Bucht">Chaleur-Bucht</a> ankerte, wo sein Schiff von einer großen Zahl Mi'kmaq-Kanus umringt wurde, deren Besatzung mit <a href="Biberfell" title="Biberfell">Biberpelzen</a> winkte. Dieser Stamm wurde 1564, 1570 und 1586 von ihnen unbekannten Krankheiten heimgesucht. Die Stämme der Ostküste begannen sich zu verändern, bald sollten sie wegen der Handelskontakte Krieg untereinander führen. Cartier hatte auch am oberen St. Lorenz Pelze bei den <a href="Sankt-Lorenz-Irokesen" title="Sankt-Lorenz-Irokesen">Irokesen</a> eingetauscht (1534/35) und lange Zeit florierte der Handel trotz fehlender Infrastruktur im Sinne von Handelsstützpunkten. Ein Fluss- und Wegenetz, auf dem Indianer Handel betrieben, existierte schon sehr lange. Sie handelten mit Kupfer, Walrosselfenbein, verschiedenen Steinarten für Werkzeuge, Waffen und Schmuck, <a href="Grease_trail" title="Grease trail">auf weiträumigen Pfaden</a> mit dem butterartigen Fett des <a href="Kerzenfisch" title="Kerzenfisch">Kerzenfischs</a>, <a href="Hundehaar" title="Hundehaar">Hundehaar</a>decken usw.
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Der_Osten_–_Erste_Kolonien,_Kriege,_Epidemien,_Pelze_(1604–1763)"><span id="Der_Osten_.E2.80.93_Erste_Kolonien.2C_Kriege.2C_Epidemien.2C_Pelze_.281604.E2.80.931763.29"></span>Der Osten – Erste Kolonien, Kriege, Epidemien, Pelze (1604–1763)</h3></div>
<p>Ein Vierteljahrhundert vor der ersten dauerhaften Kolonie erhielt im Jahr 1578 der <a href="Bretagne" title="Bretagne">Bretone</a> Troilus de Mesgouez, Marquis de la Roche (1540–1606) einen entsprechenden Auftrag, doch scheiterte sein Schiff 1584 im Sturm. 1598–1603 errichteten Sträflinge eine kurzlebige Kolonie auf <a href="Sable_Island" title="Sable Island">Sable Island</a>, wo sie bereits Überreste einer älteren Kolonie vorfanden.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1604 errichtete eine Flottenexpedition, an der auch <a href="Samuel_de_Champlain" title="Samuel de Champlain">Samuel de Champlain</a> teilnahm, die erste Siedlung auf <a href="Saint_Croix_Island" title="Saint Croix Island">Saint Croix Island</a> an der Mündung des <a href="St._Croix_River_(Maine-New_Brunswick)" title="St. Croix River (Maine-New Brunswick)">St. Croix River</a>. Sie wurde jedoch ein Jahr später nach <a href="Annapolis_Royal" title="Annapolis Royal">Port Royal</a> verlegt. Bald folgten weitere befestigte Anlagen wie Fort La Tour am Saint John River, wo nun auch die <a href="Maliseet" title="Maliseet">Maliseet</a> europäische Waren ertauschten. Doch die Verlagerung der Kolonie nach Port Royal ins Gebiet der Mi'kmaq hatte Folgen. Bereits 1607 kam es zu einem Krieg zwischen den <a href="Penobscot" title="Penobscot">Penobscot</a> unter ihrem <a href="Sagamore" title="Sagamore">Sagamore</a> <a href="Bashabes" title="Bashabes">Bashabes</a>, der durch französische Waffen große Macht erlangt hatte, und den Mi'kmaq. Dieser <a href="Tarrantiner-Krieg" title="Tarrantiner-Krieg">Tarrantiner-Krieg</a>, der Ausdruck ihrer Rivalität im Pelzhandel war, dauerte acht Jahre. Die siegreichen Mi'kmaq zogen weiter nach <a href="Massachusetts" title="Massachusetts">Massachusetts</a>, steckten sich dabei aber mit einer verheerenden Epidemie an, die zwischen 1616 und 1619 rund 4.000 der 10.000 Mi'kmaq tötete. Andere Stämme waren noch härter betroffen. Wie der <a href="Pequot-Krieg" title="Pequot-Krieg">Pequot-Krieg</a> von 1637 zeigte, waren die südlichen Kolonien zudem eine ernste Gefahr für die nackte Existenz, denn erstmals wurde hier ein ganzer Stamm gezielt ausgelöscht.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<p>1608 gründete Champlain die Stadt <a href="Qu%C3%A9bec_(Stadt)" title="Québec (Stadt)">Québec</a>. 1613 mussten sich die Händler von Port Royal ins nördlichere <a href="Tadoussac" title="Tadoussac">Tadoussac</a> zurückziehen, weil Engländer ihre Kolonie niedergebrannt hatten. Im selben Jahr kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung mit den Beothuk, die von den Mi'kmaq, die mit den Franzosen verbündet und von ihnen mit Gewehren ausgestattet waren, besiegt wurden.
</p><p>Bald schickte man <i><a href="Waldl%C3%A4ufer_(Nordamerika)" title="Waldläufer (Nordamerika)">Coureurs des bois</a></i> (Waldläufer) aus, die unter den Indianern lebten, während die Handelsagenten ihre Forts zu Tauschzentren ausbauten. Dabei spielten die wenigen befahrbaren Flüsse, wie der Ottawa, eine wichtige Rolle. An ihnen beanspruchten Stämme wie die <a href="Kichesipirini" title="Kichesipirini">Kichesipirini</a> bereits um 1630 ein Zwischenhandelsmonopol.<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Außerdem kamen bereits um 1660 große Mengen von Pelzen aus dem Gebiet des <a href="Oberer_See" title="Oberer See">Oberen Sees</a> und von den <a href="Lakota" title="Lakota">Lakota</a>. 1669 lieferte eine Station an der <a href="James_Bay" title="James Bay">James Bay</a> erste Pelze nach <a href="London" title="London">London</a>, ein Handel, aus dem die <a href="Hudson%E2%80%99s_Bay_Company" title="Hudson’s Bay Company">Hudson’s Bay Company</a> hervorging. Die Rivalität zwischen Franzosen und Engländern eskalierte. 1686 versuchten Franzosen den Handelsposten niederzubrennen. Wenige Jahre später stießen Franzosen bis an den <a href="Golf_von_Mexiko" title="Golf von Mexiko">Golf von Mexiko</a> vor und gründeten die <a href="Louisiana_(Kolonie)" title="Louisiana (Kolonie)">Kolonie Louisiana</a>. Zwar scheiterte die Suche nach der Westgrenze des Kontinents, doch wurden Kontakte zu Indianern bis an den oberen <a href="Mississippi_River" title="Mississippi River">Mississippi</a>, kurzzeitig sogar bis nach <a href="Santa_Fe_(New_Mexico)" title="Santa Fe (New Mexico)">Santa Fe</a> im spanischen Gebiet hergestellt. Weiterhin dominierten die Handelsgesellschaften das Geschehen, jedoch führte der <a href="Siebenj%C3%A4hriger_Krieg_in_Nordamerika" title="Siebenjähriger Krieg in Nordamerika">Siebenjährige Krieg in Nordamerika</a> (1754–1763) das Ende der französischen Epoche herbei. Mit Erfolg verlangten die in Kanada verbleibenden Franzosen, ihre Konfession behalten zu dürfen, womit zahlreiche von katholischen Missionaren bekehrte Indianer ebenfalls katholisch blieben. Außerdem setzte sich auf der Ebene der Mission die Konkurrenz uneingeschränkt fort und trägt noch heute zu einem konfessionellen Flickenteppich bei vielen First Nations bei. Die Verbindungen zwischen französischen Männern und indianischen Frauen waren so zahlreich, dass ihre Nachkommen eine eigene Nation bildeten, die <a href="M%C3%A9tis" title="Métis">Métis</a>.
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fernwirkungen">Fernwirkungen</h3></div>
<p>Währenddessen veränderten Pferde (<a href="Mustang_(Pferd)" title="Mustang (Pferd)">Mustangs</a>), die aus europäischen, vor allem spanischen Beständen stammten, die Kultur der Prärie radikal. Die Möglichkeit, beritten und damit vergleichsweise bequem Büffel zu jagen, sorgte zum einen dafür, dass mehr Indianer in die Prärie zogen, zum anderen erlaubte das Pferd die Besiedlung und Durchquerung bisher zu menschenfeindlicher Gebiete. Dazu nutzten sie spezielle Tragegestelle, so genannte <a href="Travois" class="mw-redirect" title="Travois">Travois</a>, die die Pferde ziehen konnten. Großräumige Wanderungen wurden möglich, ebenso Kriege.
</p><p>Mächtige Stämme des Ostens stießen ganze Völkerwanderungen an, die Stämme wie die <a href="Dakota_(Volk)" title="Dakota (Volk)">Dakota</a> westwärts trieben. Der Pelzhandel mit den Franzosen führte zu einer Konföderation mit den <a href="Anishinabe" title="Anishinabe">Anishinabe</a>, die von 1679 bis 1736 bestand. Danach wurden die Dakota von ihren ehemaligen Bundesgenossen aus den nördlichen Gebieten vertrieben und ein Teil fand bis 1780 eine neue Heimat im heutigen südlichen <a href="Minnesota" title="Minnesota">Minnesota</a>. Ein Teil spaltete sich in <a href="Lakota" title="Lakota">Lakota</a> und <a href="Nakota" class="mw-redirect" title="Nakota">Nakota</a> auf. Besonders die Lakota stiegen dank französischer Gewehre und Pferde aus dem Süden zu einem mächtigen Stamm auf, der 1765 die <a href="Black_Hills" title="Black Hills">Black Hills</a> eroberte.
</p>


<p>Der Pelzhandel sorgte auch um die Großen Seen für Rivalitäten und für Waffen, mit denen man sie austragen konnte. Doch wurden die <a href="Irokesen" title="Irokesen">Irokesen</a>, die sich um 1570 in einer Stammesliga verbanden, schon früher zu Feinden der <a href="Wyandot" title="Wyandot">Wyandot</a> und der <a href="Algonkin" title="Algonkin">Algonkin</a>, die mit den Franzosen verbündet waren. Missionare unterhielten dort von 1639 bis 1649 die Missionsstation Sainte-Marie-au-pays-des-Hurons. Zwischen 1640 und 1701 vernichteten die fünf, später sechs Stämme der Irokesenliga die Wyandot, <a href="Tionontati" title="Tionontati">Tionontati</a> und <a href="Erie_(Volk)" title="Erie (Volk)">Erie</a> mit <a href="Arkebuse" title="Arkebuse">Arkebusen</a>, die sie durch den niederländischen Pelzhandel erhalten hatten. Erst als die Niederländer, seit 1623 mit einer Pelzhandelsstation namens <a href="Fort_Orange_(New_York)" title="Fort Orange (New York)">Fort Orange</a> vertreten, sich zurückzogen – wohl deshalb, weil die Biberpopulationen nach 1640 südlich der Großen Seen zusammenbrachen –, ebbten die Auseinandersetzungen ab. Dennoch setzten die Irokesen weitere Wanderungen nach Westen in Gang und die französischen Siedlungen waren stark gefährdet. Daher mussten alle Franzosen zwischen 16 und 65 fortan Waffendienst leisten, <a href="Montreal" title="Montreal">Montreal</a> war zeitweise völlig isoliert. 1682 erfolgte die Gründung von St. Louis. Erst 1701 unterzeichneten Engländer und Franzosen sowie 39 Häuptlinge einen Friedensvertrag (<a href="Gro%C3%9Fer_Friede_von_Montreal" title="Großer Friede von Montreal">Großer Friede von Montreal</a>).
</p><p>Auch bei den in <a href="Ohio" title="Ohio">Ohio</a> lebenden <a href="Fox_(Volk)" class="mw-redirect" title="Fox (Volk)">Fox</a> wurden die Franzosen, die ihren Pelzhandelsweg Richtung Mississippi kontrollieren wollten, in lokale Feindseligkeiten gezogen, die sie zu ihren Gunsten ausnutzten. 1701 gründeten sie <a href="Fort_Detroit" title="Fort Detroit">Fort Pontchartrain du Détroit</a>. 1722 belagerten die Fox das Fort, doch die mit den Franzosen verbündeten Stämme wie <a href="Wyandot" title="Wyandot">Wyandot</a> und <a href="Odawa" title="Odawa">Ottawa</a>, vernichteten die Fox und die <a href="Mascouten" title="Mascouten">Mascouten</a> fast vollständig.
</p><p>Mit dem <a href="Siebenj%C3%A4hriger_Krieg_in_Nordamerika" title="Siebenjähriger Krieg in Nordamerika">Franzosen- und Indianerkrieg</a> (1754–1763), den sowohl Franzosen als auch Engländer mit zahlreichen indianischen Verbündeten führten, verlor Frankreich die Herrschaft in Nordamerika, zuerst 1758 im Ohiotal, dann 1761 in Québec. Daran änderte auch die kurzlebige Herrschaft über <a href="Louisiana_(Kolonie)" title="Louisiana (Kolonie)">Louisiana</a> von 1800 bis 1803 nichts.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Englische_Kolonialherrschaft_(ab_1756/63)"><span id="Englische_Kolonialherrschaft_.28ab_1756.2F63.29"></span>Englische Kolonialherrschaft (ab 1756/63)</h2></div>

<p>Nachdem <a href="K%C3%B6nigreich_Gro%C3%9Fbritannien" title="Königreich Großbritannien">Großbritannien</a> die alleinige Kolonialherrschaft<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in Kanada übernommen hatte, war für wenige Jahrzehnte der gesamte Osten Nordamerikas britisches Gebiet. Doch wurde in der <a href="K%C3%B6nigliche_Proklamation_von_1763" title="Königliche Proklamation von 1763">Königlichen Proklamation von 1763</a> den Kolonisten die Siedlung jenseits der <a href="Appalachen" title="Appalachen">Appalachen</a> untersagt. Das Verbot wurde allerdings zunehmend ignoriert und brachte Siedler und Kolonialmacht in einen Interessengegensatz. Dazu kam es 1763 bis 1766 zum größten Indianeraufstand. Sein Anführer war <a href="Pontiac_(H%C3%A4uptling)" title="Pontiac (Häuptling)">Pontiac</a> (eigentlich Obwandiyag), ein Abkömmling der <a href="Odawa" title="Odawa">Ottawa</a>, deren Häuptling er 1755 wurde, und der <a href="Anishinabe" title="Anishinabe">Anishinabe</a> (von denen heute Teilstämme in Kanada leben). Seine Niederlage öffnete den Siedlern das Land am Ohio und seinen Nebenflüssen bis zum <a href="Lake_Superior" class="mw-redirect" title="Lake Superior">Oberen See</a>. Mit der Unabhängigkeit der USA stand den Siedlern auch nicht mehr die Proklamation von 1763 im Weg.
</p><p>Im verbliebenen Kolonialgebiet im Norden präsentierte sich die Lage anders. Hier hatte die königliche Proklamation ein den Indianern reserviertes Gebiet geschaffen, das sich zwischen den Großen Seen bis <a href="Ruperts_Land" title="Ruperts Land">Ruperts Land</a> erstreckte, das der <a href="Hudson%E2%80%99s_Bay_Company" title="Hudson’s Bay Company">Hudson’s Bay Company</a> unterstand. Zwischen deren Gebiet und der Provinz Québec gehörte auch eine Pufferzone zwischen <a href="Neufundland" title="Neufundland">Neufundland</a> und <a href="Lake_Nipissing" title="Lake Nipissing">Lake Nipissing</a> zum Indianerreservat. Doch bereits im Québec Act von 1774 wurde diese Pufferzone eingezogen und von den Indianern erwartet, ihre Rechte auf das Land in großem Umfang aufzugeben, um der Besiedlung durch Europäer Platz zu machen. Sie wurden jedoch als Vertragspartner und Verbündete angesehen, und das Land wurde ihnen in Verträgen abgekauft. Dabei durfte nur die Krone als Käuferin auftreten. Den Impuls zu diesem Gesetz hatte die Sorge gegeben, die in den späteren USA entstandene Unruhe könne auf Québec und seine französischsprachige Bevölkerung übergreifen, die immer noch die Mehrheit bildete.
</p>

<p>Mit der Festigung der britischen Kontrolle wurde diese Politik langsam durch die einer Assimilierung der Indianer ersetzt. Nach dem <a href="Amerikanischer_Unabh%C3%A4ngigkeitskrieg" title="Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg">Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg</a> und dem <a href="Britisch-Amerikanischer_Krieg" title="Britisch-Amerikanischer Krieg">Britisch-Amerikanischen Krieg</a> von 1812 bis 1814 wurden die Indianer in Kanada (zu dieser Zeit noch <i>Quebec</i> genannt) von denen in den <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> getrennt. Dazu gehörten vor allem die Gebiete am oberen Mississippi und am <a href="Ohio_River" title="Ohio River">Ohio</a>, die 1774 mit dem Quebec Act an Quebec gegangen waren. Die Gebiete der Mi'kmaq, der <a href="Abenaki" title="Abenaki">Abenaki</a> und <a href="Anishinabe" title="Anishinabe">Anishinabe</a>, der <a href="Seneca" title="Seneca">Seneca</a> und Ottawa, später (1846) der <a href="Blackfoot" title="Blackfoot">Blackfoot</a> usw. bis hin zu einigen <a href="K%C3%BCsten-Salish" title="Küsten-Salish">Küsten-Salish</a>-Gruppen am Pazifik wurden zerschnitten. Stämme wie die <a href="Mohawk" title="Mohawk">Mohawk</a> waren aus dem Blickwinkel Londons wichtige Verbündete im Kampf gegen die amerikanischen Rebellen, nachdem sie aus den USA hatten fliehen müssen.
</p><p>Die Erschließungs- und Besiedlungsbemühungen richteten sich nun wieder – unter völlig verschiedenen Interessenlagen, Bedingungen und mit verschiedenen Mitteln – nach Westen. Ende des 18. Jahrhunderts geriet durch Forschungsexpeditionen und im Verlauf eines Wettlaufs zwischen Spanien, Russland – die russische Handelsgesellschaft unterhielt ihr südlichstes Fort im späteren <a href="Fort_Ross" title="Fort Ross">Fort Ross</a> in Kalifornien (1812–1841) – und Großbritannien, die Pazifikküste in den Blickpunkt. Auch dort führte der Pelzhandel mit seinen enormen Gewinnmöglichkeiten zu einem sprunghaften Anstieg des Handels mit Fischotter- und Biberpelzen. In den Jahren 1790/94 einigte man sich mit Spanien darauf, keine Handelskolonien einzurichten. Doch moderne Waffen und die Reichtümer aus dem Pelzhandel veränderten sowohl die Strukturen innerhalb der Stämme, als auch die regionalen Machtverhältnisse. Einigen Häuptlingen wie <a href="Maquinna" title="Maquinna">Maquinna</a> oder <a href="Wickaninnish" title="Wickaninnish">Wickaninnish</a> gelang es, ein Handelsimperium an der Westküste von <a href="Vancouver_Island" title="Vancouver Island">Vancouver Island</a> zu errichten. Den Stämmen der <a href="Kwakwaka'wakw" title="Kwakwaka'wakw">Kwakwaka'wakw</a> und der <a href="Haida_(Volk)" title="Haida (Volk)">Haida</a> weiter im Norden fielen auf ihren Raubzügen zahlreiche Sklaven in die Hände, während die Stämme der <a href="K%C3%BCsten-Salish" title="Küsten-Salish">Küsten-Salish</a> schon ab 1775 unter schweren Epidemien, vor allem Pocken, zu leiden hatten (siehe <a href="Pockenepidemie_an_der_Pazifikk%C3%BCste_Nordamerikas_ab_1775" title="Pockenepidemie an der Pazifikküste Nordamerikas ab 1775">Pockenepidemie an der Pazifikküste Nordamerikas ab 1775</a>).
</p><p>Mit der fast vollständigen Ausrottung der Pelztiere verließen die Händlerschiffe wieder die Region und zogen weiter nordwärts. Sie kehrten erst in den 1820er Jahren zurück, denn die <a href="Hudson%E2%80%99s_Bay_Company" title="Hudson’s Bay Company">Hudson’s Bay Company</a> errichtete einige Forts am <a href="Columbia_River" title="Columbia River">Columbia River</a>, dann in <a href="Oregon" title="Oregon">Oregon</a> und im späteren British Columbia, und gründete schließlich 1843 <a href="Victoria_(British_Columbia)" title="Victoria (British Columbia)">Victoria</a>. Sie war es, die auch im Binnenland zahlreiche Forts unterhielt, vor allem seitdem sie 1821 zwangsweise mit der <a href="North_West_Company" title="North West Company">North West Company</a> vereinigt worden war. Schließlich erhielt sie auch noch eine Lizenz für das <a href="Nordwestliches_Territorium" title="Nordwestliches Territorium">Nordwestliche Territorium</a>, das größte Gebiet und die größte Zahl an Völkern, die jemals einer privaten, monopolistischen Handelsgesellschaft unterstellt wurden. Mit dem <a href="Oregon-Kompromiss" title="Oregon-Kompromiss">Grenzvertrag von 1846</a>, der den Kontinent entlang des 49. Breitengrades zerschnitt und die Indianer dem britischen Einflussbereich bzw. den USA zuwies, wurden zahlreiche Stammesgebiete zerschnitten, Handel und Wanderungen zunehmend erschwert.
</p>


<p>Die Hudson’s Bay Company bemühte sich unter Gouverneur <a href="James_Douglas_(Gouverneur)" title="James Douglas (Gouverneur)">James Douglas</a>, nachdem sie schon Oregon und Washington hatte räumen müssen, die britische Herrschaft im Norden gegen die massive Zuwanderung von Goldsuchern durchzusetzen. Tausende zum Teil völlig skrupellose Glücksritter zogen Richtung <a href="Klondike-Goldrausch" title="Klondike-Goldrausch">Klondike</a> und in die <a href="Cariboo-Goldrausch" title="Cariboo-Goldrausch">Cariboo-Goldgebiete</a>. Die First Nations entlang der Route nach Norden litten vor allem unter den eingeschleppten Krankheiten, wie Pocken (<a href="Pockenepidemie_an_der_Pazifikk%C3%BCste_Nordamerikas_1862" title="Pockenepidemie an der Pazifikküste Nordamerikas 1862">vor allem 1862</a>), aber auch unter der rücksichtslosen Vorgehensweise der vor allem aus <a href="Kalifornien" title="Kalifornien">Kalifornien</a> kommenden Durchreisenden. Douglas schloss hingegen 14 Verträge mit Stämmen auf Vancouver Island, die bis heute gültig sind. 1858 wurde die Insel <a href="Kronkolonie" title="Kronkolonie">Kronkolonie</a>, dann 1866 mit British Columbia vereinigt.
</p><p>Doch bereits 1857 verließ die <a href="Provinz_Kanada" title="Provinz Kanada">Provinz Kanada</a> die seit 1763 verfolgte Linie der Anerkennung der Indianernationen als prinzipiell gleichberechtigte Vertragspartner mit dem <a href="Gradual_Civilization_Act" title="Gradual Civilization Act">Gesetz zur stufenweisen Zivilisierung</a>, womit erstmals die Regierung bestimmte, wer „Indianer“ war, und das Ziel vorgegeben wurde, Indianer möglichst zu assimilieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grundlegende_kulturelle_Missverständnisse"><span id="Grundlegende_kulturelle_Missverst.C3.A4ndnisse"></span>Grundlegende kulturelle Missverständnisse</h2></div>
<p>Die unerwartete Begegnung und die unerklärliche Fremdheit, ihre technologische Überlegenheit, später ihr erstaunlich großes Menschenreservoir führten oftmals dazu, dass man die <i>Weißen</i> für übernatürliche Wesen hielt. So lag es nahe, wie es anscheinend die <a href="Nuu-chah-nulth" title="Nuu-chah-nulth">Nuu-chah-nulth</a> bei der Begegnung mit <a href="James_Cook" title="James Cook">James Cook</a> taten, ihnen, den menschenfressenden übernatürlichen Wesen, zur Beschwichtigung Leichenteile anzubieten und dazu die Geste des Essens zu vollführen. Genauso baten sie, um sich vor den übernatürlichen Kräften in den „schwimmenden Häusern“ schützen zu können, hölzerne Ahnensymbole mitbringen zu dürfen.
</p><p>Die überwiegend friedliche Reaktion kann dabei nicht einfach als Zustimmung zu den aufgedrängten Zivilisationsprogrammen gedeutet werden. Sie war eher selektiv, oft auch eine Form kulturellen Widerstands. Dazu passen Revitalisierungsbewegungen, in denen eine Abkehr von der als Bedrohung empfundenen Überfremdung durch die Kolonisten an den Tag gelegt, zugleich aber Teile ihres Wertsystems integriert wurden.
</p><p>In den Epidemien (v. a. <a href="Pocken" title="Pocken">Pocken</a>, aber auch <a href="Masern" title="Masern">Masern</a> und Grippe, vor allem der <a href="Spanische_Grippe" title="Spanische Grippe">spanischen Grippe</a>) sahen viele einen gewaltigen <a href="Fetischismus_(Religion)" title="Fetischismus (Religion)">Schadenzauber</a> der Fremden, und zugleich erschütterte er das Vertrauen in die eigene Religion. So verstärkte sich der Heil(ung)saspekt im indigenen Zeremonialismus, das <a href="Christentum" title="Christentum">Christentum</a> wurde als eine Form der religiösen Heilung betrachtet und zeremoniell angereichert. Den Kolonisten war das massenhafte Sterben der Indianer eine Art ihnen gewogenen Schicksals, wenn nicht ein Fingerzeig Gottes.
</p><p>Selbst die Vertragsverhandlungen mit ihrer fast protokollarischen Abfolge von Reden, dem Austausch von <a href="Wampum" title="Wampum">Wampums</a>, Geschenken und schließlich der Besiegelung von Verträgen, deuteten die Vertragspartner völlig verschieden. Während für Europäer das Zeremoniell nur dem Zweck diente, einen Vertrag zu erlangen, so war für die Indigenen das Zeremoniell selbst die politische Handlung. Folgerichtig bedeutete ihnen der Inhalt auf dem Papier wenig, abgesehen davon, dass für sie oftmals Stammesbesitz gar nicht veräußerlich war und oft gar kein Konzept dieser Art von Eigentumsvorstellung an Boden bestand. Dies wiederum wurde als fehlende Vertragstreue gedeutet. Ähnliche Konflikte entstanden im Zusammenhang mit der Eigentumsfrage überwiegend aus kulturellen Missverständnissen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kanada_(seit_1867/71)"><span id="Kanada_.28seit_1867.2F71.29"></span>Kanada (seit 1867/71)</h2></div>

<p>Seit dem <a href="British_North_America_Act" title="British North America Act">British North America Act</a> und der Gründung der <a href="Kanadische_Konf%C3%B6deration" title="Kanadische Konföderation">Kanadischen Konföderation</a> 1867 wurden die Verträge nicht mehr mit Großbritannien, sondern mit der kanadischen Bundesregierung ausgehandelt. Im Vergleich mit den Indianerkonflikten in den <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> gab es in Kanada relativ wenig Blutvergießen. Allerdings waren Indianer durch den Rückgang der Büffelherden (vor allem zwischen 1875 und 1879), die ihre Nahrungsgrundlage bildeten, oft gezwungen, ihr Land gegen geringe Gegenleistung zu veräußern. Dieses Land sollte an Siedler vergeben werden, um die vor allem in Großbritannien geworben wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verträge,_Indianergesetz,_Reservate,_Widerstand_(etwa_1871–1930)"><span id="Vertr.C3.A4ge.2C_Indianergesetz.2C_Reservate.2C_Widerstand_.28etwa_1871.E2.80.931930.29"></span>Verträge, Indianergesetz, Reservate, Widerstand (etwa 1871–1930)</h3></div>
<p>1871 bis 1875 wurden mit den betroffenen Indianern der Prärie die ersten fünf der elf so genannten <a href="Numbered_Treaties" title="Numbered Treaties">Numbered Treaties</a> (nummerierte Verträge) ausgehandelt, in denen sie Landrechte aufgaben. Als Gegenleistung erhielten sie <a href="Indian_Reserve" class="mw-redirect" title="Indian Reserve">Reservate</a> als Lebensraum, Entschädigungen und vor allem Jagd- und Fischereirechte in den abgetretenen Gebieten. Dazu sollten Hilfen bei der Umstellung auf Landwirtschaft kommen.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im <a href="Indian_Act" title="Indian Act">Indian Act</a> von 1876 wurde definiert, wer als „Indianer“ angesehen wurde, und Indianer zu Schutzbefohlenen des Staates erklärt. Zudem wurden die Stämme den Entscheidungen der <i><a href="Indianeragent_(Kanada)" title="Indianeragent (Kanada)">Indian Agents</a></i> unterworfen, die ihnen in den folgenden Jahren Reservate zuwiesen. Dabei hing es von zahllosen Zufällen ab, wie „großzügig“ diese Reservate ausfielen. So konnte die einer Familie zugewiesene Fläche zwischen kaum 20 ha und mehreren hundert&nbsp;Hektar differieren.
</p><p>Der Indianeragent und <a href="Vizegouverneur_(Kanada)" title="Vizegouverneur (Kanada)">Vizegouverneur</a> von Saskatchewan, Manitoba und der Nordwest-Territorien, <a href="Edgar_Dewdney" title="Edgar Dewdney">Edgar Dewdney</a> (1879/81–1888), sollte die nach Kanada geflohenen <a href="Sioux" title="Sioux">Sioux</a> unter <a href="Sitting_Bull" title="Sitting Bull">Sitting Bull</a> (Tatanka I-yotank) zwingen, Kanada zu verlassen. Um Fort Walsh in Saskatchewan lagerten zahlreiche <a href="Cree" title="Cree">Cree</a> und <a href="Assiniboine" title="Assiniboine">Assiniboine</a>. Noch schlechter ging es den <a href="Blackfoot" title="Blackfoot">Blackfoot</a>. 1881 ermutigte Häuptling <a href="Big_Bear" title="Big Bear">Big Bear</a> die Indianer von Vertrag Nummer 4 und Nummer 6, sich in den <a href="Cypress_Hills" title="Cypress Hills">Cypress Hills</a> zu versammeln. Doch Dewdney verweigerte Vertragsverbesserungen und der Hunger zwang sie zum Rückzug.
</p><p>Schließlich begann unter seiner Regie und mit Hilfe der Kirchen die Einrichtung von Schulen für die Indianerkinder außerhalb der Reservate. So begann eine Politik der zwangsweisen Eingliederung in die kanadische Kultur. Bald wurden Internate (<a href="Residential_Schools_(Kanada)" class="mw-redirect" title="Residential Schools (Kanada)">Residential Schools</a>) eingerichtet, in die indianische Kinder zwangsweise verbracht wurden, wo sie bei Strafe ihre eigene Sprache nicht mehr sprechen durften, um sie von ihrer angestammten Kultur und ihrer Familie zu entfremden. Dabei kam es von Seiten der sich in der Regel <a href="Rassismus" title="Rassismus">rassisch</a>, kulturell und sozial höherwertig ansehenden Lehrpersonen vielfach zu sexuellen und anderen körperlichen und psychischen Übergriffen an den Schülern und zur Indoktrination der allein maßgebenden Werte der Europäer.
</p>

<p>Dewdney verfolgte daneben das Ziel, Lebensmittel nur gegen Arbeit auszuteilen. Doch im harten Winter 1884/85 fürchtete man gewaltsame Ausbrüche, und tatsächlich rebellierten die <a href="M%C3%A9tis" title="Métis">Métis</a> im März 1885. Der Vizegouverneur ließ Tabak und Lebensmittel austeilen, um zu verhindern, dass sich Indianer der <a href="Nordwest-Rebellion" title="Nordwest-Rebellion">Nordwest-Rebellion</a> anschlossen. <a href="Wandering_Spirit" title="Wandering Spirit">Wandering Spirit</a> (1845–1885) führte jedoch am 2. April eine Cree-Schar zum Frog Lake, wo neun Männer getötet wurden, unter ihnen der <i>Indian Agent</i>. Nach dem Aufstand, dessen letzte Kampfhandlung die Schlacht am Loon Lake am 3. Juni 1885 war, wurden die Bestrebungen nach größerer Autonomie unterdrückt, die Schulen weiter ausgebaut, die Kontrollen verschärft und Aufständische hart bestraft. Wandering Spirit und sieben weitere Indianer wurden hingerichtet. Außerdem sollten individuelle Farmen das „Indianersystem“ nun endgültig unterminieren. Als Dewdney 1888 Innenminister wurde, führte er noch bis 1892 das Amt des <i>superintendent general of Indian affairs</i>.
</p>

<p>Die Indianer versuchten zunehmend, sich auf der Ebene der aufgezwungenen Mächte zu wehren, nicht mehr durch passiven Widerstand oder kleine Scharmützel, wie im <a href="Chilcotin-Krieg" title="Chilcotin-Krieg">Chilcotin-Krieg</a> von 1863/64 oder in den größeren Gefechten unter Häuptling Big Bear. So reiste etwa <a href="Squamish" title="Squamish">Squamish</a>-Häuptling <a href="Joseph_Capilano" title="Joseph Capilano">Joseph Capilano</a> 1906 nach London, um König <a href="Eduard_VII." title="Eduard VII.">Eduard VII.</a> eine Petition zu überreichen.
</p><p>Dennoch erleichterten Ergänzungen zum Indianergesetz (1905 und 1911) die Enteignung von Reservaten. Rund die Hälfte des Reservats der <a href="Blackfoot" title="Blackfoot">Blackfoot</a> wurde 1916/17 verkauft. Der Widerstand der Kainai, die zu den Blackfoot gehören, wurde durch Hunger gebrochen. In <a href="British_Columbia" title="British Columbia">British Columbia</a> kam es zwischen 1915 und 1920 zu Reservatsverkleinerungen (s. <a href="McKenna-McBride-Kommission" title="McKenna-McBride-Kommission">McKenna-McBride-Kommission</a>) und die Provinzregierung genehmigte immer wieder Enteignungen für Straßenbauten, Industrieanlagen, Stromleitungen, Stauseen usw. Dabei wies sie zahlreiche Unterhändler ab, die nach Victoria gekommen waren. Um diese Zeit wurden letztmals zwei neue <i>Numbered Treaties</i> ausgehandelt, da auf den Gebieten im Westen Kanadas Gold und andere Rohstoffvorkommen entdeckt wurden. Die <i>William Treaties</i> von 1923 bezogen sich auf Gebiet in <a href="Ontario" title="Ontario">Ontario</a>. Schließlich musste jeder, der für längere Zeit sein Reservat verlassen wollte, einen Pass bei sich führen. 1930 gestattete das <i>Natural Resources Transfer Agreement</i> den Zugriff der Provinzen auf Kronland. Doch dabei sollten den Indianern weiterhin alle Rechte auf Jagd, Fallenstellerei und Fischfang zur Selbstversorgung zustehen. Dies sollte ganzjährig und auf unbesetztem Kronland, genauso wie überall da gelten, wo die Indianer Zugangsrechte hatten.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Politik der Assimilierung sollte, wie es der Dichter und Leiter des Indianerministeriums (1913–1931) <a href="Duncan_Campbell_Scott" title="Duncan Campbell Scott">Duncan Campbell Scott</a> 1931 ausdrückte, erst enden, „wenn die Indianer in die Zivilisation voranschreiten und schließlich als ein separates und andersartiges Volk verschwinden, nicht durch Rassenauslöschung sondern durch schrittweise Angleichung an ihre Mitbürger“.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie wurde bis in die späten 1960er Jahre fortgeführt. In der Fassung des <a href="Indian_Act" title="Indian Act">Indian Act</a> von 1927 wurde Indianern verboten, eine politische Organisation zu bilden, um ihre Interessen zu vertreten. Die <i>Residential Schools</i> bestanden bis etwa 1970, die letzte wurde 1996 geschlossen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kampf_um_gleiche_Rechte_(seit_dem_Ersten_Weltkrieg)"><span id="Kampf_um_gleiche_Rechte_.28seit_dem_Ersten_Weltkrieg.29"></span>Kampf um gleiche Rechte (seit dem Ersten Weltkrieg)</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Vorrang_der_Stammesräte,_Abtrennung_von_Métis_und_Inuit"><span id="Vorrang_der_Stammesr.C3.A4te.2C_Abtrennung_von_M.C3.A9tis_und_Inuit"></span>Vorrang der Stammesräte, Abtrennung von Métis und Inuit</h4></div>
<p>Bereits während des Ersten Weltkriegs kam es zu regionalen Versuchen, den Widerstand gegen Reservatsverkleinerungen organisatorisch zusammenzufassen, ohne dass es, wie in den USA, bereits zu pan-indianischen Organisationsversuchen kam (<a href="Brotherhood_of_North_American_Indians" title="Brotherhood of North American Indians">Brotherhood of North American Indians</a>). So entstanden 1916 die <a href="Allied_Tribes_of_British_Columbia" title="Allied Tribes of British Columbia">Allied Tribes of British Columbia</a> (ATBC), eine aus 16 Stammesgruppen bestehende Verbindung der Indian Rights Association mit den <i>Interior Tribes of British Columbia</i>, um sich gegen die Beschlüsse der <a href="McKenna-McBride-Kommission" title="McKenna-McBride-Kommission">McKenna-McBride-Kommission</a> zur Wehr zu setzen. Doch mit dem Verbot von 1927, Geldmittel zur Finanzierung von Gerichtsverfahren zu beschaffen, löste sich die Organisation wieder auf. 1919 gründete der Mohawk-Häuptling und Kriegsveteran Frederick Ogilvie Loft (1861–1934) analog zur <i>League of Nations</i> (<a href="V%C3%B6lkerbund" title="Völkerbund">Völkerbund</a>) die <i>League of Indians in Canada</i> in Ontario. Ihr gelang es sogar zeitweilig Indianer des Westens einzubeziehen, obwohl das zuständige Ministerium versuchte, Loft seinen Status als <i>Status-Indian</i> zu entziehen.<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Dezember 1926 entstand als Reaktion auf die Erschwerung von Grenzübertritten zwischen Kanada und den USA die <i>Six Nations Defense League</i>, die spätere Indian Defence League of America. Die von dem <a href="Tuscarora" title="Tuscarora">Tuscarora</a>-Häuptling Clinton Rickard initiierte Organisation setzt sich bis heute für die Stämme ein, deren traditionelles Gebiet durch die Grenze zerschnitten worden ist.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch nach 1945 scheiterten Versuche, wie die <i>North American Indian Brotherhood</i>, die 1946 entstand, an mangelnder Unterstützung und Repression (v. a. in Saskatchewan),<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> dazu kamen Organisationsprobleme, und die Bruderschaft zerfiel nach 1950 in regionale Fraktionen. Dagegen entstanden mit dem Dakota Ojibway Tribal Council (1974) und bei den <a href="Nisga%E2%80%99a" title="Nisga’a">Nisga’a</a> die ersten Stammesräte (<i>tribal councils</i>), eine Organisationsform, die inzwischen das ganze Land erfasst hat.<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Verstärkter_Assimilationsdruck"><span id="Verst.C3.A4rkter_Assimilationsdruck"></span>Verstärkter Assimilationsdruck</h4></div>
<p>Obwohl Untersuchungen die zerstörerischen Folgen der Assimilationspolitik feststellten, forderten angesehene Anthropologen wie <a href="Diamond_Jenness" title="Diamond Jenness">Diamond Jenness</a> 1947 verstärkte Bemühungen, die als Unmündige behandelten dem euro-kanadischen Lebensstil zuzuführen. Ende der 1940er Jahre machte Saskatchewan hierin den Anfang. Einfügung in die Erwerbsarbeit und Abwanderung in die Metropolen galten als fortschrittliche Ziele, auch gegen den Widerstand der Ureinwohner. Dazu gehörte aber auch die Gewährung von Rechten, zunächst des Wahlrechts auf Provinzebene (British Columbia 1947, Manitoba 1952, Ontario 1954), für Statusindianer, die nicht im Reservat lebten 1950 auch auf Bundesebene. 1951 wurden die Verbote von <a href="Potlatch" title="Potlatch">Potlatch</a> und <a href="Sonnentanz" title="Sonnentanz">Sonnentanz</a> aufgehoben.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1960 durften alle Indianer erstmals an Wahlen des kanadischen <a href="Unterhaus_(Kanada)" title="Unterhaus (Kanada)">Unterhauses</a> teilnehmen, ein Recht, das die US-Indianer bereits seit fast 40 Jahren besaßen. 1969 forderte der damalige <i>Minister of Indian Affairs</i>, <a href="Jean_Chr%C3%A9tien" title="Jean Chrétien">Jean Chrétien</a>, die Aufhebung des Indianergesetzes und die Einziehung aller Reservate. Die weltweite Dekolonialisierung entzog der Regierung den argumentativen Boden für die Aufrechterhaltung kolonialer Muster, doch wehrten sich die Ureinwohner gegen die ersatzlose Streichung ihrer Rechte.
</p><p>1961 entstand der <i>National Indian Council</i>, der immerhin drei der vier Hauptgruppen der Indianer vertrat, die Vertrags- und Statusindianer (treaty and status), die Nicht-Status-Indianer – von ihnen zählte man im Jahr 2007 über 126.000, während es sechs Jahre vorher nur 104.000 waren – und die Métis – bei denen man knapp 300.000 bzw. 291.000 zählte.<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Oberste Priorität hatte die Einheit der genannten Völker. Doch 1968 sprengten die divergierenden Interessen die Organisation und es entstanden, als Vertreter der Vertrags- und Status-Indianer, die <i>National Indian Brotherhood</i>, während die beiden anderen Gruppen sich im <i>Native Council of Canada</i> verbanden. Hieraus ging der <i><a href="Congress_of_Aboriginal_Peoples" title="Congress of Aboriginal Peoples">Congress of Aboriginal Peoples</a>, (CAP)</i> hervor, der sich als Sprecher der Nicht-Status-Indianer, aber auch der außerhalb der Reservate lebenden (Off-Reserve Indians) und der verstreuten Indianer einschließlich der Métis sieht. In dieser Zeit wurden weiterhin Forderungen nach vollständiger Assimilation laut.
</p><p>1962 kritisierte erstmals eine Gruppe von Anthropologen das Konzept der Assimilierung (Dunning). Die von Harry Hawthorne in Regierungsauftrag durchgeführte Studie von 1966/67 forderte ihre Rücknahme, die Hawthorne schon 1958 gefordert hatte. Allerdings forderte er eine Integration in Form aller Rechte und Pflichten eines nichtindigenen Kanadiers plus bestimmte indigene Rechte (<i>Citizen plus</i> genannt). Eine Doppelstrategie sollte die Reservatsindianer unterstützen, die städtischen integrieren. Die Häuptlinge Albertas unterstützten ihn ab 1970. Nach dem Scheitern Trudeaus in der Indigenenpolitik setzte ein Richtungswechsel ein. Den Stämmen wurden mehr Rechte eingeräumt, als erstes wurden die Schulen in ihre Hände gegeben (ab 1971).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Landansprüche,_Versammlung_der_First_Nations"><span id="Landanspr.C3.BCche.2C_Versammlung_der_First_Nations"></span>Landansprüche, Versammlung der First Nations</h4></div>

<p>1973 gelang es erstmals Indianern, genauer gesagt <a href="Frank_Calder_(Politiker)" title="Frank Calder (Politiker)">Frank Calder</a> von den <a href="Nisga%E2%80%99a" title="Nisga’a">Nisga’a</a>,<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> vor dem <a href="Oberster_Gerichtshof_von_Kanada" title="Oberster Gerichtshof von Kanada">Obersten Gerichtshof Kanadas</a> Landansprüche durchzusetzen, die 2000 in einen Vertrag umgesetzt wurden.<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Gerichtshof erklärte die Bestimmungen der <a href="K%C3%B6nigliche_Proklamation_von_1763" title="Königliche Proklamation von 1763">königlichen Erklärung von 1763</a> für weiterhin bindend. Dazu kam eine erfolgreiche Kampagne gegen die Diskriminierung von Ehen zwischen indianischen Frauen und nichtindianischen Männern. Die Indianerinnen und ihre Kinder verloren laut <a href="Indian_Act" title="Indian Act">Indianergesetz</a> ihren Status als Indianer. Heirateten Indianer jedoch Nichtindianerinnen, so verloren die Männer nicht ihren Status. Dies wurde 1985 dahingehend geändert, als auch die Indianerinnen und ihre Kinder den Status auf Antrag behalten konnten. Ihre Kinder behielten diesen Status jedoch nur, wenn sie wiederum registrierte Indianer heirateten. Diese Bestimmungen sorgen einerseits dafür, dass diese als „Bill C-31 Indians“ bezeichnete Gruppe nach zwei Generationen weitgehend verschwunden sein wird, andererseits widerspricht die Entscheidung Grundrechten, wie der Oberste Gerichtshof im Juni 2007 befand (McIvor Decision). Die Bezeichnung „C-31“ geht darauf zurück, dass 1985 die entsprechende Gesetzesvorlage die Bezeichnung „Bill C 31“ trug. Sie sorgte für etwa 117.000 Wiedereintragungen in die Listen der anerkannten Indianer. Im April 2009 entschied der Oberste Gerichtshof von British Columbia, dass alle Diskriminierungen aus dem <a href="Indian_Act" title="Indian Act">Indian Act</a> innerhalb eines Jahres zu entfernen seien, Anfang Juni sagte der Leiter des <a href="Department_of_Indian_Affairs_and_Northern_Development" class="mw-redirect" title="Department of Indian Affairs and Northern Development">zuständigen Ministeriums</a> die Umsetzung zu.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch innerhalb der Indianerorganisationen zeigte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, dass die Rollenverständnisse zwischen den Geschlechtern sich zu ändern begannen. Agnes Fontaine, die Mutter <a href="Phil_Fontaine" title="Phil Fontaine">Phil Fontaines</a>, wurde 1952 als erste Frau Kanadas zum <i>band councillor</i> gewählt. Weitere Kampagnen brachten Bildungs-, Gesundheits- und Wirtschaftsprobleme in das Bewusstsein der kanadischen Öffentlichkeit. Dazu trug auch die <a href="First_Nations_University_of_Canada" title="First Nations University of Canada">First Nations University of Canada</a> bei, die aus dem 1976 gegründeten <i>Saskatchewan Indian Federated College</i> hervorging, und einige private Bildungsinstitute.
</p><p>Die Bewegung für die Rechte der First Nations nahm in den späten 1970er Jahren einen Aufschwung, als die kanadische Regierung eine von <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Großbritannien</a> unabhängige Verfassung plante. Aus der Befürchtung heraus, dass die Rechte der First Nations übergangen würden, gingen 1979 über 300 Indianer nach London, um dagegen zu protestieren.
</p><p>Doch Ende der 1970er Jahre zeigten sich innerhalb der politischen Organisationen ausgeprägte Regionalisierungstendenzen. Es bildete sich 1982 eine neue, den Bedürfnissen der zahlreichen Gruppen besser angepasste Gesamtvertretung der indianischen Völker Kanadas, die <a href="Versammlung_der_First_Nations" title="Versammlung der First Nations">Versammlung der First Nations</a>. Sie vertrat nicht mehr so sehr die Regionen, sondern mehr die führenden politischen Kräfte der Stämme und ihrer Organisationen. Überspitzt gesagt, ist sie das Koordinationsbüro der Häuptlinge, die wiederum von ihren Stämmen auf sehr verschiedene Weise bestimmt werden. Im <a href="Verfassungsgesetz_von_1982" title="Verfassungsgesetz von 1982">Verfassungsgesetz von 1982</a> wurden die Rechte der First Nations zwar anerkannt, sie selbst waren jedoch erst ab 1983 am Verfassungsprozess beteiligt. Sektion 35 der Verfassung legte 1982 fest, dass die Rechte der First Nations, ob sie nun einen separaten Vertrag hatten oder nicht, Gültigkeit haben. Doch es war und ist die Unsicherheit im Detail, die Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung behindern. Insofern sind die Vertragsverhandlungen für die Rechtssicherheit von größter Bedeutung.
</p><p>Dr. David Ahenakew wurde 1982 zum ersten <i>National Chief to the Assembly of First Nations</i> gewählt. Dennoch kam der Prozess kaum voran. Es wurden mehrere Konferenzen mit dem Premierminister, den Provinzen und den Vertretungen der Ureinwohner abgehalten (allein vier <i>First Ministers Conferences on Aboriginal Rights</i> von 1983 bis 1987). Trotz einer Verbesserung der Beziehungen lehnten die Regierungen von Kanada und der <a href="Provinzen_und_Territorien_Kanadas" title="Provinzen und Territorien Kanadas">Provinzen</a>, allen voran Saskatchewan, British Columbia und Neufundland, letztendlich das Recht der First Nations auf eine eigene Regierung ab. Dennoch erreichten die <a href="Frankophone_Kanadier" title="Frankophone Kanadier">Frankokanadier</a> für ihr Gebiet Sonderrechte, die anderen Nationen schwerlich vorenthalten werden konnten (<a href="Meech_Lake_Accord" title="Meech Lake Accord">Meech-Lake-Vereinbarung</a> im Jahr 1987, Charlottetown-Vereinbarung, abgelehnt durch ein Referendum am 28. Oktober 1992) – jedenfalls nicht auf Dauer. Die Landansprüche erhielten den gleichen Verfassungsschutz wie die abgeschlossenen Verträge, und Ontario, Manitoba, Neubraunschweig unterstützten den Anspruch auf Selbstregierung. Zur genauen Bestimmung der Landansprüche wurde 1991 die in Ottawa ansässige Indian Claims Commission eingesetzt.
</p><p>Übernational gelang eine gewisse Form der Anerkennung durch das <a href="Nordamerikanisches_Freihandelsabkommen" title="Nordamerikanisches Freihandelsabkommen">Freihandelsabkommen mit den USA</a>, dazu kam harsche Kritik seitens der <a href="Vereinte_Nationen" title="Vereinte Nationen">UNO</a> mit Blick auf die Politik gegenüber Ureinwohnern. Gegen den Widerstand der kanadischen Regierung, aber auch derjenigen der USA, <a href="Australien" title="Australien">Australiens</a> und <a href="Neuseeland" title="Neuseeland">Neuseelands</a>, verabschiedete die UNO am 13. September 2007 eine Resolution, in der nicht nur die Beseitigung jeder Benachteiligung gefordert wird, oder das Recht auf Mitsprache in sie betreffenden Angelegenheiten, sondern auch das Recht „anders zu bleiben“ (<i>to remain distinct</i>). Den kanadischen Botschafter störten vor allem die Passagen, die Boden und Rohstoffe betreffen und in denen Mitspracherechte gefordert werden.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gerade bei der Rohstoffgewinnung wird auf indigene Rechte – trotz der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs – keine Rücksicht genommen, vor allem auf der Ebene der Provinzen, wie die Inhaftierung des Häuptlings der <a href="Ardoch_Algonquin" class="mw-redirect" title="Ardoch Algonquin">Ardoch Algonquin</a> in der Provinz Ontario im Februar 2008 zeigte. Australien und Neuseeland revidierten inzwischen ihre Position, Kanada folgte im November 2010.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufstände_und_Selbstregierung,_erste_Verträge_von_Nation_zu_Nation_(seit_etwa_1990)"><span id="Aufst.C3.A4nde_und_Selbstregierung.2C_erste_Vertr.C3.A4ge_von_Nation_zu_Nation_.28seit_etwa_1990.29"></span>Aufstände und Selbstregierung, erste Verträge von Nation zu Nation (seit etwa 1990)</h3></div>
<p>Vom 11. Juli bis zum 26. September 1990 kam es zu einem Aufstand der <a href="Mohawk" title="Mohawk">Mohawk</a> nahe der Stadt <a href="Oka_(Qu%C3%A9bec)" title="Oka (Québec)">Oka</a> in <a href="Qu%C3%A9bec" title="Québec">Québec</a>. Diese <a href="Oka-Krise" title="Oka-Krise">Oka-Krise</a> hatte sich an Auseinandersetzungen mit Bürgern der Stadt entzündet. Nach Ablauf eines Jahres veröffentlichte eine Kommission einen Bericht, der die Existenz der Probleme der First Nations bestätigte. Dazu gehörten hauptsächlich Armut, schlechte Gesundheit, Alkohol- und Drogenprobleme, das Auseinanderbrechen von familiären Strukturen und eine hohe Selbstmordrate. Die Kommission empfahl der Regierung, eine faire und dauerhafte Grundlage der Koexistenz mit den First Nations zu schaffen, darunter materielle Unterstützung zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse und die Schaffung eines eigenen Parlaments zur Vertretung ihrer Interessen. Offenbar war die Oka-Krise die erste gewaltsame Auseinandersetzung, die auch in den nationalen Medien eine Rolle spielte. Frühere Auseinandersetzungen, wie am Fraser in British Columbia um 1970 füllten nur die lokalen Blätter. 1995 kam es wieder zu Unruhen, diesmal in Ontario. Bei der <a href="Ipperwash-Krise" title="Ipperwash-Krise">Ipperwash-Krise</a> kam Dudley George ums Leben, ein Angehöriger der <a href="Ojibwa" class="mw-redirect" title="Ojibwa">Ojibwa</a>.
</p><p>1990 war die kanadische Regierung unter <a href="Brian_Mulroney" title="Brian Mulroney">Brian Mulroney</a> in Bedrängnis, da es Probleme mit den französischsprachigen Gebieten gab, die sich beim Verfassungsprozess übergangen fühlten. Daher suchte Mulroney die Unterstützung der First Nations und versprach die Einrichtung einer Kommission, die als <i>Erasmus-Dussault commission</i> bekannt wurde. Sie schlug 1996 die Selbstregierung der Indianer vor. Die Regierung sollte auf einer <i>nation-to-nation basis</i> verhandeln. Außerdem schlug sie vor, mit bis zu 2 Milliarden <a href="Kanadischer_Dollar" title="Kanadischer Dollar">kanadischer Dollar</a> eine Angleichung der Lebensverhältnisse an den Landesdurchschnitt zu forcieren.
</p><p>1993 kam es in British Columbia zu ersten Vertragsverhandlungen mit den First Nations, von denen als erste die <a href="Nisga%E2%80%99a" title="Nisga’a">Nisga’a</a> im Norden der Provinz einen endgültigen Vertrag erhielten. Im Territorium Yukon nahmen die meisten Stämme nach 1973 Verhandlungen mit den Regierungen in <a href="Whitehorse" title="Whitehorse">Whitehorse</a> und Ottawa auf, die zu komplizierten Verträgen führten. Darin fanden sich Regelungen zum Siedlungsland, das den Stämmen zustehen sollte, vielfach erhielten sie Jagdrechte im gesamten traditionellen Gebiet, in einem kleineren Gebiet wurden sie an der Nutzung der Oberfläche, in einem noch kleineren auch an den Bodenschätzen beteiligt. Allerdings sollte bei deren Ausbeutung auf indianische Arbeitskraft zurückgegriffen werden. Innerhalb des engeren Stammesgebiets besteht eine eigene Gesetzgebung, im Territorium eine verbesserte Repräsentation. Auch flossen nun Schutzgebiete und historische Stätten in die Regelungen ein, hinzu kam die Förderung der regionalen Kulturen (dazu <a href="Geschichte_der_Tr%E2%80%99ondek_Hwech%E2%80%99in_First_Nation#Landansprüche_und_Selbstregierung,_kulturelle_Wiederbelebung_(seit_etwa_1950)" title="Geschichte der Tr’ondek Hwech’in First Nation">exemplarisch</a>).
</p><p>Anfang 1998 entschuldigte sich die kanadische Regierung formell bei den Ureinwohnern für die Art und Weise, wie sie sie in der Vergangenheit behandelt hatte.<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch die Kirchen haben sich für die Verhältnisse in den <i><a href="Residential_Schools_(Kanada)" class="mw-redirect" title="Residential Schools (Kanada)">Residential Schools</a></i> entschuldigt,<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eine Entwicklung, die jüngst auch die Vereinigten Staaten erfasst hat.<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Januar 2007 ernannte die <a href="Anglikanische_Kirche_von_Kanada" title="Anglikanische Kirche von Kanada">Anglikanische Kirche von Kanada</a> erstmals einen Bischof für alle Indigenen. Am 11. Juni 2008 entschuldigte sich Premierminister <a href="Stephen_Harper" title="Stephen Harper">Stephen Harper</a>, vier Monate nach der Regierung <a href="Australien" title="Australien">Australiens</a>, für die individuellen und kulturellen Folgen des Schulsystems.<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dennoch setzte sich der Streit um die Rechte der Indianer fort. 1999 bis 2001 kam es in <a href="New_Brunswick" title="New Brunswick">Neubraunschweig</a> zu Ausschreitungen beim Streit um die Frage, ob die <a href="Mi'kmaq" class="mw-redirect" title="Mi'kmaq">Mi'kmaq</a> der <a href="Burnt_Church_First_Nation" title="Burnt Church First Nation">Burnt Church First Nation</a> auch außerhalb der Saison <a href="Hummer" title="Hummer">Hummer</a> fangen dürfen. Diese Fischereifrage ist äußerst kompliziert und bis heute ungelöst. Im November 2009 klagten die <a href="Ahousaht" title="Ahousaht">Ahousaht</a>, <a href="Ehatteshaht" title="Ehatteshaht">Ehatteshaht</a>, <a href="Mowachaht/Muchalaht" class="mw-redirect" title="Mowachaht/Muchalaht">Mowachaht/Muchalaht</a>, <a href="Hesquiaht" title="Hesquiaht">Hesquiaht</a> und <a href="Tla-o-qui-aht" title="Tla-o-qui-aht">Tla-o-qui-aht</a> auf <a href="Vancouver_Island" title="Vancouver Island">Vancouver Island</a> auf Zulassung zum kommerziellen Fischfang (<i>Ahousaht Indian Band And Nation v. Canada Attorney General, 2009 BCSC 1494</i>).<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><span id="Gustafsen_Lake_Standoff"></span>Ebenso grundsätzlich war die Frage, die 1995 im so genannten <i>Gustafsen Lake Standoff</i> in British Columbia gewalttätig aufgeworfen wurde. Hier ging es um Landansprüche der <a href="Secwepemc" title="Secwepemc">Shuswap</a> am besagten See unweit <a href="100_Mile_House" title="100 Mile House">100 Mile House</a>. Bei der einmonatigen Belagerung der Besetzer wirkten 400 Polizisten und fünf Hubschrauber mit, ein Mensch kam ums Leben. Einer der Besetzer, James Pitawanakwat, floh in die USA und erhielt dort – als erster und einziger Indianer – politisches Asyl. Im Urteil warf Janice Stewart vom Distriktsgericht in Oregon der kanadischen Regierung die Okkupation von niemals abgetretenem Land vor. Dass diese Frage keineswegs gelöst ist, zeigte zuletzt die <a href="Caledonia-Landbesetzung" title="Caledonia-Landbesetzung">Caledonia-Landbesetzung</a> in Ontario, die im Februar 2006 bekannt wurde und Anfang 2008 immer noch andauerte, oder die <a href="Grassy-Narrows-Blockade" title="Grassy-Narrows-Blockade">Grassy-Narrows-Blockade</a>, die seit 2002 besteht und erste Erfolge zeitigt.
</p><p>Auch heute noch sind die Lebensverhältnisse vielfach prekär. 2005 erreichte die Trinkwasserkrise der <a href="Kashechewan" title="Kashechewan">Kashechewan</a> First Nation nationales Medieninteresse, als eine Bakterienverseuchung in ihrer <a href="Wasserversorgung" title="Wasserversorgung">Wasserversorgung</a> entdeckt wurde.
</p><p>Ende 2005 lud Premierminister <a href="Paul_Martin_(Politiker%2C_1938)" title="Paul Martin (Politiker, 1938)">Paul Martin</a>, zum ersten Mal seit den Verfassungsgesprächen in den 1980er Jahren, die Vertreter der First Nations zu einer <i>First Ministers</i>-Konferenz ein. Kurz vor seiner Abwahl als Premierminister versprach Martin im <a href="Abkommen_von_Kelowna" title="Abkommen von Kelowna">Abkommen von Kelowna</a>, innerhalb der nächsten fünf Jahre fünf Milliarden Dollar zur Verbesserung der Lebensbedingungen der First Nations, <a href="M%C3%A9tis" title="Métis">Métis</a> und <a href="Inuit" title="Inuit">Inuit</a> zur Verfügung zu stellen. Von der konservativen Regierung unter Stephen Harper wurde das Abkommen jedoch fallen gelassen, in den Haushalten von 2006 und 2007 waren lediglich 150 bzw. 300 Millionen Dollar vorgesehen.
</p><p>Andererseits sind die Vertragsverhandlungen zwischen Kanada und den Provinzen auf der einen Seite und den First Nations auf der anderen an einigen Stellen vorangekommen. In British Columbia wird dabei ein sechsstufiger Vertragsprozess verfolgt, den einige wenige Stämme bereits absolviert haben. So warten die seitens der <a href="Lheidli_T'enneh" class="mw-redirect" title="Lheidli T'enneh">Lheidli T'enneh</a> in der Region <a href="Prince_George_(British_Columbia)" title="Prince George (British Columbia)">Prince George</a> und der <a href="Tsawwassen" title="Tsawwassen">Tsawwassen</a> im <a href="Lower_Mainland" title="Lower Mainland">Lower Mainland</a> um <a href="Vancouver" title="Vancouver">Vancouver</a> angenommenen Verträge nur noch auf die Ratifizierung durch das Parlament. Auch von den <a href="Nuu-chah-nulth" title="Nuu-chah-nulth">Nuu-chah-nulth</a>-Stämmen haben sich fünf zu den <i>Maa-nulth First Nations</i> zusammengefunden und sich 2007 mit großer Mehrheit für einen Vertrag entschieden.
</p><p>Dagegen wehren sich die benachbarten <a href="Ditidaht" title="Ditidaht">Ditidaht</a>, genauso wie die <a href="Songhees" title="Songhees">Songhees</a> und die <a href="Semiahmoo" title="Semiahmoo">Semiahmoo</a> gegen die Abmachungen der Tsawwassen. Andere Stämme, wie die <a href="Kwakiutl_(Volk)" title="Kwakiutl (Volk)">Kwakiutl</a> oder einige <a href="St%C3%B3%3Al%C5%8D" title="Stó:lō">Stó:lō</a>-Stämme sind aus dem Vertragsprozess wieder ausgestiegen, weil erstere darin einen Bruch des Vertrags mit <a href="James_Douglas_(Gouverneur)" title="James Douglas (Gouverneur)">James Douglas</a> sehen, oder andere darin eine schleichende Enteignung erkennen. Zwar sollen die Stammesgebiete erheblich vergrößert werden, doch wird ihr Besitz individualisiert. Bei den ärmeren Stämmen<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> besteht damit die Gefahr, dass ihr traditionelles Gebiet Stück für Stück verkauft wird. Seitdem David Vickers, Richter am Obersten Gerichtshof, den Xeni Gwet'in Ende 2007 im Nemiah Valley westlich des <a href="Williams_Lake_(British_Columbia)" title="Williams Lake (British Columbia)">Williams Lake</a> rund die Hälfte ihres traditionellen Territoriums von 4.000&nbsp;km² zugestanden hat, steht der gesamte Verhandlungsprozess wohl vor seinem Ende.<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Mi'kmaq auf Neufundland fanden hingegen 2011 Anerkennung, so dass dort mit der <a href="Qalipu_Mi%E2%80%99kmaq_First_Nation" title="Qalipu Mi’kmaq First Nation">Qalipu Mi’kmaq First Nation</a> der zahlenmäßig größte Stamm Kanadas entstand.
</p><p>Letztlich ist die Regierung nie davon abgerückt, die Indianer zu individualisieren und zu assimilieren. Daher sind zwar alle Verbrechen gegen die Ureinwohner anerkannt worden, jedoch wurde der Versuch, eine ganze Kultur auszulöschen, nie verurteilt. Teile der kanadischen Bevölkerung scheinen hingegen die Ureinwohner als Teil ihrer eigenen, komplexen Kultur anzunehmen, viele glauben, dass gerade dies das Besondere an der kanadischen Kultur sei.<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verträge_und_ihre_Folgen:_die_Cree_im_Norden_Québecs_(seit_1975)"><span id="Vertr.C3.A4ge_und_ihre_Folgen:_die_Cree_im_Norden_Qu.C3.A9becs_.28seit_1975.29"></span>Verträge und ihre Folgen: die Cree im Norden Québecs (seit 1975)</h3></div>
<p>Die <a href="Cree" title="Cree">Cree</a> mit ihren 135 Stämmen stellen die größte Gruppe unter den First Nations dar und umfassen rund 200.000 Menschen. Das gigantische <a href="Baie-James-Wasserkraftprojekt" title="Baie-James-Wasserkraftprojekt">Baie-James-Wasserkraftprojekt</a> mit Stauseen von über 15.000&nbsp;km² betrachteten die rund 7000 Cree und 4500 Inuit, die an der Bucht und in der Region <a href="Nord-du-Qu%C3%A9bec" title="Nord-du-Québec">Nord-du-Québec</a> lebten, als Bedrohung ihrer auf Jagd und Fallenstellerei beruhenden Lebensweise in ihrem rund eine Million km² umfassenden Gebiet. Ein Aufsehen erregender Prozess mündete 1975 in das <a href="Abkommen_der_Baie_James_und_des_Quebecer_Nordens" title="Abkommen der Baie James und des Quebecer Nordens">Abkommen der Baie James und des Quebecer Nordens</a>. 1984 wurden die Cree aus der Vormundschaft des Indianerministeriums formal entlassen, und sie besitzen seitdem alle Rechte der kanadischen <a href="Verwaltungseinheit" title="Verwaltungseinheit">Verwaltungseinheiten</a>.
</p><p>1991 unterzeichneten die Cree und Inuit einen Vertrag, der Kanada die Nutzung der <a href="Wasserkraft" title="Wasserkraft">Wasserkraft</a> zugestand – gegen Kompensationszahlungen und Selbstverwaltungsrechte in einem Teil des Konventionsgebiets. Innerhalb eines Kerngebiets (etwa 1,3&nbsp;% der Fläche, also ca.&nbsp;14.000&nbsp;km²), dem Gebiet ihrer neun Siedlungen, erhielten die Cree das alleinige Nutzungsrecht. In weiteren Gebieten hatten sie exklusive Jagd- und Fischrechte. Doch in rund 85&nbsp;% des Vertragsgebiets haben sie nur einige Jagdprivilegien. Dazu bieten sich Beschäftigungsmöglichkeiten in der Verwaltung und in der Wirtschaft, in Gesundheitswesen, Umweltschutz bis zum Betrieb der Fluggesellschaft <a href="Air_Creebec" title="Air Creebec">Air Creebec</a>. Das Schulsystem vermittelt Sprache und Kultur der Cree.
</p><p>Bei allen Fortschritten zeigt sich jedoch ein Problem: Die Zersplitterung und Individualisierung schreitet voran, eine neue Führungsschicht ist entstanden, die die Verwaltung dominiert. Daneben gehen immer weniger der traditionellen Jagd nach, während die Jungen weder in der einen noch in der anderen Gruppe vertreten sind. Dazu kommt, dass das Baie-James-Wasserkraftprojekt kritischer betrachtet wird. Der 2005 gewählte <i>Grand Chief of the Crees of Quebec</i>, Matthew Mukash, fordert die Förderung von <a href="Windkraftanlage" title="Windkraftanlage">Windkraftanlagen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Trends">Trends</h3></div>
<p>Es ist eine Vielzahl von Faktoren, die die Eigenständigkeit der Indianerkulturen bedroht. Zum einen sind dies Geschehnisse, die in der Vergangenheit liegen, die ihre Kultur unwiderruflich verändert und ihr zum Teil die materiale und Wissens-Grundlage entzogen haben. Zum anderen ist es weiterhin die ökonomisch motivierte Umwandlung ihrer natürlichen Umgebung (vor allem die Waldzerstörung, aber auch die Bedrohung der Fischbestände), zum anderen Armut und zugleich die Bildung neuer Eliten, und paradoxerweise mit beidem zusammenhängend, die Abwanderung gerade der Jüngeren und die Abhängigkeit der Verbliebenen von Staat und Industrie.
</p><p>Drei markante Veränderungen der letzten Jahre sind dabei zum einen die Unterschutzstellung erheblicher Teile der alten Stammesgebiete als <a href="Provinzpark" title="Provinzpark">Provinzparks</a> und <a href="Nationalparks_in_Kanada" title="Nationalparks in Kanada">Nationalparks</a>, aber auch unter eigene Verwaltung, wie bei den Cree. Damit entsteht über Selbstverwaltung und <a href="Tourismus" title="Tourismus">Tourismus</a> für viele Reservatsbewohner eine Verdienstmöglichkeit, die weder die Ressourcen im bisherigen Ausmaß zerstört, noch von staatlicher Wohlfahrt<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> abhängig hält. Eine zweite Veränderung betrifft die kurz vor dem Durchbruch stehenden Verhandlungen zwischen diversen Stämmen und der kanadischen Regierung. So standen 2006 allein in British Columbia 57 First Nations in 47 verschiedenen Verhandlungen. Diese Stämme repräsentieren zwei Drittel der Bevölkerung der First Nations in der Provinz. Diese Verträge werden die Stammesgebiete zwar vergrößern, aber der bisher unverkäufliche Boden wird privatisiert. Damit würde er erstmals veräußerlich, was angesichts der Armut zahlreicher Gemeinschaften einer langsamen Auszehrung gleichkommen könnte. Damit kommt ein drittes Konzept ins Spiel, das vor allem die <a href="Tla-o-qui-aht" title="Tla-o-qui-aht">Tla-o-qui-aht</a> seit 2005 vorangetrieben haben. Ihr Konzept zielt auf eine minutiöse Rekonstruktion der traditionellen Gesellschaft unter Zuhilfenahme aller Quellen, und auf ihre Wiederherstellung ab (vgl. <a href="Tla-o-qui-aht#Wiederherstellung_der_traditionellen_Gesellschaft" title="Tla-o-qui-aht">Wiederherstellung der traditionellen Gesellschaft</a>). Nomadische Gruppen, die schon dadurch kaum Beachtung fanden, dass sie nicht als Stämme anerkannt waren, wie die <a href="Kitcisakik" title="Kitcisakik">Kitcisakik</a> in Québec, wurden in den letzten Jahren zur Sesshaftigkeit überredet, ihre Kinder werden weit außerhalb ihres Gebietes unterrichtet.
</p><p>Dagegen stehen nach wie vor die teils wirtschaftlichen, teils humanitären Argumente für eine Integration der First Nations durch Privatisierung des Landeigentums. Dabei wird einerseits mit Ressourcenverschwendung argumentiert, andererseits mit der Frage, ob die Subventionierung gerade der meist ländlichen Gebiete nicht ökonomisch sinnlos sei, da die Städte die Motoren der modernen Wirtschaft seien. Zum dritten wird jede Form kollektiven Landeigentums mit dem in Nordamerika leicht verfangenden Vergleich mit den sozialistischen Systemen abgelehnt.
</p><p>Eine Art Zwischenposition vertreten die Indianer, die innerhalb des Systems als Individuen aufsteigen, dabei aber ihre Herkunft nicht vergessen. Der erste indianische <a href="Vizegouverneur_(Kanada)" title="Vizegouverneur (Kanada)">Vizegouverneur</a> Kanadas, der Cree James Bartleman aus Ontario (2002–2007), wandte beispielsweise der Jugend seine Aufmerksamkeit zu und sammelte für die Schulen über eine Million gebrauchte Bücher, förderte Schreib- und Lesefähigkeit und brachte ihre Probleme verstärkt ins öffentliche Bewusstsein.
</p><p>Die Frage, wovon die im Reservat lebenden Indianer leben werden, führt in den USA seit Jahrzehnten zu Kontroversen zwischen den staatlichen Institutionen, wirtschaftlichen Interessengruppen und sogar zwischen den Stämmen. Dies hängt damit zusammen, dass die dortigen Indianer seit 1988 <a href="Gl%C3%BCcksspiel" title="Glücksspiel">Glücksspiel</a> unter steuerlich günstigen Bedingungen betreiben dürfen. Die zahlreichen <a href="Indianerkasino" title="Indianerkasino">Casinos</a> – allein in Kalifornien betreiben 60 der 109 anerkannten Stämme diese Mischung aus Entertainment, Tourismus und Glücksspiel – machen sich mittlerweile gegenseitig Konkurrenz. Noch ist die Situation in Kanada anders. Nur wenige Stämme betreiben ein Casino, doch 2008 kam es um das in Alberta seit dem 1. Januar 2008 gültige Rauchverbot zu ersten Auseinandersetzungen, hinter denen sich sehr grundsätzliche Fragen verbergen. Denn die Cree lehnen dieses Verbot ab und ziehen sich dabei auf die Rechtsposition zurück, ihr Reservat sei Bundesgebiet und unterliege daher nicht der Provinzgesetzgebung. Das <i>River Cree Casino and Resort</i> der Enoch Cree, direkt neben der Einkaufs-Mall von <a href="Edmonton" title="Edmonton">Edmonton</a> gelegen, steht dabei seit Anfang 2008 im Mittelpunkt. Es wurde erst 2006 eröffnet und ist das erste von einer First Nation in Alberta betriebene Casino, genau in der Nachbarschaft des 1980 eröffneten ersten Casinos der Provinz.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch hier sind bei Ausweitung der Betriebsgenehmigungen auf andere Stämme Konflikte analog zu denen in den USA absehbar.<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Frage, wer als Statusindianer Anerkennung findet, entscheidet nach wie vor das <a href="Department_of_Indian_Affairs_and_Northern_Development" class="mw-redirect" title="Department of Indian Affairs and Northern Development">Department of Indian Affairs and Northern Development</a> auf der Grundlage des Indianergesetzes. Seit 2007 versucht die <i>Union of Ontario Indians</i>, die 42 Stämme vertritt, durchzusetzen, dass die Stämme im Rahmen ihrer Selbstbestimmung festlegen, wer ein Indianer sei. Dazu wurde ein eigenes Bürgerschaftsgesetz entwickelt.<sup id="cite_ref-76" class="reference"><a href="#cite_note-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Aufsicht durch das Department haben sich die Cree im Norden Quebecs, die Nisga’a Nation, die Tlicho First Nation in den Nordwest-Territorien und die meisten Gruppen im Yukon-Territorium entzogen.<sup id="cite_ref-77" class="reference"><a href="#cite_note-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seitdem im Laufe der Zwischenkriegszeit der Bevölkerungsrückgang gestoppt und in den 1960er Jahren die Kindersterblichkeit in den Reservaten drastisch zurückgegangen ist, steigt die Zahl der Indianer deutlich schneller, als die der übrigen kanadischen Bevölkerung. Damit erhalten Gesichtspunkte wie Bildung und Chancen, aber auch Teilhabe innerhalb der ethnischen Gruppen schnell wachsende Bedeutung, denn der Anteil der Jungen ist inzwischen sehr hoch. Die Zahl der Suizide allerdings – in den Medien wurde insbesondere der Stamm der Attawapiskat im Norden Ontarios bekannt – veranlasste die Bundesregierung 2016 dazu, die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker (<a href="Resolution_61/295" class="mw-redirect" title="Resolution 61/295">Resolution 61/295</a> vom 13. September 2007)<sup id="cite_ref-78" class="reference"><a href="#cite_note-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, der mit Ausnahme von Kanada, den USA, Australien und Neuseeland alle Mitglieder zugestimmt hatten, in die Verfassung einzuarbeiten. Obwohl entsprechende Vorgaben bereits 2010 anerkannt wurden, sollen sie nunmehr rechtlich bindend werden.<sup id="cite_ref-79" class="reference"><a href="#cite_note-79"><span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dies gilt auch für den Zwang zu Konsultationen im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Rohstoffen. Bereits die hohen Rohstoffpreise der Jahre ab 2007 zeigten, dass die First Nations im Besitz enormer Reichtümer sind. In Verbindung mit der zunehmenden Eigenständigkeit hat dies zur Folge, dass die Außenwirtschaftskontakte intensiviert werden. So finden sich die nördlichsten Stämme in Verbänden der arktischen Völker wieder. Im November 2008 besuchte eine Delegation mehrerer First Nations <a href="Volksrepublik_China" title="Volksrepublik China">China</a>, um eigenständig Kooperationen zu vereinbaren.<sup id="cite_ref-80" class="reference"><a href="#cite_note-80"><span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Juni 2007 traf König <a href="Tuheitia_Paki" title="Tuheitia Paki">Tuheitia Paki</a> von den <a href="Neuseeland" title="Neuseeland">neuseeländischen</a> <a href="M%C4%81ori" class="mw-redirect" title="Māori">Māori</a>, genauer der aus 127.000 Menschen bestehenden <a href="Tainui_(Stammesvereinigung)" title="Tainui (Stammesvereinigung)">Tainui</a>-Stammesvereinigung, eine Delegation der <a href="Squamish" title="Squamish">Squamish</a> und <a href="Nisga%E2%80%99a" title="Nisga’a">Nisga’a</a> in <a href="Vancouver" title="Vancouver">Vancouver</a>.<sup id="cite_ref-81" class="reference"><a href="#cite_note-81"><span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein großes soziales Problem der First Nations ist das <a href="Verschwundene_indigene_Frauen_in_Kanada" title="Verschwundene indigene Frauen in Kanada">Verschwinden von Frauen und Mädchen</a> aus ihrem sozialen Umfeld, ohne nennenswerte Spuren zu hinterlassen. Die <a href="29._Kanadisches_Kabinett" title="29. Kanadisches Kabinett">Regierung Justin Trudeau</a> hat 2016, erstmals durch eine Bundesregierung, Schritte unternommen, um vergangene Fälle aufzuarbeiten und für die Zukunft Lehren daraus zu ziehen, mit dem Ziel, die Opferzahlen zu minimieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Forschungsgeschichte">Forschungsgeschichte</h2></div>
<p>Peter Jones<sup id="cite_ref-82" class="reference"><a href="#cite_note-82"><span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (1802–1856), ein Methodist und mütterlicherseits Angehöriger der Mississauga, auch <i>Sacred Feathers</i> genannt, schrieb bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ein Überblickswerk über die Ojibwa (<i>History of the Ojebway Indians</i>, 1861 publiziert). Weitere Laien, wie der Anglikaner Edward Francis Wilson<sup id="cite_ref-83" class="reference"><a href="#cite_note-83"><span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (1844–1915) in <a href="Sault_Ste._Marie_(Ontario)" title="Sault Ste. Marie (Ontario)">Sault Ste. Marie</a> und Charles M. Tate in British Columbia sammelten zahlreiche ethnologische Beobachtungen, so wie viele Missionare, wie etwa der Oblate Adrien-Gabriel Morice, umfangreiche Werke über die Sprachen veröffentlichten. Außerhalb Kanadas fand sich dabei ein erheblich größeres Interesse, als innerhalb des Landes. Sieht man vom Ethnologen aus Toronto Daniel Wilson (1816–1892) ab, stammten die meisten aus Europa. Hingegen war die Geschichte der Indigenen in einem beklagenswerten Zustand, wie etwa das 1915 erschienene <i>Chronicles of Canada, The Dawn Of Canadian History, A Chronicle of Aboriginal Canada</i> zeigt.<sup id="cite_ref-84" class="reference"><a href="#cite_note-84"><span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Franz_Boas" title="Franz Boas">Franz Boas</a> und seine Schüler verhalfen der ethnologischen Forschung, die in Amerika eher als <a href="Anthropologie" title="Anthropologie">anthropology</a> angelegt ist, zum Durchbruch. Der Neuseeländer <a href="Diamond_Jenness" title="Diamond Jenness">Diamond Jenness</a> befasste sich während des Ersten Weltkriegs mit <a href="Anishinabe" title="Anishinabe">Ojibwa</a>- und <a href="Dakelh" title="Dakelh">Carrier</a>-Gruppen. Der Franzose Marcel Giraud befasste sich umfassend mit den Métis. Zu diesen grundlegenden Arbeiten sind die von Marius Barbessu von der Université Laval zu rechnen.
</p><p>Alfred G. Bailey aus Neubraunschweig kann als erster Ethnohistoriker gelten, der die historischen Quellen mit dem Blick eines Ethnologen auswertete. Eine weitere Wurzel der Geschichte der First Nations war die <a href="Milit%C3%A4rgeschichte" title="Militärgeschichte">Militärgeschichte</a>, wie sie etwa F. G. Stanley zur <a href="Nordwest-Rebellion" title="Nordwest-Rebellion">Nordwest-Rebellion</a> der Métis verfasste, der en passant die Einflüsse der Métis auf die Frontiergesellschaft und von dort auf die allgemeine Gesellschaftsentwicklung untersuchte. Sieht man von Robert Allens <i>His Majesty's Indian Allies</i> ab, so wurde dieser Zweig jedoch kaum vertieft, im Gegensatz zu den USA.
</p><p>Erst mit dem starken Anwachsen der Größe und Rolle der kanadischen Universitäten in den 1960er Jahren kam es zu zahlreicheren Forschungsvorhaben, vor allem im Bereich der Archäologie, wie etwa durch <a href="Bruce_Trigger" title="Bruce Trigger">Bruce Trigger</a>. Erst jetzt wurden die Indianer nicht mehr als eine „untergehende Rasse“ betrachtet, und auch die klassifikatorischen Aspekte herrschten nicht länger vor. Erste Kritik an der zerstörerischen Regierungspolitik wurde laut.
</p><p>Cornelius Jaenen (<i>Friend and Foe</i>, Neufrankreich) und Robin Fisher (<i>Contact and Conflict</i>, British Columbia bis 1890) befassten sich mit der Frage der Kulturkontakte, Daniel Francis und Toby Morantz (zum Pelzhandel), Jennifer S. H. Brown (<i>Strangers in Blood</i>, Frauen im Pelzhandel) oder Sylvia Van Kirk (<i>Many Tender Ties</i>) setzten sich mit dem Pelzhandel auseinander, ebenso wie A. J. Ray (<i>Indians in the Fur Trade</i>), der erstmals die Indianer in den Mittelpunkt stellte. In den 1980er Jahren kam es zur Betonung der Rolle der Indianer und der Frauen in Handel und Mission, zu Untersuchungen zur Indianerpolitik und zur Reaktion der Betroffenen (<a href="Gerald_Friesen" title="Gerald Friesen">Gerald Friesen</a>: <i>A Narrow Vision</i> zur Rolle des Bürokraten D. C. Scott<sup id="cite_ref-85" class="reference"><a href="#cite_note-85"><span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>). Ebenfalls zu Westkanada schrieben Sarah Carter zur verfehlten Agrarpolitik (<i>Lost Harvests</i><sup id="cite_ref-86" class="reference"><a href="#cite_note-86"><span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) und Katherine Pettipas (<i>Severing the Ties that Bind</i><sup id="cite_ref-87" class="reference"><a href="#cite_note-87"><span class="cite-bracket">[</span>87<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) zu staatlichen Versuchen, die jährlichen Treffen der Prärieindianer zu unterbinden. Hinzu kamen Studien zur Unterdrückung des Potlatch, wie die von Douglas Cole und Ira Chaikin (<i>An Iron Hand upon the People</i><sup id="cite_ref-88" class="reference"><a href="#cite_note-88"><span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) und zur Rechtsgeschichte.<sup id="cite_ref-89" class="reference"><a href="#cite_note-89"><span class="cite-bracket">[</span>89<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den 1990er Jahren entstanden erste Zusammenschauen, wie die von J. R. Miller (<i>Skyscrapers Hide the Heavens</i><sup id="cite_ref-90" class="reference"><a href="#cite_note-90"><span class="cite-bracket">[</span>90<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) und Olive Dickason (<i>Canada's First Nations</i>). Allgemeine Geschichten Kanadas begannen nun nicht mehr mit den so genannten „Vikings“ der Zeit um 1000, sondern mit der ersten fassbaren Besiedlung des Landes. Damit kam der Archäologie größte Bedeutung zu, aber auch Linguistik und Genetik spielen eine große Rolle.
</p><p>Der Kampf um politische Rechte und die Verfassungsstreitigkeiten, die indianische Gruppen als politische Parteiungen und Lobbyisten erscheinen ließen, führten jedoch dazu, dass die Historiker in der öffentlichen Wahrnehmung durch Rechtswissenschaftler und Politologen verdrängt wurden. Zudem forderten die indigenen Gruppen ihre Wahrnehmung und Mitarbeit bei historischen Projekten, vor allem aber die ihres eigenen Bildes der Geschichte und ihrer eigenen Überlieferungsformen, sowie ihres Wissens. Die Beschäftigung mit der mündlichen Überlieferung in Form der <a href="Oral_History" title="Oral History">oral history</a> kam dieser Entwicklung weiter entgegen.
</p><p>Das <a href="Canadian_Museum_of_Civilization" class="mw-redirect" title="Canadian Museum of Civilization">Canadian Museum of Civilization</a> brachte das archäologische Standardwerk von James Wright (<i>A History of the Native People of Canada. Archaeological Survey of Canada</i>) 1995 heraus. 2003 folgte Larry J. Zimmerman mit <i>American Indians: The First Nations: Native North American Life, Myth and Art</i>, der die ethnologischen, historischen und religiösen Aspekte stärker zu verbinden suchte. Das Sujet begann auf die Forschung stärker zurückzuwirken. Erst 1999 erschien eine Enzyklopädie der kanadischen Völker (<i>Encyclopedia of Canada's Peoples</i><sup id="cite_ref-91" class="reference"><a href="#cite_note-91"><span class="cite-bracket">[</span>91<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) durch die 1976 gegründete Multicultural History Society of Ontario.<sup id="cite_ref-92" class="reference"><a href="#cite_note-92"><span class="cite-bracket">[</span>92<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Internet ermöglicht inzwischen nicht nur zahlreichen First Nations eine eigene Geschichtsdarstellung zu publizieren (s. <a href="Liste_der_in_Kanada_anerkannten_Indianerst%C3%A4mme" title="Liste der in Kanada anerkannten Indianerstämme">Liste der in Kanada anerkannten Indianerstämme</a>), sondern auch eigene Quellensammlungen, wie die <i>First Nations Digital Document Source</i>,<sup id="cite_ref-93" class="reference"><a href="#cite_note-93"><span class="cite-bracket">[</span>93<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die allerdings vorrangig der Frage der Landansprüche dient.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Museen,_Archive,_Bibliotheken"><span id="Museen.2C_Archive.2C_Bibliotheken"></span>Museen, Archive, Bibliotheken</h2></div>
<ul><li><a href="Archiv_der_Hudson%E2%80%99s_Bay_Company" title="Archiv der Hudson’s Bay Company">Archiv der Hudson’s Bay Company</a> in <a href="Winnipeg" title="Winnipeg">Winnipeg</a></li>
<li><a href="Biblioth%C3%A8que_et_Archives_Canada" class="mw-redirect" title="Bibliothèque et Archives Canada">Bibliothèque et Archives Canada</a>, insbes. die Bereiche <i>Patrimoine autochtone</i> und <i>Premières Nations</i> (Das Erbe der Indigenen – Die First nations)<sup id="cite_ref-94" class="reference"><a href="#cite_note-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><a href="British_Columbia_Archives" title="British Columbia Archives">British Columbia Archives</a> in Victoria</li>
<li><a href="Canadian_Canoe_Museum" title="Canadian Canoe Museum">Canadian Canoe Museum</a> in <a href="Peterborough_(Ontario)" title="Peterborough (Ontario)">Peterborough (Ontario)</a></li>
<li><a href="Canadian_Museum_of_Civilization" class="mw-redirect" title="Canadian Museum of Civilization">Canadian Museum of Civilization</a> in <a href="Gatineau" title="Gatineau">Gatineau</a> bei Ottawa</li>
<li><a href="Glenbow_Museum" title="Glenbow Museum">Glenbow Museum</a> in <a href="Calgary" title="Calgary">Calgary</a></li>
<li><a href="McCord_Stewart_Museum" title="McCord Stewart Museum">McCord Stewart Museum</a> in Montréal</li>
<li><a href="Museum_of_Anthropology" title="Museum of Anthropology">Museum of Anthropology</a> in <a href="Vancouver" title="Vancouver">Vancouver</a></li>
<li><a href="Museum_of_Northern_British_Columbia" title="Museum of Northern British Columbia">Museum of Northern British Columbia</a> (British Columbia)</li>
<li><a href="National_Museum_of_the_American_Indian" title="National Museum of the American Indian">National Museum of the American Indian</a> in <a href="Washington%2C_D.C." title="Washington, D.C.">Washington, D.C.</a></li>
<li><a href="Nicola_Valley_Museum_and_Archives" title="Nicola Valley Museum and Archives">Nicola Valley Museum and Archives</a> in <a href="Merritt_(British_Columbia)" title="Merritt (British Columbia)">Merritt</a> (British Columbia)</li>
<li><a href="Northern_Life_Museum" title="Northern Life Museum">Northern Life Museum</a> in <a href="Fort_Smith_(Nordwest-Territorien)" title="Fort Smith (Nordwest-Territorien)">Fort Smith (Nordwest-Territorien)</a></li>
<li><a href="Peabody_Museum_of_Archaeology_and_Ethnology" title="Peabody Museum of Archaeology and Ethnology">Peabody Museum of Archaeology and Ethnology</a> in <a href="Cambridge_(Massachusetts)" title="Cambridge (Massachusetts)">Cambridge (Massachusetts)</a></li>
<li>Musée Pointe-à-Callière in <a href="Pointe-%C3%A0-Calli%C3%A8re" title="Pointe-à-Callière">Pointe-à-Callière</a> (Montreal)</li>
<li><a href="Royal_Alberta_Museum" title="Royal Alberta Museum">Royal Alberta Museum</a> in <a href="Edmonton" title="Edmonton">Edmonton</a></li>
<li><a href="Royal_British_Columbia_Museum" title="Royal British Columbia Museum">Royal British Columbia Museum</a> in <a href="Victoria_(British_Columbia)" title="Victoria (British Columbia)">Victoria</a></li>
<li><a href="Royal_Ontario_Museum" title="Royal Ontario Museum">Royal Ontario Museum</a> in <a href="Toronto" title="Toronto">Toronto</a></li>
<li><a href="Sainte-Marie-au-pays-des-Hurons" title="Sainte-Marie-au-pays-des-Hurons">Sainte-Marie-au-pays-des-Hurons</a> bei <a href="Midland_(Ontario)" title="Midland (Ontario)">Midland (Ontario)</a></li>
<li><a href="Smithsonian_Institution" title="Smithsonian Institution">Smithsonian Institution</a> in <a href="Washington%2C_D.C." title="Washington, D.C.">Washington, D.C.</a></li>
<li><a href="X%CC%B2%C3%A1%3Aytem" title="X̲á:ytem">X̲á:ytem</a> in <a href="Mission_(British_Columbia)" title="Mission (British Columbia)">Mission</a> (British Columbia)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Residential_School" title="Residential School">Residential School</a>, ein früheres diskriminierendes Schulsystem</li>
<li><a href="Verschwundene_indigene_Frauen_in_Kanada" title="Verschwundene indigene Frauen in Kanada">Verschwundene indigene Frauen in Kanada</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>

<ul><li>Timothy G. Baugh, Jonathon E. Ericson: <i>Prehistoric Exchange Systems in North America</i> Plenum Press, New York 1994</li>
<li><a href="John_Borrows" title="John Borrows">John Borrows</a>: <i>Recovering Canada: The Resurgence of Indigenous Law</i>, University of Toronto Press, Toronto 2002</li>
<li><a href="Robert_Choquette" title="Robert Choquette">Robert Choquette</a>: <i>The Oblate Assault on Canada's Northwest</i>, University of Ottawa Press, Ottawa 1995</li>
<li>Olive Patricia Dickason: <i>Canada's First Nations: a History of Founding Peoples from Earliest Times</i>. University of Oklahoma Press, Toronto 1992</li>
<li>Olivia Patricia Dickason: <i>A Concise History of Canada's First Nations</i>, University of Oklahoma Press 1992, Oxford University Press, Toronto 2008; wieder ebd. 2010</li>
<li>Jo-Ann Episkenew: <i>Beyond Catharsis. Truth, Reconciliation, and Healing In and Through Indigenous Literature.</i>
<ul><li>dt. <i>Jenseits der Katharsis. Wahrheit, Versöhnung und Heilung in und durch indigene Literatur</i>. Dissertation, Universität Greifswald 2006</li></ul></li>
<li>David S. Koffman: <i>The Jews’ Indian. Colonialism, Pluralism, and Belonging in America.</i> <a href="Rutgers_University" title="Rutgers University">Rutgers University Press</a>, 2019</li>
<li>Wolfgang Lindig, <a href="Mark_M%C3%BCnzel" title="Mark Münzel">Mark Münzel</a>: <i>Die Indianer, Band 1: Nordamerika</i>, Deutscher Taschenbuch Verlag, dtv, München 1994, ISBN 3-423-04434-9</li>
<li><a href="David_J._Meltzer" title="David J. Meltzer">David J. Meltzer</a>: <i>First Peoples in a New World: Colonizing Ice Age America</i>, University of California Press, 2009</li>
<li>James Rodger Miller: <i>Skyscrapers Hide the Heavens: A History of Indian-White Relations in Canada</i>, überarb. Aufl., University of Toronto Press, 1991</li>
<li>Harald Moll: <i>First Nations, First Voices. Die Rechtsstellung indigener Völker Kanadas unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse in British Columbia.</i> (<a href="Walther-Sch%C3%BCcking-Institut_f%C3%BCr_internationales_Recht" title="Walther-Schücking-Institut für internationales Recht">Veröffentlichungen des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht an der Universität Kiel</a>), Duncker &amp; Humblot, Berlin 2006, ISBN 978-3-428-11766-6</li>
<li>Claudia Notzke: <i>Aboriginal Peoples and Natural Resources in Canada</i>, Captus Press, 1994, ISBN 1895712033</li>
<li>Daniel N. Paul: <i>First Nations History. We were not the Savages</i>, 3. Aufl., Fernwood, 2006, ISBN 978-1-55266-209-0</li>
<li>William C. Sturtevant: <i><a href="Handbook_of_North_American_Indians" title="Handbook of North American Indians">Handbook of North American Indians</a></i>, Smithsonian Institution (Hg.), voraussichtlich 20 Bde., Washington (D.C.) seit 1978</li>
<li><a href="Bruce_Trigger" title="Bruce Trigger">Bruce Trigger</a>: <i>The Historians' Indian. Native Americans in Canadian Historical Writing from Charlevoix to the Present</i>, in: <a href="Canadian_Historical_Review" title="Canadian Historical Review">Canadian Historical Review</a> 67, 3, 1986 S. 315–342</li>
<li>James Wright: <i>A History of the Native People of Canada. Archaeological Survey of Canada.</i> 3 Bde., Hull: Canadian Museum of Civilization 1995, 1999, ISBN 0-660-15951-1, ISBN 0-660-15952-X, von Bd. 3 ist Part 1: Maritime Algonquian, St. Lawrence Iroquois, Ontario Iroquois, Glen Meyer/Western Basin, And Northern Algonquian Cultures, im April 2004 erschienen, ISBN 0-660-19175-X</li>
<li>Larry J. Zimmerman: <i>American Indians: The First Nations: Native North American Life, Myth and Art.</i> Duncan Baird Publishers, 2003, ISBN 1-904292-74-7</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Charles C. Mann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nationalgeographic.com/magazine/article/north-americas-native-nations-reassert-their-sovereignty-feature"><i>North America’s Native nations reassert their sovereignty: ‘We are here’</i></a>, in: <a href="National_Geographic" title="National Geographic">National Geographic</a>, 14. Juni 2022</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.civilization.ca/cmc/exhibitions/archeo/hnpc/npint01e.shtml">J. V. Wright: <i>A History of the Native People of Canada</i>, Website des <i>Canadian Museum of Civilization</i> in Gatineau, Kanada</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20170920174322/http://thecanadianencyclopedia.com/en/article/aboriginal-french-relations/#SUBLinks"><i>Indigenous-French Relations</i>, collections canada</a>, archive.org, 20. September 2017</li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20120508050115/http://www.nalanda.nitc.ac.in/resources/english/etext-project/history/prehw/Chap12.html">E. A. Allen: <i>The Prehistoric World: or, Vanished Races</i>, Kap. 12: The Prehistoric Americans, Website des <i>National Institute of Technology Calicut</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 8. Mai 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), archive.org, 8. Mai 2012</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.mnh.si.edu/vikings/start.html"><i>Vikings. The North Atlantic Saga</i></a> – Ausstellung der <a href="Smithsonian_Institution" title="Smithsonian Institution">Smithsonian Institution</a> zu den Wikingern und ihrer Entdeckung</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.canadiana.org/citm/themes/aboriginals_e.html"><i>Canada in the making: Aboriginals: Treaties and relations</i>, Teil von <i>Early Canadiana Online</i>, einem Projekt der kanadischen Hochschulen u. a. Institute</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://indianclaims.ca/">Website der <i>Indian Claims Commission</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110119144946/http://library2.usask.ca/native/cnlch.html">Canadian Native Law Cases</a> vom Native Law Centre an der University of Saskatchewan für die Zeit von 1763 bis 1978, archive.org, 19. Januar 2011</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://gsdl.ubcic.bc.ca/cgi-bin/library.cgi?site=localhost&amp;a=p&amp;p=about&amp;c=firstna1&amp;l=en&amp;w=utf-8"><i>First Nations Digital Document Source</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/969695/">Arndt Reuning: <i>Knochen, Gene, Totempfähle. Wer waren die ersten Siedler in der Neuen Welt?</i>, Deutschlandfunk 31. Mai 2009</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://core.ac.uk/reader/230589898">David S. Koffman: <i>Suffering &amp; Sovereignty: Recent Canadian Jewish Interest in Indigenous Peoples and Issues</i></a>, Canadian Jewish Studies - Études juives canadiennes, 25, 2017 <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%221198-3493%22&amp;key=cql">1198-3493</a></span></span> (Vorstudie zu seinem Buch von 2019) <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.25071/1916-0925.40013">10.25071/1916-0925.40013</a></span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Andrew Kitchen, Michael M. Miyamoto, Connie J. Mulligan: <i>A Three-Stage Colonization Model for the Peopling of the Americas</i>, in: Public Library of Science (PLoS), 13. Februar 2008, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0001596">10.1371/journal.pone.0001596</a></span>.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Anscheinend wurde er von dem <i>Elder</i> Sol Sanderson von der nicht staatlich anerkannten Chakastapaysin First Nation Anfang der 1980er Jahre vorgeschlagen. Vgl. (PDF, 456 kB): (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20080406120116/http://www.afn.ca/afnrenewal/yorkton.pdf">Redebeitrag Sanderson, S. 78</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 6. April 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)).</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Weniger häufig ist der Begriff „First Peoples“, der etwa durch die <a href="First_Peoples_National_Party_of_Canada" title="First Peoples National Party of Canada">First Peoples National Party of Canada</a> (FPNP) bekannt wurde, der zudem die <a href="M%C3%A9tis" title="Métis">Métis</a> und <a href="Inuit" title="Inuit">Inuit</a> einschließt.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Unter Forts wurden einerseits echte Festungen verstanden, andererseits bloße Handelsposten, die keinerlei Festungswerke aufwiesen, manchmal waren es bloße Hütten. Daher wird hier Handelsposten und Fort synonym benutzt.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Roger L. Nichols: <i>Indians in the United States &amp; Canada, A Comparative History</i>, University of Nebraska Press 1998, ISBN 0-8032-8377-6, hat die Unterschiede versucht herauszuschälen, doch werden komparatistische Ansätze zum Thema durch den Forschungsstand eng begrenzt. Eine engere Fragestellung verfolgte Christa Scholz: <i>Negotiating Claims: The Emergence of Indigenous Land Claim Negotiation Policies in Australia, Canada, New Zealand, and the United States</i>, New York 2006.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Diese kulturellen Missverständnisse sind ausgesprochen komplex, wie sich in den Verhandlungen zwischen British Columbia und den dortigen First Nations zeigt. Vergl. dazu <a href="K%C3%BCsten-Salish#Traditionelles_Territorium:_ein_Widerspruch_und_ein_Schlüssel_zum_Verständnis" title="Küsten-Salish">Territorium: ein Widerspruch und ein Schlüssel zum Verständnis</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Hunde wurden jedoch, beispielsweise bei den Küsten-Salish als Wolllieferanten gehalten. Dazu zuletzt: Barbara Huck, The hair of the dog: was it a sheep or a dog? in: The Beaver: Exploring Canada's History 2007. Zur Verbreitung der <i>American Indian Dogs</i> s. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.indiandogs.com/map2.htm">Areas where Pre-Columbian ‘American Indian Dogs’ were Found</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Historical Atlas of Canada bietet eine Karte, die die räumlichen Schwerpunkte voreuropäischer Hauptnahrungsquellen darstellt (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.historicalatlas.ca/website/HACOLP/national%5Fperspectives/native%5Fcanada/UNIT%5F10/UNIT%5F10%5FNat%5Fsub%5Farch/UNIT_10_frame_NS_arch.htm">Native subsistence. Major food sources</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Dazu zählen etwa die <i>winter counts</i> der <a href="Lakota" title="Lakota">Lakota</a>, die wichtige Ereignisse festhielten und von eigens bestellten Wächter-Deutern aufbewahrt, fortgeführt und mündlich kommentiert wurden. Vgl. die <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20160303185236/http://wintercounts.si.edu/index.html">Ausstellung der Smithsonian Institution</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 3. März 2016 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Dazu <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gutenberg.org/files/17451/17451-h/17451-h.htm">Garrick Mallery, Sign Language Among North American Indians Compared With That Among Other Peoples And Deaf-Mutes.</a> First Annual Report of the Bureau of Ethnology to the Secretary of the Smithsonian Institution, 1879–1880, <a href="United_States_Government_Printing_Office" class="mw-redirect" title="United States Government Printing Office">United States Government Printing Office</a>, Washington, 1881 (Project Gutenberg EBook).</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Französischen Pelzhändler verbreiteten die Tuberkulose bereits um 1710, doch kam sie nur selten zum Ausbruch; die Neuinfektionen genügten aber, um die Erreger überleben zu lassen. Erst mit der Verarmungspolitik am Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einem massenhaften Ausbruch der Tuberkulose (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.welt.de/gesundheit/article13074795/Pelzhaendler-brachten-Tuberkulose-nach-Nordamerika.html">Pelzhändler brachten Tuberkulose nach Nordamerika</a>, in: Welt online, 5. April 2011.)</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.austlii.edu.au/au/journals/ILB/2002/31.html">Lorena Sekwan Fontaine, Canadian Residential Schools: The Legacy of Cultural Harm, in: Indigenous Law Bulletin 2002</a>. Das zuständige Ministerium stellt diese Vorgänge grundsätzlich ähnlich dar: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.collectionscanada.gc.ca/webarchives/20071211051151/http://www.ainc-inac.gc.ca/ch/rcap/sg/sg22_e.html">Volume 1 – Looking Forward Looking Back, PART TWO False Assumptions and a Failed Relationship</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Wie widersprüchlich die Entwicklung ist, zeigen einige der jüngsten Vorgänge in British Columbia: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.firstnations.de/development.htm">First Nations. Land Rights and Environmentalism in British Columbia – Development</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Morgan Baillargeon, Kurator am <a href="Canadian_Museum_of_Civilization" class="mw-redirect" title="Canadian Museum of Civilization">Canadian Museum of Civilization</a>, leitet seit 2005 ein Forschungsprojekt zur Frage nach der kulturellen Identität städtischer Ureinwohner (aboriginals).</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20190729074407/https://www.humanrights.ch/de/internationale-menschenrechte/nachrichten/diverse-gremien/uno-deklaration-indigene-rechte-angenommen"><i>Deklaration über die Rechte indigener Völker nun doch angenommen.</i></a> In: <i>humanrights.ch.</i> Verein Humanrights.ch, 1.&nbsp;Oktober 2007, archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=https%3A%2F%2Fwww.humanrights.ch%2Fde%2Finternationale-menschenrechte%2Fnachrichten%2Fdiverse-gremien%2Funo-deklaration-indigene-rechte-angenommen">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">29.&nbsp;Juli 2019</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 29.&nbsp;Juli 2019</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AGeschichte+der+First+Nations&amp;rft.title=Deklaration+%C3%BCber+die+Rechte+indigener+V%C3%B6lker+nun+doch+angenommen&amp;rft.description=Deklaration+%C3%BCber+die+Rechte+indigener+V%C3%B6lker+nun+doch+angenommen&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20190729074407%2Fhttps%3A%2F%2Fwww.humanrights.ch%2Fde%2Finternationale-menschenrechte%2Fnachrichten%2Fdiverse-gremien%2Funo-deklaration-indigene-rechte-angenommen&amp;rft.publisher=Verein+Humanrights.ch&amp;rft.date=2007-10-01&amp;rft.source=https://www.humanrights.ch/de/internationale-menschenrechte/nachrichten/diverse-gremien/uno-deklaration-indigene-rechte-angenommen">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Thomas G. Arnold: <i>The Ice-Free Corridor. Biogeographical Highway or Environmental Cul-de-Sac?</i>, Arch. Diss., Simon Fraser University 2006.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <i>Mitochondrial Population Genomics Supports a Single Pre-Clovis Origin with a Coastal Route for the Peopling of the Americas</i>, in: The American Journal of Human Genetics 82/3 (3. März 2008) S. 583–592.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Renée Hetherington, Andrew J. Weaver, Álvaro Montenegro: <i>Climate and the migration of early peoples into the Americas</i>, Geological Society of America Special Papers 2007, S. 113–132.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110815181411/http://download.cell.com/images/edimages/CurrentBiology/homepage/Perego.pdf"><i>Distinctive Paleo-Indian Migration Routes from Beringia Marked by Two Rare mtDNA Haplogroups</i>, in: Current Biology 19 (13. Januar 2009), 1–8, Vorabdruck</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 15. August 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (PDF, 692 kB).</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Bastien Llamas, Lars Fehren-Schmitz et al.: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://advances.sciencemag.org/content/2/4/e1501385">Ancient mitochondrial DNA provides high-resolution time scale of the peopling of the Americas</a></i>, in: Science Advances Vol. 2, No. 4 (1. April 2016), <a href="https://doi.org/10.1126/sciadv.1501385" class="extiw external" title="doi:10.1126/sciadv.1501385">DOI: 10.1126/sciadv.1501385</a>. Vgl. dazu C. L. Scheib, Hongjie Li, Tariq Desai, Vivian Link, Christopher Kendall, Genevieve Dewar, Peter William Griffith, Alexander Mörseburg, John R. Johnson, Amiee Potter, Susan L. Kerr, Phillip Endicott, John Lindo, Marc Haber, Yali Xue, Chris Tyler-Smith, Manjinder S. Sandhu, Joseph G. Lorenz, Tori D. Randall, Zuzana Faltyskova, Luca Pagani, Petr Danecek, Tamsin C. O’Connell, Patricia Martz, Alan S. Boraas, Brian F. Byrd, Alan Leventhal, Rosemary Cambra, Ronald Williamson, Louis Lesage, Brian Holguin, Ernestine Ygnacio-De Soto, Johntommy Rosas, Mait Metspalu, Jay T. Stock, Andrea Manica, Aylwin Scally, Daniel Wegmann, Ripan S. Malhi, Toomas Kivisild: <i>Ancient human parallel lineages within North America contributed to a coastal expansion</i>, in: Science, 1. Juni 2018, 1024–1027.</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Umstritten sind die möglicherweise von Menschen bearbeiteten <a href="Wollhaarmammut" title="Wollhaarmammut">Mammutknochen</a> von Old Crow. Vgl. J. Cinq-Mars: <i>On the significance of modified mammoth bones from eastern Beringia</i>, in: The World of Elephants – International Congress, Rom 2001, S. 424–428.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">Diese Annahme wird durch Funde in den <a href="Paisley-H%C3%B6hlen" title="Paisley-Höhlen">Paisley-Höhlen</a> in Oregon gestützt, die mehr als 14.000 Jahre zurückreichen.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.sfu.museum/journey/an-en/postsecondaire-postsecondary/archeologie_rlg-archaeology_ifr">Beitrag der Simon Fraser University</a>, bzw. das Interview mit Jon Driver.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Claude Chapdelaine: <i>Présences autochtone de l’âge glaciaire à aujoud’hui. Des chasseurs de la fin de l'âge glaciaire dans la région du lac Mégantic: découverte des premières pointes à cannelure au Québec</i>, in: Recherches amérindiennes au Québec 30 (2004).</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Ellis: <i>Understanding “Clovis” Fluted Point Variability in the Northeast: A Perspective from the Debert Site, Nova Scotia</i>, in: <a href="Canadian_Journal_of_Archaeology/Journal_Canadien_d%E2%80%99Arch%C3%A9ologie" class="mw-redirect" title="Canadian Journal of Archaeology/Journal Canadien d’Archéologie">Canadian Journal of Archaeology/Journal Canadien d’Archéologie</a> 28 (2004) 205–253. Organische Funde wurden auf 10.600 ± 47 BP datiert, Ellis nimmt eine erste Besiedlung ab 10.900 BP an (S. 208, 242&nbsp;f.).</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20090622031201/http://www.usd.edu/esci/alaska/oykc.html">Timothy H. Heaton: <i>On Your Knees Cave</i>, 2002</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 22. Juni 2009 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), archive.org, 22. Juni 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">Im Yukon, den Nordwest-Territorien und Alaska stehen 46 so genannte <i>caribou fences</i>, die der Treibjagd dienten, unter Denkmalschutz (vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20050914164244/http://www.pc.gc.ca/pn-np/yt/vuntut/natcul/natcul2_e.asp">Parks Canada, Vuntut National Park of Canada</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 14. September 2005 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)).</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">D. Bruce Dickson, The atlatl assessed: A review of recent anthropological approaches to prehistoric North American weaponry, in: Bulletin of the Texas Archaeological Society 56 (1985) 1-36.</span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text">Die älteste Fundstätte ist die <a href="L%E2%80%99Anse_Amour_Site" title="L’Anse Amour Site">L’Anse Amour Site</a> an der Ostküste von Labrador (Provinz <a href="Neufundland_und_Labrador" title="Neufundland und Labrador">Neufundland und Labrador</a>), ein Grab aus der Zeit um 5500 v. Chr.</span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Ältere und umstrittene Funde aus den USA, wie der <a href="Kennewick-Mann" title="Kennewick-Mann">Kennewick-Mann</a>, betreffen bisher nicht das kanadische Gebiet.</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20071011185251/http://www.royalbcmuseum.bc.ca/exhibits/journeys/english/mountain_1_4a.html">Obsidan from Mount Edziza</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 11. Oktober 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), vom <a href="Royal_British_Columbia_Museum" title="Royal British Columbia Museum">Royal British Columbia Museum</a>. Auf weiträumigen Obisidianhandel deutet bereits der älteste Fund bei den <a href="Tlingit_(Volk)" title="Tlingit (Volk)">Tlingit</a> hin, die spätestens 8300 v. Chr. Obsidian besaßen (vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.iht.com/articles/ap/2007/10/20/america/NA-GEN-US-Indigenous-Remains.php">Forest Service returns ancient remains of Native American to Tlingit tribes in Alaska, in: The Seattle Times, 20. Oktober 2007</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">John H. Blitz, Adoption of the Bow in Prehistoric North America, in: North American Archaeologist 9/2 (1988), S. 123–145, weist ihn für 3000 v. Chr. im arktischen Gebiet nach, doch erst nach der Zeitenwende im Süden. Sein Kennzeichen sind kleinere Projektilspitzen.</span>
</li>
<li id="cite_note-33"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-33">↑</a></span> <span class="reference-text">Einer der ältesten Belege für domestizierte Hunde in Nordamerika stammt aus dem Illinois-Flusstal und ist 8500 Jahre alt. Noch älter, wohl 10.000 Jahre, ist allerdings ein Fund in der Danger Cave in <a href="Utah" title="Utah">Utah</a> (Darcy F. Morey/Michael D. Wiant: <i>Early Holocene Domestic Dog Burials From the North American Midwest</i>, in: <a href="Current_Anthropology" title="Current Anthropology">Current Anthropology</a> 33/2 (April 1992) 224-229 und <a rel="nofollow" class="external text" href="https://articles.latimes.com/2002/nov/22/science/sci-dogs22">Robert Lee Hotz: <i>Those New Tricks Came From Old Dogs</i>, in: Los Angeles Times, 22. November 2002</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-34"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-34">↑</a></span> <span class="reference-text">Innerhalb dieser auch als <i>Period III</i> bezeichneten Phase werden nach den entsprechenden Fundstätten unterschieden: <i>Oxbow</i> (4000 bis 3000 v. Chr.), <i>McKean</i> (3000 bis 2000) und <i>Pelican Lake</i> (2000 bis 1000 v. Chr.), wobei letztere sich bis etwa 500 n. Chr. erstreckt.</span>
</li>
<li id="cite_note-35"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-35">↑</a></span> <span class="reference-text">Zu dieser frühen Westküstenkultur gehören sich deutlich unterscheidende Regionalkulturen. Um den Skeena River im Norden werden <i>Prince Rupert III/Haqwilget A</i>, <i>Gitaus VI</i> und der <i>Skeena Complex</i> unterschieden. Auf <a href="Haida_Gwaii" title="Haida Gwaii">Haida Gwaii</a> existierte eine eigene Kultur. Im zentralen Norden unterscheidet man <i>Namu II</i> und <i>III</i>, <i>McNaughton I</i> und die <i>Cathedral phase</i>, an der zentralen Südküste <i>Bear Cove II</i> und <i>O'Conner II</i>. An der Westküste von Vancouver Island das mit den <a href="Nuu-chah-nulth" title="Nuu-chah-nulth">Nuu-chah-nulth</a> in Beziehung stehende frühe und mittlere <a href="Yuquot" title="Yuquot">Yuquot</a>, sowie Shoemaker Bay I; an der <a href="Strait_of_Georgia" class="mw-redirect" title="Strait of Georgia">Strait of Georgia</a> und am unteren Fraser die Phasen <i>Maurer</i>, <i>St.Mungo</i> und die frühe <i>Locarno Beach phase</i>, auf den <a href="Gulf_Islands" title="Gulf Islands">Golfinseln</a> die <i>Mayne phase</i>, und auch hier die frühe <i>Locarno Beach phase</i>; schließlich am <a href="Fraser_Canyon" title="Fraser Canyon">Fraser Canyon</a> die Phasen <i>Eayem</i> und frühes <i>Baldwin</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-36"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-36">↑</a></span> <span class="reference-text"> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20121111132932/http://www2.canada.com/theprovince/news/story.html?id=6f3a2657-b6fe-431c-b3ce-2b81e9e96543">Brian Lewis, <i>Katzie heritage site being bulldozed for bridge. Only three per cent of artifacts have been recovered so far</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 11. November 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), in: The Province, 22. Juni 2008.</span>
</li>
<li id="cite_note-37"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-37">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110914041041/http://torontohistory.org/Pages_STU/Taber_Hill.html"><i>Toronto's Historical Plaques</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 14. September 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
</li>
<li id="cite_note-38"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-38">↑</a></span> <span class="reference-text">Thomas H. Richards, Michael K. Rousseau, Late prehistoric cultural horizons on the Canadian Plateau, Simon Fraser University, Department of Archaeology 1987.</span>
</li>
<li id="cite_note-39"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-39">↑</a></span> <span class="reference-text">Zur Bedeutung der Sklaverei an der nordamerikanischen Pazifikküste zwischen Alaska und dem <a href="Columbia_River" title="Columbia River">Columbia River</a> vgl. Leland Donald: <i>Aboriginal slavery on the Northwest Coast of North America</i>, Berkeley: University of California Press, 1997.</span>
</li>
<li id="cite_note-40"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-40">↑</a></span> <span class="reference-text">Hiermit befasst sich das <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.civilization.ca/cmc/exhibitions/archeo/helluland/str0701e.shtml">Helluland Archaeology Project</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-41"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-41">↑</a></span> <span class="reference-text">Die älteste Überlieferung ist <a href="Adam_von_Bremen" title="Adam von Bremen">Adam von Bremens</a> <i>Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum</i>, <i>Descriptio insularum Aquilonis</i>. Er deutet bereits Winland als Weinland.</span>
</li>
<li id="cite_note-42"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-42">↑</a></span> <span class="reference-text">Näheres siehe u.&nbsp;a. Delores Bird Carpenter: <i>Early Encounters – Native Americans and Europeans in New England</i>, East Lansing: Michigan State University Press, 1994.</span>
</li>
<li id="cite_note-43"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-43">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.heritage.nf.ca/exploration/basque.html">Basque Whaling in Red Bay, Labrador</a>. Eines der Schiffe, die <i>San Juan</i>, sank 1565 im Hafen.</span>
</li>
<li id="cite_note-44"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-44">↑</a></span> <span class="reference-text">Chris R. Landon: <i>American Indian Civilizations and the Social Sciences</i>, 1993, S. 45.</span>
</li>
<li id="cite_note-45"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-45">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. (PDF, 80 kB): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20120201074826/http://www.cybel.fr/html/Communaute/fr-am/060607.pdf">Serge Joyal, Le Canada à l’ère des Guerres de religions – Une page méconnue de L’Histoire de France – 2007</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.cybel.fr%2Fhtml%2FCommunaute%2Ffr-am%2F060607.pdf">Originals</a></span> vom 1. Februar 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www.cybel.fr/html/Communaute/fr-am/060607.pdf">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.cybel.fr/html/Communaute/fr-am/060607.pdf">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.cybel.fr</span> (PDF; 78&nbsp;kB).</span>
</li>
<li id="cite_note-46"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-46">↑</a></span> <span class="reference-text">Eine näherungsweise Vorstellung von der Bevölkerungsverteilung im Osten liefert der <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.historicalatlas.ca/website/HACOLP/national%5Fperspectives/native%5Fcanada/UNIT%5F10/UNIT%5F10%5FNat%5FPop/UNIT_10_frame_NP17.htm">Historical Atlas of Canada, Native Population early 17th Century</a></span>
</li>
<li id="cite_note-47"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-47">↑</a></span> <span class="reference-text">Wer Ausschnitte genauer betrachten will: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&amp;O=IFN-8008861"><i>Carte de l'Amérique du Nord</i></a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-48"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-48">↑</a></span> <span class="reference-text">Welche Rolle der Kleinhandel spielte, versucht Jan Grabowski: <i>Le petit commerce entre Amérindiens et Francais à Trois-Rivières, 1665–1667</i>, in: Recherches amérindiennes au Québec 28 (1998)</span>
</li>
<li id="cite_note-49"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-49">↑</a></span> <span class="reference-text">W. Faden, A map of the Inhabited Part of Canada from the French Surveys; with the Frontiers of New York and New England, 1777.</span>
</li>
<li id="cite_note-50"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-50">↑</a></span> <span class="reference-text">Wann in Kanada eine <a href="Dekolonialisierung" class="mw-redirect" title="Dekolonialisierung">Dekolonialisierung</a> stattgefunden hat oder noch stattfindet, ist umstritten. Vgl. Julia Emberley: <i>Defamiliarizing the Aboriginal: Cultural Practices and Decolonization in Canada</i>, University of Toronto Press 2007.</span>
</li>
<li id="cite_note-51"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-51">↑</a></span> <span class="reference-text">Das <i>Projekt Gutenberg</i> publizierte den Bericht von Alexander Morris, dem <a href="Vizegouverneur_(Kanada)" title="Vizegouverneur (Kanada)">Vizegouverneur</a> von Manitoba und der Nordwestterritorien: „<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gutenberg.org/dirs/etext04/tcnnd10h.htm">The Treaties of Canada with the Indians of Manitoba and the North-West Territories including the negotiations on which they were base, and other information relating thereto</a>“. Die Grundlagen des Umgangs mit den „Aborigines of Canada“ fasste <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.canadiana.org/view/07100/3/650/0">William Clint: <i>The Aborigines of Canada under the British Crown</i>, 1878</a> zusammen.</span>
</li>
<li id="cite_note-52"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-52">↑</a></span> <span class="reference-text">Statutes of Great Britain (1930), 20–21, Georg V., Kap. 26.</span>
</li>
<li id="cite_note-53"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-53">↑</a></span> <span class="reference-text">„… the government will in time reach the end of its responsibility as the Indians progress into civilization and finally disappear as a separate and distinct people, not by race extinction but by gradual assimilation with their fellow citizens.“ (zitiert nach Alison Kay Brown, Laura Lynn Peers mit Angehörigen der Kainai Nation: <i>Pictures bring us messages. Sinaakssiiksii aohtsimaahpihkookiyaawa. Photographs and Histories from the Kainai Nation</i>, University of Toronto Press 2006, S. 19.)</span>
</li>
<li id="cite_note-54"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-54">↑</a></span> <span class="reference-text">Library and Archives Canada hat die Quellen dazu digital zugänglich gemacht: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.collectionscanada.gc.ca/aboriginal-heritage/020016-4102-e.html">Portrait of Lieutenant Frederick Ogilvie Loft, founder of the League of Indians of Canada ca. 1914–1918</a></span>
</li>
<li id="cite_note-55"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-55">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://bordercrossingidla.weebly.com/about.html">Indian Defence League of America</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-56"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-56">↑</a></span> <span class="reference-text">Provinzverbände konnten sich jedoch halten. Die <a href="Indian_Association_of_Alberta" title="Indian Association of Alberta">Indian Association of Alberta</a> entstand bereits 1939, die Union of Saskatchewan Indians 1946 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.anishinabek.ca/who-we-are-and-what-we-do/">Website</a>), genauso wie die Union of Ontario Indians, dazu kam die Indian Association of Manitoba.</span>
</li>
<li id="cite_note-57"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-57">↑</a></span> <span class="reference-text">Das <a href="Department_of_Indian_Affairs_and_Northern_Development" class="mw-redirect" title="Department of Indian Affairs and Northern Development">Department of Indian Affairs and Northern Development</a> wies im Juli 2008 rund 100 politische Organisationen aus: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20091101225815/http://pse5-esd5.ainc-inac.gc.ca/fnp/Main/Search/SearchTC.aspx?lang=eng">Search by Tribal Council</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 1. November 2009 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-58"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-58">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Sonnentanz war bei den Cree als Durst-, bei den <a href="Saulteaux" title="Saulteaux">Saulteaux</a> oder Plains-<a href="Ojibwa" class="mw-redirect" title="Ojibwa">Ojibwa</a> als Regen- und bei den <a href="Blackfoot" title="Blackfoot">Blackfoot</a> als Medizintanz bekannt. Auch die <a href="Dakota_(Volk)" title="Dakota (Volk)">Dakota</a> und die <a href="Nakota" class="mw-redirect" title="Nakota">Nakota</a>, <a href="Chipewyan" title="Chipewyan">Dene</a> und <a href="Stoney_(Volk)" title="Stoney (Volk)">Stoney</a> kannten ihn.</span>
</li>
<li id="cite_note-59"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-59">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20091211012501/http://www.ainc-inac.gc.ca/ai/ofi/mns/fs/index-eng.asp">Indian and Northern Affairs Canada</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 11. Dezember 2009 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
</li>
<li id="cite_note-60"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-60">↑</a></span> <span class="reference-text">Hier findet sich die Entscheidung des Supreme Court vom 31. Januar 1973: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.canlii.org/en/ca/scc/doc/1973/1973canlii4/1973canlii4.html">Calder v. Attorney-General of B.C.</a></span>
</li>
<li id="cite_note-61"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-61">↑</a></span> <span class="reference-text">Zur Einordnung: Hamar Foster, Heather Raven und Jeremy Webber: <i>Let Right Be Done. Aboriginal Title, the Calder Case, and the Future of Indigenous Rights</i>, UBC Press 2007.</span>
</li>
<li id="cite_note-62"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-62">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.thestar.com/news/canada/article/644270">Ottawa to change discriminatory Indian Act rules, The Star, 2. Juni 2009</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-63"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-63">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20121112215801/http://www.un.org/ga/61/news/news.asp?NewsID=23794&amp;Cr=indigenous&amp;Cr1=."><i>United Nations adopts Declaration on Rights of Indigenous Peoples</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 12. November 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (www.un.org), archive.org, 12. November 2012</span>
</li>
<li id="cite_note-64"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-64">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20101117023713/http://www.cbc.ca/canada/story/2010/11/12/indigenous-declaration.html"><i>Canada endorses indigenous rights declaration</i>, CBC News, 12. November 2010</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 17. November 2010 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), archive.org, 17. November 2010.</span>
</li>
<li id="cite_note-65"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-65">↑</a></span> <span class="reference-text">„The government of Canada today formally expresses to all Aboriginal people in Canada our profound regret for past actions of the federal government which have contributed to these difficult pages in the history of our relationship together“ (Government of Canada, zitiert nach Tanja Zinterer: <i>Politikwandel durch Politikberatung?: die kanadische Royal Commission on Aboriginal Peoples und die unabhängige Kommission "Zuwanderung" im Vergleich</i>, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 194.)</span>
</li>
<li id="cite_note-66"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-66">↑</a></span> <span class="reference-text">Als erstes tat dies 1986 die <a href="United_Church_of_Canada" title="United Church of Canada">United Church of Canada</a>, 1998 folgte die Presbyterian Church in Canada (der Text findet sich <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.indigenouspeople.net/apology.htm">hier</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-67"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-67">↑</a></span> <span class="reference-text">So entschuldigte sich nach dem Ende seiner Amtszeit der Bischof im kalifornischen San Rafael bei den Miwok (Beth Ashley, Retired bishop apologizes for mistreating the Miwoks, in: Marine Independent Journal vom 26. Dezember 2007, digital: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20150202095348/http://www.marinij.com/lifestyles/ci_7816920"><i>Retired bishop apologizes for mistreating the Miwoks</i>, marinij.com</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 2. Februar 2015 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)), archive.org, 2. Februar 2015.</span>
</li>
<li id="cite_note-68"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-68">↑</a></span> <span class="reference-text">Ein Videomitschnitt der Rede findet sich <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=qAmUe17nUdY&amp;feature=related">hier</a>. Der Text steht <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.aadnc-aandc.gc.ca/eng/1100100015644/1100100015649">hier</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-69"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-69">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.canlii.org/en/bc/bcsc/doc/2009/2009bcsc1494/2009bcsc1494.html"><i>Ahousaht Indian Band And Nation v. Canada Attorney General, 2009 BCSC 1494</i>, Indigenous Peoples. Issues and Resources, 13. November 2009</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-70"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-70">↑</a></span> <span class="reference-text">Armut und zu geringe Bildungsinvestitionen standen im Mittelpunkt des <i>Aboriginal Day of Action</i> am 29. Juni 2007, bei dem Straßen- und Schienenblockaden im Großraum Toronto-Montreal Aufmerksamkeit erregten.</span>
</li>
<li id="cite_note-71"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-71">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20081201193131/http://www.canada.com/theprovince/news/story.html?id=44bcbe05-644b-41ac-a8c2-168540b2342d">David Carrigg, <i>Huge win for Interior natives. B.C. land-claims process 'dead,' says grand chief</i>, in: The Province, 22. November 2007</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 1. Dezember 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-72"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-72">↑</a></span> <span class="reference-text">Bezeichnend für die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung durch Institutionen und der der Kanadier ist vielleicht der Werdegang der Website <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20150221133820/http://www.101things.ca/list.php">Things Canadians Should Know About Canada</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 21. Februar 2015 im </i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a><i>)</i> (Was Kanadier über Kanada wissen sollten, archive.org, 21. Februar 2015). Diese von <i>Citizenship and Immigration Canada</i> und dem <i>Dominion Institute</i> eingerichtete Seite enthielt zunächst 101 „Dinge“, zu denen aber nicht die Ureinwohner zählten. Erst eine Abstimmung brachte sie in die Liste: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20111110190642/http://76.12.229.156/102/">Aboriginal Canadians Voted # 102</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 10. November 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), archive.org, 10. November 2011.</span>
</li>
<li id="cite_note-73"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-73">↑</a></span> <span class="reference-text">Hugh Shewell: <i>"Enough to keep them alive": Indian welfare in Canada, 1873–1965</i>, University of Toronto Press 2004.</span>
</li>
<li id="cite_note-74"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-74">↑</a></span> <span class="reference-text">Ein Überblick über die Casinos in Kanada findet sich hier: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://500nations.com/Canada_Casinos.asp"><i>Canada Casinos</i> auf <i>500 Nations. First Nations Supersite</i></a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-75"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-75">↑</a></span> <span class="reference-text">In Kalifornien führte der Streit zu einem Anfang Februar 2008 abgeschlossenen Referendum, bei dem sich die vier Betreiber von großen Casinos durchsetzten (vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20081202135616/http://www.pe.com/localnews/politics/stories/PE_News_Local_S_scompacts06.3daf289.html">Michelle deArmond und Jim Miller, Voters approve Indian gambling expansion, in: The Press Enterprise Com, 6. Februar 2008</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 2. Dezember 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)).</span>
</li>
<li id="cite_note-76"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-76">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://nationtalk.ca/story/anishinabek-begin-developing-own-citizenship-law"><i>Anishinabek begin developing own citizenship law</i></a>, Nation Talk, 28. Juni 2007.</span>
</li>
<li id="cite_note-77"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-77">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20081203060319/http://www.parl.gc.ca/LEGISINFO/index.asp?List=ls&amp;Query=4900&amp;Session=14&amp;Language=e">LEGISinfo, 1. Sitzung des 39. Parlaments, 3. April 2006 – 14. September 2007</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 3. Dezember 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-78"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-78">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.un.org/depts/german/gv-61/band3/ar61295.pdf">Text der Resolution</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-79"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-79">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.cbc.ca/news/aboriginal/canada-adopting-implementing-un-rights-declaration-1.3575272">Canada officially adopts UN declaration on rights of Indigenous Peoples</a>, <a href="CBC/Radio-Canada" title="CBC/Radio-Canada">CBC/Radio-Canada</a> News, 10. Mai 2016.</span>
</li>
<li id="cite_note-80"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-80">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110912094858/http://www.nationtalk.ca/modules/news/article.php?storyid=15178">China-Canada Aboriginal Business Opportunity 2008 Trade Mission November 2–14 2008, in: Nation Talk, 14. November 2008</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 12. September 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
</li>
<li id="cite_note-81"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-81">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20090201032421/http://geo.international.gc.ca/asia/newzealand/geo/new-zealand-bb-en.aspx">Government of Canada. Canada-New Zealand Relations</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 1. Februar 2009 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), archive.org, 1. Februar 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-82"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-82">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.biographi.ca/009004-119.01-e.php?BioId=38114"><i>Jones, Peter</i>, in: Dictionary of Canadian Biography online</a></span>
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<li id="cite_note-83"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-83">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.biographi.ca/009004-119.01-e.php?&amp;id_nbr=7776&amp;&amp;PHPSESSID=0chge40dk5ium7fj7hmdci33p0"><i>Wilson, Edward Francis</i>, in: Dictionary of Canadian Biography online</a> vor allem <i>The Ojebway language: a manual for missionaries and others employed among the Ojebway Indians</i>, Toronto, [1874?] und <i>Missionary work among the Ojebway Indians</i>, London, 1886.</span>
</li>
<li id="cite_note-84"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-84">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieses Werk ist <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.canadiangenealogy.net/chronicles_canada.htm">online</a> verfügbar. Es beinhaltet zahlreiche Stereotype der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts.</span>
</li>
<li id="cite_note-85"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-85">↑</a></span> <span class="reference-text">Zu ihm: Ronald Haycock: <i>The Image of the Indian</i>, Waterloo Lutheran University 1991, S. 19&nbsp;f.</span>
</li>
<li id="cite_note-86"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-86">↑</a></span> <span class="reference-text">Sarah Carter: <i>Lost Harvests: Prairie Indian Reserve Farmers and Government Policy</i>, McGill-Queen's University Press 1991.</span>
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<li id="cite_note-87"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-87">↑</a></span> <span class="reference-text">Katherine Pettipas: <i>Severing the Ties that Bind: Government Repression of Indigenous Religious Ceremonies on the Prairies</i>, Winnipeg: University of Manitoba Press 1994.</span>
</li>
<li id="cite_note-88"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-88">↑</a></span> <span class="reference-text">Douglas Cole, Ira Chaikin: <i>An Iron Hand upon the People: The Law Against the Potlatch on the Northwest Coast</i>, Vancouver: Douglas &amp; McIntyre 1990.</span>
</li>
<li id="cite_note-89"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-89">↑</a></span> <span class="reference-text">Sidney L. Harring: <i>White Man's Law: Native People in nineteenth-century Canadian Jurisprudence</i>, University of Toronto Press 1998.</span>
</li>
<li id="cite_note-90"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-90">↑</a></span> <span class="reference-text">James Rodger Miller: <i>Skyscrapers hide the heavens: a history of Indian-white relations in Canada</i>, University of Toronto Press 2000, 1. Auflage 1989.</span>
</li>
<li id="cite_note-91"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-91">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Paul_Robert_Magocsi" title="Paul Robert Magocsi">Paul Robert Magocsi</a> (Hrsg.): <i>Encyclopedia of Canada's peoples</i>, <a href="University_of_Toronto" title="University of Toronto">University of Toronto</a> Press 1999.</span>
</li>
<li id="cite_note-92"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-92">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://mhso.ca/wp/who-we-are/">Multicultural History Society of Ontario, Startseite</a></span>
</li>
<li id="cite_note-93"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-93">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20091022091229/http://gsdl.ubcic.bc.ca/cgi-bin/library?site=localhost&amp;a=p&amp;p=about&amp;c=firstna1&amp;l=en&amp;w=utf-8">First Nations Digital Document Source</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 22. Oktober 2009 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), im Besitz der Claims Research Units, derzeit von der Union of B.C. Indian Chiefs unterhalten.</span>
</li>
<li id="cite_note-94"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-94">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bac-lac.gc.ca/fra/decouvrez/patrimoine-autochtone/Pages/introduction.aspx">Mit Bildern. Zweisprachig, nach Wahl</a>. Anwahl des Bereichs <i>Premières Nations</i> links in der Sitemap; im Art. dann zahlreiche weitere Links zu den Beständen</span>
</li>
</ol></div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-10-07" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Geschichte_der_First_Nations&amp;oldid=260400093">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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